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Honecker und der Pastor

Von ehemaliges Mitglied Samstag 19.03.2022, 10:10

Gestern Abend wurde in ARTE ein dokumentarischer Spielfilm über die Zeit gezeigt, als ein gütiger Pastor dem abgesetzten DDR-Staatschef Honecker und seine Frau Margot im Januar 1990 Asyl im Pfarrhaus gewährte.

Sie waren nach dem Mauerfall mit Fug und Recht geächtet und wären nach Krankenhausaufenthalten von Honecker obdachlos gewesen, wenn nicht dieser Pfarrer und seine herzensgute Ehefrau aus reiner Barmherzigkeit ihnen Asyl gewährt hätte und sie unter eigener Lebensgefahr sogar bei einem Bombenanschlag verteidigt hatten.

Ich halte es da eher mit dem Alten Testament: "Auge um Auge, Zahn um Zahn".
Ich vertrete die Meinung, Menschen, die soviel Leid verursacht haben, steht die Behandlung mit soviel Barmherzigkeit nicht zu, da sie auch in diesem Exil ihre absolut menschenverachtenden Thesen in vollster Überzeugung vorbrachten. Und dies, obwohl in einigen Szenen Menschen zu Wort kamen, denen sie Übelstes angetan hatten.

Ich habe ich dabei wieder sehr über das menschenverachtende System der DDR aufgeregt, das Honecker und seine üble Hexe von Ehefrau entscheidend mitverantwortet hatten.

Nachstehend Zusammenfassung der Handlung:
"Nach dem Mauerfall ist der Theologe und Bürgermeister der kleinen Gemeinde Lobetal in Brandenburg als Einziger bereit, die Honeckers aufzunehmen, obwohl der Leiter einer Anstalt für obdachlose, alkoholkranke und behinderte Menschen selbst jahrelang unter dem DDR-Regime gelitten hat.

Schnell kriegt die Presse Wind von den prominenten Asylanten, und vor dem Haus versammeln sich alsbald aufgebrachte Bürger, die es mit der christlichen Nächstenliebe gegenüber dem bereits von seiner Krebserkrankung gezeichneten Diktator und der ehemaligen DDR-Volksbildungsministerin nicht so halten wie der strenggläubige Gottesmann…

Hier wurde ein fast schon vergessenes Kapitel aus der turbulenten Nachwendezeit vorgenommen. Der Kunstgriff, die Ereignisse teils aus Sicht des Pastorensohns Cornelius zu schildern, verleiht dem Film einen nostalgischen Anstrich. Kontrastiert wird das durch intensive Szenen, die eindrücklich vor Augen führen, welches menschenverachtende System dieses starrsinnige Ehepaar maßgeblich mitverantwortete."

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