Tagelanger Arrest, permanente Demütigung, sexuelle Übergriffe: Die Bandbreite der Grenzüberschreitungen, die Kinder und Jugendliche in Einrichtungen von SOS-Kinderdorf Deutschland ertragen mussten, ist groß. Eine unabhängige Kommission hat sich in den vergangenen Jahren mit den bislang 226 bekannten Fällen beschäftigt und nun in München ihren Bericht vorgestellt.
Viele der aufgeführten Beispiele liegen schon Jahrzehnte zurück. In dem Papier finden sich aber auch Berichte über Übergriffe von Betroffenen aus den vergangenen 20 Jahren.
„Grenzverletzungen und Übergriffe gegenüber den anvertrauten Kindern hat es bei SOS-Kinderdorf nicht nur in der Vergangenheit gegeben, sondern auch in der jüngeren Zeit bis heute“, sagte Kommissionsvorsitzender Professor Klaus Schäfer. Da die Aktenlage dürftig sei, sei eine Dunkelziffer „wahrscheinlich, aber nicht verifizierbar“.
Der SOS-Kinderdorfverein betreibt nach eigener Auskunft bundesweit 39 Einrichtungen. Der Verein beschäftigt über 4750 Mitarbeiter, über 1000 sind freiwillig Engagierte.
Im Wesentlichen gehe es bei den Übergriffen, den die Kommission nun feststellte, um drei Formen: „Körperliche und psychische Gewalt sowie sexuelle Übergriffe, in Einzelfällen auch Vergewaltigungen“, sagte Professor Schäfer. 189 der Fälle kamen über die 2010 eingerichtete interne Meldestelle bei SOS-Kinderdorf an die Kommission. Weitere 37 Betroffene hatten sich über einen Aufruf in Regionalzeitungen im Jahr 2023 gemeldet.
Tatorte für Grenzüberschreitungen waren und sind vor allem die Kinderdorffamilien und die Wohngruppen: Jeweils rund 40 Prozent der Übergriffe fanden dort statt. Etwa die Hälfte der Taten gingen dabei von Mitarbeitenden – wie Kinderdorfmütter oder Erzieher – aus. 20 Prozent der Übergriffe fanden durch andere betreute Jugendliche statt.
Die Motive für die Übergriffe hätten sich seit Gründung von SOS-Kinderdorf Deutschland im Jahr 195 gewandelt: „In den Anfangsjahrzehnten war ein bestimmtes Erziehungsverständnis der Grund, in dem das Züchtigungsrecht noch verankert war. Heute spielen Aspekte von Überforderung oder Machtausübung eine größere Rolle“, sagte Schäfer. Die „erstaunliche Dominanz“, die den Kinderdorfmüttern lange Zeit zugebilligt wurde, sei lange ein Grund für mangelnde Wahrnehmung von Missbrauch gewesen.
Die Vorstandsvorsitzende von SOS-Kinderdorf Deutschland, Professor Sabina Schutter, zeigte sich „zutiefst erschüttert“ und bat alle Betroffenen um Entschuldigung: „Wir haben nicht immer gut genug hingehört, nicht alle Beschwerden ernst genommen und nicht angemessen reagiert.“ Künftig werde man jeder Meldung von Unrecht schnell und umfassend nachgehen, sagte Schutter. Das Konzept der Betreuung in Familien – das Herzstück von SOS-Kinderdorf – müsse modernisiert werden. Dieses aus Angst vor Risiken abzuschaffen, hält Schutter aber nicht für sinnvoll: „Für manche Kinder kann diese Form der Betreuung extrem wertvoll sein.“
Der Kommissionsvorsitzende Schäfer wiederum betonte: „Die Geschlossenheit von Kinderdorffamilien ist ein Risiko.“ Die Kommission empfehle daher eine „weitere Professionalisierung“ von Kinderdorfmüttern.
epd/dpa/Giessener Allgemeine
Sportvereine, Kirchen und deren Einrichtungen und jetzt auch da.
Was geht hier nur ab? Beinahe kann ich mir vorstellen, wo diese Leute im Tausendjährigen Reich gearbeitet hätten.
Wenn heut schon wieder von Lagern berichtet wird, dann wird mir übel.
