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Hat er recht?

Von Feierabend-Mitglied Freitag 04.07.2025, 09:25

Die politischen Sitten verkommen. Nicht in den USA, sondern bei uns. Drei Beispiele aus jüngster Zeit sind alarmierend.

SPD „feige“, Bundestag „kühlt das Mütchen“ an Merz: Beispiele politischen Sittenverfalls in Deutschland

Geradezu atemberaubend ist es, wie die Genossen Delegierten in geheimer und damit feiger Wahl ihren Vorsitzenden Lars Klingbeil mit dem zweitschlechtesten Ergebnis in der Geschichte der Sozialdemokraten gedemütigt haben. Vielleicht ist er ihnen nicht links genug, vielleicht wollten sie es ihm besorgen, weil sie nicht zum Zug kamen nach der Wahl. In jedem Fall war es eine irrwitzige Demontage des Parteichefs und Vizekanzlers.

Ähnlich zerstörerisch ging es acht Wochen vorher bei der Wahl von Friedrich Merz zum Bundeskanzler zu. Man ließ ihn durchfallen im ersten Wahlgang. Einfach so, weil es so schön war und weil man sein Mütchen ein wenig kühlen wollte. Diesmal waren es die Abgeordneten, ebenfalls im Schutz der Anonymität. Die im Dunkeln sieht man ja nicht. Auf jeden Fall ein Akt parlamentarischer Verantwortungslosigkeit nach dem Motto: Lasst uns doch mal den Kanzler verhindern.
Zerstörung bei Spitzenpolitikern: Merkel funkt dazwischen – weil sie ein Problem mit Merz hat

Fast noch schlimmer: Die Kräfte der Zerstörung wirken nicht nur an der Basis, sondern auch an der Spitze. So fehlt mir jedes Verständnis, wenn sich die „wir schaffen das“– Kanzlerin ständig in die Asylpolitik der neuen Bundesregierung einmischt. Diese rote Linie hat keiner ihrer Vorgänger überschritten und sie tut es nur, weil sie ein Problem mit Friedrich Merz hat. Merkel sollte einfach schweigen, wenn der Kanzler endlich die Trümmer ihrer Flüchtlingspolitik wegräumt.



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Wer sage das?
► Sigmund Gottlieb ist einer der renommiertesten und erfahrensten Journalisten Deutschlands. Er war von 1995 bis 2017 Chefredakteur und von 2001 bis 2014 dazu stellvertretender Fernsehdirektor beim Bayerischen Rundfunk.

► Gottlieb moderierte die „Münchner Runde“ sowie aktuelle Brennpunkt-Sendungen im Ersten und war einer der präsentesten Kommentatoren in den „Tagesthemen“ der ARD.

► Für seine Arbeit erhielt Gottlieb mehrere Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Fernsehpreis für die Berichterstattung über den Kosovo-Krieg. Seit 2005 ist er Honorarprofessor für Journalismus an der Hochschule Amberg.

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