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Havanna hat zwölf US-Regierungen überstanden

Von Harvey11 01.02.2026, 13:52

Für viele Exilkubaner ist Donald Trump ein Idol und Held, selbst wenn ihre Landsleute zu Opfern der Jagd auf Migranten werden

Im sonnigen Bundesstaat Florida, wo geschätzt zwei Drittel der zweieinhalb Millionen US-Amerikaner kubanischer Abstammung leben, haben 2024 laut Nachwahlbefragung gut 70 Prozent der Amerikaner mit kubanischen Wurzeln Donald Trump gewählt. Dessen Haltung zu Kuba passt nun einmal in das exilkubanische Stimmungsbild. Nach Fidel Castros Tod im November 2016 kondolierte Präsident Barack Obama dessen Familie. Der um diese Zeit zu seinem Nachfolger gewählte Trump tweetete „Fidel Castro is dead“ und dankte dem „Brigade 2506“-Veteranenverband für seine Unterstützung. Gemeint war die einst von der CIA aufgestellte, 1.400 Mann starke Brigade, die im April 1961 mit der Schweinebucht-Invasion auf Kuba versucht hatte, Castro zu stürzen. Die Operation wurde zum kläglichen Fehlschlag, für den manche Exilkubaner damals die „Schwäche“ des demokratischen Präsidenten John F. Kennedy verantwortlich machten. Aber auch die elf folgenden US-Regierungen brachten keinen „regime change“ zustande. Dabei passte die Allianz der Republikaner mit den Exilkubanern vorzüglich zum Kalten Krieg, schließlich bekämpften die Emigranten den Kommunismus, der sich nur 150 Kilometer südlich von Florida festgesetzt hatte.
Die ersten Exilanten kamen 1959 unmittelbar nach der Flucht des kubanischen Staatschefs Fulgencio Batista, vornehmlich Anhänger des von der Revolution gestürzten Diktators. Seitdem sind die USA ein Sehnsuchtsort vieler Kubaner. Lange wurden diese Migranten um ein Vielfaches besser behandelt als Menschen aus anderen Gegenden Lateinamerikas. 1966 trat das Cuban-Adjustment-Gesetz in Kraft und führte dazu, dass jeder Kuba-Flüchtling zügig eine Aufenthaltsgenehmigung erhielt.
Marco Rubio, vormals Senator aus Florida und heute treibende Kraft einer aggressiven US-Lateinamerika-Politik, spricht häufig von seiner Identität als „kubanischer Amerikaner“, was Übertreibungen und geschönte Lebensmodule einschließt. In seiner offiziellen Biografie heißt es, seine Eltern seien nach „Fidel Castros Machtübernahme“ in die USA gekommen. Recherchen der Washington Post haben das korrigiert. Danach sind die Eltern Oriales und Mario Rubio bereits 1956 eingereist, also deutlich vor der Revolution. Der Opposition im US-Kongress ist das offenbar entgangen, als alle demokratischen Senatorinnen und Senatoren im Januar 2025 für Rubios Ernennung zu Trumps Außenminister stimmten.
Jahrzehntelang war es normal für die US-Politik, dass die CIA Mordanschläge auf Castro in die Wege leitete und Kuba mit einem permanenten Handelsembargo belegt wurde. Der Karibik-Staat galt im offiziellen Washington als Terrorpate Nummer eins. Häufig hätten Präsidenten in Wahljahren ihre Kuba-Politik verschärft, schreibt der Politikwissenschaftler William LeoGrande in einer Studie für das Quincy Institute for Responsible Statecraft. So verstärkte, angetrieben vom republikanischen Rechtsaußen Barry Goldwater, Präsident Lyndon B. Johnson 1964 den Druck auf Kuba. Und Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski überzeugte den Demokraten Jimmy Carter 1980 im Wahlkampf gegen Ronald Reagan, jeder Hauch einer Verständigung mit Havanna würde ihn schwach aussehen lassen.
Und dann reiste Barack Obama im März 2016 nach Kuba und traf Staatschef Raúl Castro. Die Isolierung dieses Landes habe nichts mehr gebracht, rechtfertigte er die drei Tage in Havanna. Es gäbe keinen Grund, dass sich daran künftig etwas ändern sollte. Auch waren US-Firmen interessiert an wirtschaftlichen Kontakten. Vor zehn Jahren schien es besonders bei jüngeren Exilkubanern die Bereitschaft zu mehr Offenheit und Kontakten zu geben, wie Umfragen erkennen ließen.
Das ging gut, bis Donald Trump im Januar 2017 erstmals an die Macht kam. Inzwischen sei die Parteilichkeit in Miami „fast tribalistisch“ geworden, wie in vielen anderen Teilen der USA auch, vermerkte LeoGrande. Und das, obwohl Trump in seiner zweiten Amtsperiode bei der Kampagne gegen Migranten auch Einwanderer aus Kuba nicht ausnimmt. Im Frühjahr 2025 hat das Heimatschutzministerium mehr als eine halbe Million Migranten, darunter Zehntausende Kubaner, die vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung entzogen. Maskierte Beamte der Einwanderungsbehörde ICE greifen so immer wieder auch Zuwanderer aus Kuba auf. Vor Tagen erst ist der Tod eines Kubaners in einer Haftanstalt der US-Einwanderungsbehörde laut gerichtsmedizinischem Befund als Tötung eingestuft worden. Noch scheint vielen Exilkubanern die Treue zu Trump wichtiger zu sein als die Sorge um das Schicksal von Musshandlungen und Deportation bedrohter Landsleute.
In einem von den USA „befreiten Kuba“ wäre vermutlich auch Platz für Hotels und Golfplätze. Das Unternehmen Trump Hotels & Casino Resorts hat laut dem Magazin Newsweek Ende der 1990er Jahre trotz des Wirtschaftsembargos Berater nach Havanna geschickt, zu Gesprächen mit Regierungsvertretern. Das war 2016 sogar eine Titelgeschichte wert. Auch das hat Trump bei den Exilkubanern augenscheinlich nichts geschadet.
Der Freitag 19.1.2026

Wie geht es weiter mit Cuba? Gelingt der CIA endlich der Regierungswechsel in Havanna und kann Trump dort bauen?
Personal, das zu Billiglöhnen dort arbeiten darf und englisch spricht wird es geben. Die wirft er ja gerade aus den USA raus.
Dort will man immer noch nicht glauben, was da auf sie zukommt.
Die hiesigen Transatlantiker hoffen ja auch immer noch auf ihren großen Führer, so wie auch Merz.
Und was passiert dann auf Kuba? Dann werden sie dort ja Zustände haben wie vor der Revolution. Auch die USA werden sich aufführen wie damals.

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