Tagelanger Arrest, permanente Demütigung, sexuelle Übergriffe: Die Bandbreite der Grenzüberschreitungen, die Kinder und Jugendliche in Einrichtungen von SOS-Kinderdorf Deutschland ertragen mussten, ist groß. Eine unabhängige Kommission hat sich in den vergangenen Jahren mit den bislang 226 bekannten Fällen beschäftigt und nun in München ihren Bericht vorgestellt.
Viele der aufgeführten Beispiele liegen schon Jahrzehnte zurück. In dem Papier finden sich aber auch Berichte über Übergriffe von Betroffenen aus den vergangenen 20 Jahren.
„Grenzverletzungen und Übergriffe gegenüber den anvertrauten Kindern hat es bei SOS-Kinderdorf nicht nur in der Vergangenheit gegeben, sondern auch in der jüngeren Zeit bis heute“, sagte Kommissionsvorsitzender Professor Klaus Schäfer. Da die Aktenlage dürftig sei, sei eine Dunkelziffer „wahrscheinlich, aber nicht verifizierbar“.
Der SOS-Kinderdorfverein betreibt nach eigener Auskunft bundesweit 39 Einrichtungen. Der Verein beschäftigt über 4750 Mitarbeiter, über 1000 sind freiwillig Engagierte.
Im Wesentlichen gehe es bei den Übergriffen, den die Kommission nun feststellte, um drei Formen: „Körperliche und psychische Gewalt sowie sexuelle Übergriffe, in Einzelfällen auch Vergewaltigungen“, sagte Professor Schäfer. 189 der Fälle kamen über die 2010 eingerichtete interne Meldestelle bei SOS-Kinderdorf an die Kommission. Weitere 37 Betroffene hatten sich über einen Aufruf in Regionalzeitungen im Jahr 2023 gemeldet.
Tatorte für Grenzüberschreitungen waren und sind vor allem die Kinderdorffamilien und die Wohngruppen: Jeweils rund 40 Prozent der Übergriffe fanden dort statt. Etwa die Hälfte der Taten gingen dabei von Mitarbeitenden – wie Kinderdorfmütter oder Erzieher – aus. 20 Prozent der Übergriffe fanden durch andere betreute Jugendliche statt.
Die Motive für die Übergriffe hätten sich seit Gründung von SOS-Kinderdorf Deutschland im Jahr 195 gewandelt: „In den Anfangsjahrzehnten war ein bestimmtes Erziehungsverständnis der Grund, in dem das Züchtigungsrecht noch verankert war. Heute spielen Aspekte von Überforderung oder Machtausübung eine größere Rolle“, sagte Schäfer. Die „erstaunliche Dominanz“, die den Kinderdorfmüttern lange Zeit zugebilligt wurde, sei lange ein Grund für mangelnde Wahrnehmung von Missbrauch gewesen.
Die Vorstandsvorsitzende von SOS-Kinderdorf Deutschland, Professor Sabina Schutter, zeigte sich „zutiefst erschüttert“ und bat alle Betroffenen um Entschuldigung: „Wir haben nicht immer gut genug hingehört, nicht alle Beschwerden ernst genommen und nicht angemessen reagiert.“ Künftig werde man jeder Meldung von Unrecht schnell und umfassend nachgehen, sagte Schutter. Das Konzept der Betreuung in Familien – das Herzstück von SOS-Kinderdorf – müsse modernisiert werden. Dieses aus Angst vor Risiken abzuschaffen, hält Schutter aber nicht für sinnvoll: „Für manche Kinder kann diese Form der Betreuung extrem wertvoll sein.“
Der Kommissionsvorsitzende Schäfer wiederum betonte: „Die Geschlossenheit von Kinderdorffamilien ist ein Risiko.“ Die Kommission empfehle daher eine „weitere Professionalisierung“ von Kinderdorfmüttern.
epd/dpa/Giessener Allgemeine
Sportvereine, Kirchen und deren Einrichtungen und jetzt auch da.
Was geht hier nur ab? Beinahe kann ich mir vorstellen, wo diese Leute im Tausendjährigen Reich gearbeitet hätten.
Wenn heut schon wieder von Lagern berichtet wird, dann wird mir übel.