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Hightech-Krieger treffen auf PR-Krieger

Von Harvey11 02.08.2026, 14:00

Die Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiele in Berlin haben etwas die in Kiew verdrängt. Dabei kommen die uns auch sehr teuer. Der Freitag vom 30.7.2026 spricht von einem Präsidenten, der mehr getrieben wird, als er das Land führt.
Die Medien sind darüber auch nicht sehr mitteilungsfreudig. Am 20. Juli fand in Kiew unter Selenskyj eine Krisensitzung statt. Es sollen dort schon lange ernst Konflikte schwelen. Die Lieferung von weitreichender Artilleriemunition stockt wie die Drohnen aller Arten. Bei der Truppe kommt nichts an. Außerdem soll die Kommandostruktur der Armee modernisiert werden. Der Druck von Truppe und Industrie auf Selenskyj wurde immer stärker.
Am nächsten Tag musste der Armeechef Syrskyj gehen, Drapaty kam. Viel Lob gab es für den ehemaligen nicht. Seine militärischen Erfolge wurden von den Truppe Russlands wieder rückgängig gemacht.
In seiner Rede beschwörte ein bedrängter Selenskyj, dass „jeder Soldat mit Würde“ behandelt werden müsse. Gegen Syrskyj gab es ja viele Kritiken.
Mit ihm musste auch der in Volk und Armee unbeliebte Stabschef Hnatow gehen. Er war verantwortlich für die rabiate Verschleppung junger Männer von offener Straße.
Selenskyj war darauf bedacht den Eindruck zu erwecken, dass jetzt alles gut wird. Erfreut über die Entlassung von Syrskyj war vermutlich der ehemalige Verteidigungsminister Fedorow. Der wurde nämlich von Selenskyj gefeuert, weil er die Entlassung von Syrskyj gefordert hatte. Was für eine Blamage für Selenskyj.
Nach einer Umfrage der Rating Group in der Ukraine ist Fedorow inzwischen fast so beliebt wie der als Botschafter nach London abgeschobene Ex-Armeechef Saluschnyi. Dem vertrauen 70 Prozent, Fedorow 65, Selenskyj hingegen liegt bei einer Zustimmungsrate von nur 26 Prozent. Davon will man aber hier nichts wissen, es wird bestritten.
In seiner Rede zur Ernennung von Drapaty streute Selenskyj die Bemerkung ein, er habe Fedorow eine „wertvolle Führungsposition“ angeboten“, mit der er die „technologischen Kapazitäten des Landes“ entwickeln könnte. Was er aber verschwieg ist, dass dieser abgelehnt hat. Deutlicher, der Präsident hat nicht mehr die Kraft, einen ehemaligen Minister zu überzeugen, ein neues Amt zu übernehmen. So treiben High-Tech-Krieger wie Fedorow und der neue Armeechef Drapaty den PR-Krieger Selenskyj vor sich her. Der hielt wie Syrsky ohne großen Erfolge weiter an Artillerie statt an Drohnen fest. Die beiden kamen nicht mehr gegen Fedorow an, der auf die Unterstützung angelsächsischer Berater in Kiew bauen konnte. Die gehen ukrainischen Militärs bei der Planung von Operationen gegen Russland und beim Umbau von Armeestrukturen tatkräftig zur Hand und zeigen den derzeitigen Einfluss der NATO auf die Kriegsführung.
Letztlich offenbaren die jüngsten Entlassungen und Ernennungen, dass die von Selenskyj häufig beschworene Einheit der Ukrainer eine Wunschvorstellung bleibt. Das Land erweist sich im fünften Kriegsjahr als eine tief gespaltene Gesellschaft, und es hat einen Präsidenten, dem die Dinge zu entgleiten drohen.
Noch wird er ja von den Willigen mit Geldspritzen am Leben gehalten.
Sehr frei nach der Freitag vom 30.7.2026 (Gerd Meissner)

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