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Im Ernstfall kaum handlungsfähig

Von Harvey11 Dienstag 06.01.2026, 12:53

Tausende Menschen in Berlin frieren nach einem Brandanschlag aufs Stromnetz. Doch Berlin ist für Krisenfälle wie diesen nicht gerüstet. Auch zu den Tätern ist noch wenig bekannt

Thomas hat seine Daunenjacke aufgeknöpft und sein Handy eingestöpselt. Seine Augen kleben am Display. Hier in der Emmaus-Kirchengemeinde in Berlin-Dahlem ist es warm, es gibt Strom, heiße Getränke, Obst und Gebäck. Hier können sich Berlinerinnen und Berliner aufwärmen, die vom Strom- und Heizungsausfall im Südwesten der Hauptstadt betroffen sind. Am Montag, dem dritten Tag in Folge, waren es noch 30000 Menschen. Fast 20 Schulen blieben am ersten Tag nach den Winterferien geschlossen. 15000 Menschen hatten seit der Nacht wieder Strom, bei den anderen könnte es noch bis Donnerstag dauern.
„Viel länger kann ich das nicht mehr aushalten“, sagt der 50-jährige Thomas. Er lebt allein, in seiner Wohnung war es am Montagmorgen 13 Grad kalt. „Nur im Bett geht es noch bei der Kälte“, sagt er.
Auf dem Handy sucht er nun nach guten Nachrichten, aber er findet keine. Einige Hundert Meter weiter schauen Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) in eine Baugrube. Hier sollen zwei Starkstromkabel miteinander verbunden werden. Die Tiefbaufirma will spätestens am Dienstag fertig werden, dann können die Spezialisten vom Stromnetz Berlin mit der Arbeit beginnen.
Wegner und Giffey sind in Erklärungsnot. Warum kann ein Brandanschlag auf Starkstromkabel derart große Folgen haben? Warum dauert es so lange, bis die Versorgung wiederhergestellt ist? Warum haben die Ermittlungsbehörden bei früheren Anschlägen der ominösen „Vulkangruppe“ keinerlei Erfolge vorzuweisen?
Im September wird in Berlin gewählt. Wegner muss sich jetzt als Krisenmanager beweisen. Bisher läuft es eher ausbaufähig.
Der Stromausfall ist nicht der erste großflächige in Berlin – erst im September waren nach einem Brandanschlag im Südosten der Stadt Zehntausende Haushalte zeitweise ohne Strom, 2019 waren es mehr als 30000 Haushalte in Berlin-Köpenick für 31 Stunden, nachdem bei Bauarbeiten ein Stromkabel durchtrennt worden war. Große Stromausfälle gehören zu den wahrscheinlichsten Szenarien, auf die sich Bevölkerungsschützer vorbereiten. Doch schien der betroffene Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf am Samstag zunächst überfordert. Erst im November hatte der Berliner Landesrechnungshof gewarnt, die Hauptstadt sei nicht gut auf den Krisenfall vorbereitet. „Die Zuständigkeiten und Ressourcen sind weitgehend ungeklärt. So ist Berlin im Ernstfall nicht handlungsfähig“, hieß es. Viele der 37 Katastrophenschutzbehörden hätten weder Gefährdungsanalysen noch Krisenstäbe oder funktionierende Katastrophenschutzpläne vorzuweisen. „Einigen Behörden war nicht einmal bekannt, dass sie Katastrophenschutzbehörden sind, andere hielten sich für nicht zuständig.“
In der Emmaus-Gemeinde fragt Pfarrerin Susanne Seehaus nicht nach Zuständigkeiten. Sie hat seit Samstag ihre Ehrenamtlichen aktiviert, Rundmails geschrieben und die Kirche geöffnet. „Die Berliner strotzen nur so vor Hilfsbereitschaft“, sagt sie. „Das wärmt mich in meinem Herzen.“ Viele Betroffene aber haben sich schon vorher selbst geholfen, sind bei Verwandten oder im Hotel untergekommen.
Am Tatort am Teltowkanal versuchen Arbeiter von Stromnetz Berlin, die zerstörte Verbindung wiederherzustellen. Wegner sagte am Sonntag, der Anschlag sei nicht nur eine Brandstiftung oder Sabotage. „Das ist schon Terrorismus.“ Auch in Sicherheitskreisen sieht man die Schwelle zum Terrorismus überschritten. Bislang ermittelt die Berliner Generalstaatsanwaltschaft in dem Fall. Der Generalbundesanwalt (GBA), der in Fällen terroristischer Anschläge zuständig ist, prüft derzeit noch, ob er das Ermittlungsverfahren an sich zieht. Es wäre nicht die erste Ermittlung des GBA in Sachen „Vulkangruppen“.
„Andere Verfahren, die unser Referat für Linksextremismus bearbeitet, betreffen eine Reihe von möglicherweise linksextremistisch motivierten Sabotageakten und Anschlägen“, teilte eine Sprecherin des Generalbundesanwalts dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mit. So werde zu verschiedenen Brandanschlägen der sogenannten „Vulkangruppen“ auf Infrastruktureinrichtungen ermittelt, „beginnend mit der Inbrandsetzung einer Kabelbrücke am Berliner Bahnhof Ostkreuz“, im Mai 2011, „bis hin zum Brandanschlag auf die Stromversorgung des Tesla-Werks in Grünheide am 5. März 2024.“
Ob es sich bei den Verantwortlichen für diese Taten um eine feste Organisation, ein Netzwerk aus Tätern oder Gruppierungen oder gar nur um einen Einzeltäter handelt, ist bislang unklar. Der Berliner Verfassungsschutz geht aufgrund der Ähnlichkeiten von Stil und Inhalt zumindest von einem „(teil-)identischen Autorenkreis“ der unterschiedlichen Bekennerschreiben aus.
Frankfurter Rundschau 6.1.2026

