Von ehemaliges Mitglied
Dienstag 23.05.2023, 06:37
Die verurteilte Rechtsterroristin Beate Zschäpe spricht zum ersten Mal über ihre Mitschuld an den NSU-Morden. Eine aktive Mitwirkung streitet sie aber ab.
Die verurteilte Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat vor dem bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss nach Angaben ihres Anwalts deutlicher als je zuvor eine Mitschuld an der Mordserie des sogenannte Nationalsozialistischen Untergrunds eingeräumt. "Ihre Mitschuld an den Morden hat sie heute deutlich intensiver eingestanden als im Prozess", sagte Anwalt Mathias Grasel nach einer stundenlangen Befragung Zschäpes der Nachrichtenagentur dpa.
"Es bleibt zwar dabei: Eine aktive Mitwirkung gab es nicht, weder in der Vorbereitung noch in der Durchführung", sagte Grasel. "Aber sie sagte heute mehrfach ganz klar: Hätte ich nach dem ersten Mord anders gehandelt und reagiert, wäre alles andere nicht passiert."
Zschäpe wurde in einer nicht öffentlichen Sitzung von zehn bayerischen Landtagsabgeordneten befragt. Sie gehören dem Untersuchungsausschuss NSU II des Bayerischen Landtags an. Dieser soll die Verbrechen der Terrorzelle weiter aufklären und rechtsextreme Strukturen in Bayern aufdecken.
Es war das erste Mal, dass sich Zschäpe seit ihrer Verurteilung äußerte, und das erste Mal überhaupt, dass sie direkt auf Fragen antwortete. Im NSU-Prozess hatte sie sich nur in schriftlichen Einlassungen geäußert, schriftlich auf Nachfragen geantwortet und sich lediglich zweimal selbst zu Wort gemeldet – unter anderem in ihren Schlussworten.
Grasel zitierte aus Zschäpes Aussage vor den Ausschussmitgliedern: "Ich hätte verhindern können, dass aus dem ersten Mord eine Serie wird. Ich hätte die Möglichkeit gehabt und habe sie nicht genutzt." Zschäpe sagte laut Grasel: "Ich habe das Leben von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt fälschlicherweise über das Leben der Opfer gestellt."
Der Ausschussvorsitzende Toni Schuberl (Grüne) sprach ebenfalls von einer "neuen Qualität" des Schuldeingeständnisses. Zschäpe habe eingestanden, dass sie die Schuld ganz klar auch bei sich sehe, sagte Schuberl: "So, als hätte sie selbst abgedrückt." Zschäpe habe zwar gesagt, dass sie die Taten nicht gewollt habe – aber auch zugegeben, dass sie nur durch sie möglich gewesen seien. Und dass sie die Verbrechen hätte verhindern können, nämlich wenn sie sich gestellt hätte, als sie vom ersten Mord erfuhr. dpa
Die verurteilte Rechtsterroristin Beate Zschäpe spricht zum ersten Mal über ihre Mitschuld an den NSU-Morden. Eine aktive Mitwirkung streitet sie aber ab.
Die verurteilte Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat vor dem bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss nach Angaben ihres Anwalts deutlicher als je zuvor eine Mitschuld an der Mordserie des sogenannte Nationalsozialistischen Untergrunds eingeräumt. "Ihre Mitschuld an den Morden hat sie heute deutlich intensiver eingestanden als im Prozess", sagte Anwalt Mathias Grasel nach einer stundenlangen Befragung Zschäpes der Nachrichtenagentur dpa.
"Es bleibt zwar dabei: Eine aktive Mitwirkung gab es nicht, weder in der Vorbereitung noch in der Durchführung", sagte Grasel. "Aber sie sagte heute mehrfach ganz klar: Hätte ich nach dem ersten Mord anders gehandelt und reagiert, wäre alles andere nicht passiert."
Zschäpe wurde in einer nicht öffentlichen Sitzung von zehn bayerischen Landtagsabgeordneten befragt. Sie gehören dem Untersuchungsausschuss NSU II des Bayerischen Landtags an. Dieser soll die Verbrechen der Terrorzelle weiter aufklären und rechtsextreme Strukturen in Bayern aufdecken.
Es war das erste Mal, dass sich Zschäpe seit ihrer Verurteilung äußerte, und das erste Mal überhaupt, dass sie direkt auf Fragen antwortete. Im NSU-Prozess hatte sie sich nur in schriftlichen Einlassungen geäußert, schriftlich auf Nachfragen geantwortet und sich lediglich zweimal selbst zu Wort gemeldet – unter anderem in ihren Schlussworten.
Grasel zitierte aus Zschäpes Aussage vor den Ausschussmitgliedern: "Ich hätte verhindern können, dass aus dem ersten Mord eine Serie wird. Ich hätte die Möglichkeit gehabt und habe sie nicht genutzt." Zschäpe sagte laut Grasel: "Ich habe das Leben von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt fälschlicherweise über das Leben der Opfer gestellt."
Der Ausschussvorsitzende Toni Schuberl (Grüne) sprach ebenfalls von einer "neuen Qualität" des Schuldeingeständnisses. Zschäpe habe eingestanden, dass sie die Schuld ganz klar auch bei sich sehe, sagte Schuberl: "So, als hätte sie selbst abgedrückt." Zschäpe habe zwar gesagt, dass sie die Taten nicht gewollt habe – aber auch zugegeben, dass sie nur durch sie möglich gewesen seien. Und dass sie die Verbrechen hätte verhindern können, nämlich wenn sie sich gestellt hätte, als sie vom ersten Mord erfuhr. dpa