Nee, die Überschrift könnte in die Irre führen. Es geht hier nicht um die üblichen Kriegstänze und das Kriegsgeschrei. Er geht hier um Berlin.
Frankfurt, dieses am Main, ist ja ein Stück weg von Berlin und kann sich also leisten, sich nicht an das Terrorismusgeschrei nicht nur der dortigen Politiker und den üblichen Medien anzuschließen.
Denn die FR weiß, wie die eben genannten Gruppen, nichts. Aber die Warnung vor den linken Terroristen passt gerade so schön in die Vorwahlzeit.
Keiner kann sagen, wer sich dahinter versteckt. Bekannt sind aber die Zustände in Berlin.
So ist Berlin im Ernstfall nicht handlungsfähig“, hieß es. Viele der 37 Katastrophenschutzbehörden hätten weder Gefährdungsanalysen noch Krisenstäbe oder funktionierende Katastrophenschutzpläne vorzuweisen. „Einigen Behörden war nicht einmal bekannt, dass sie Katastrophenschutzbehörden sind, andere hielten sich für nicht zuständig.“
Wenn man von Terrorismus spricht muss ich mich fragen wie man es nennt, die Verwaltung einer Großstadt so verkommen zu lassen. Wegner und Giffey sind in Erklärungsnot. Warum kann ein Brandanschlag auf Starkstromkabel derart große Folgen haben? Warum dauert es so lange, bis die Versorgung wiederhergestellt ist? Warum haben die Ermittlungsbehörden bei früheren Anschlägen der ominösen „Vulkangruppe“ keinerlei Erfolge vorzuweisen?
Man ist auf keine Unfälle dieser Art vorbereitet. Und das, obwohl das nicht der erste war.
Frau Giffey und Herr Wegner, geben Sie Antwort auf eine einfache Frage: Wie nennen sie das?
Unfähige Schlamperei und Desinteresse am Amt wäre da noch sehr mild ausgedrückt.
Bitte verschönern Sie das Stadtbild und verschwinden.

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