Haben Mitarbeiter von Ministerpräsident Netanjahu geheime Informationen durchgestochen, um die Öffentlichkeit zu manipulieren? Die Affäre lässt Israels Regierung nicht los. Mittendrin: die Bild-Zeitung.
Alles begann mit furchtbaren Nachrichten aus dem Gazastreifen: Dort hatte die israelische Armee am 31. August letzten Jahres die Leichen von sechs Geiseln gefunden. Sie waren nach israelischen Angaben in einem Tunnel im Süden des Gazastreifens zuvor von ihren Bewachern erschossen worden, als sich israelische Truppen näherten. Für viele Menschen in Israel war das ein weiterer Beleg, dass der Krieg in Gaza nicht für die Freilassung der Geiseln sorgt, sondern sie vielmehr in Gefahr bringt.
Auf gewohnt reißerische Art titelte das Boulevardblatt: "Zum Schaudern! Das plant der Hamas-Chef mit den Geiseln: Jetzt wird das geheime Kriegspapier des Terror-Bosses enthüllt". In dem Beitrag ging es um ein bis dahin unbekanntes und von der israelischen Armee als geheim eingestuftes Dokument, das angeblich auf einem Computer in einem Tunnel im Gazastreifen gefunden worden war. Laut Bild stand darin, dass Jihia Sinwar, der inzwischen getötete Hamas-Chef in Gaza, nicht an einem Deal zur Freilassung weiterer Geiseln und zu einer Waffenruhe interessiert sei und weiterhin über die Geiseln psychologischen Druck auf Israel ausüben wolle. Das Schreiben stamme vom Frühjahr 2024 und liege Bild exklusiv vor.
Der Veröffentlichungszeitpunkt kurz nach den Massendemonstrationen gegen die Regierung war, israelischen Medien zufolge, kein Zufall. Das Dokument wurde nach Angaben der israelischen Armee schon Monate zuvor gefunden - und stammt demnach nicht von Hamas-Chef Sinwar. Doch die Botschaft für die israelische Öffentlichkeit war: Die, die gegen den Krieg in Gaza auf die Straße gehen, sind nützliche Idioten der Hamas. Frei nach dem Motto: Verhandeln bringt nichts.
Für Lapid war klar, dass das Ziel der Veröffentlichung gewesen sei, ein Abkommen zur Freilassung der Geiseln zu torpedieren. Tatsächlich kam ein solches Abkommen unter großem Druck aus den USA erst mehr als vier Monate später, im Januar 2025 zustande.
Und wieder soll jemand gehen, der zu viel weiß.
Und dass die BILD sehr eng mit Netanjahu verbandelt ist, das ist ja nicht neu.
Steht der Termin schon fest, wann Merz in Berlin seinen Freund Netanjahu, den Kriegsverbrecher und Massenmörder in die Arme nehmen kann?
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Haben Mitarbeiter von Ministerpräsident Netanjahu geheime Informationen durchgestochen, um die Öffentlichkeit zu manipulieren? Die Affäre lässt Israels Regierung nicht los. Mittendrin: die Bild-Zeitung.
Alles begann mit furchtbaren Nachrichten aus dem Gazastreifen: Dort hatte die israelische Armee am 31. August letzten Jahres die Leichen von sechs Geiseln gefunden. Sie waren nach israelischen Angaben in einem Tunnel im Süden des Gazastreifens zuvor von ihren Bewachern erschossen worden, als sich israelische Truppen näherten. Für viele Menschen in Israel war das ein weiterer Beleg, dass der Krieg in Gaza nicht für die Freilassung der Geiseln sorgt, sondern sie vielmehr in Gefahr bringt.
Auf gewohnt reißerische Art titelte das Boulevardblatt: "Zum Schaudern! Das plant der Hamas-Chef mit den Geiseln: Jetzt wird das geheime Kriegspapier des Terror-Bosses enthüllt". In dem Beitrag ging es um ein bis dahin unbekanntes und von der israelischen Armee als geheim eingestuftes Dokument, das angeblich auf einem Computer in einem Tunnel im Gazastreifen gefunden worden war. Laut Bild stand darin, dass Jihia Sinwar, der inzwischen getötete Hamas-Chef in Gaza, nicht an einem Deal zur Freilassung weiterer Geiseln und zu einer Waffenruhe interessiert sei und weiterhin über die Geiseln psychologischen Druck auf Israel ausüben wolle. Das Schreiben stamme vom Frühjahr 2024 und liege Bild exklusiv vor.
Der Veröffentlichungszeitpunkt kurz nach den Massendemonstrationen gegen die Regierung war, israelischen Medien zufolge, kein Zufall. Das Dokument wurde nach Angaben der israelischen Armee schon Monate zuvor gefunden - und stammt demnach nicht von Hamas-Chef Sinwar. Doch die Botschaft für die israelische Öffentlichkeit war: Die, die gegen den Krieg in Gaza auf die Straße gehen, sind nützliche Idioten der Hamas. Frei nach dem Motto: Verhandeln bringt nichts.
Für Lapid war klar, dass das Ziel der Veröffentlichung gewesen sei, ein Abkommen zur Freilassung der Geiseln zu torpedieren. Tatsächlich kam ein solches Abkommen unter großem Druck aus den USA erst mehr als vier Monate später, im Januar 2025 zustande.
Und wieder soll jemand gehen, der zu viel weiß.
Und dass die BILD sehr eng mit Netanjahu verbandelt ist, das ist ja nicht neu.
Steht der Termin schon fest, wann Merz in Berlin seinen Freund Netanjahu, den Kriegsverbrecher und Massenmörder in die Arme nehmen kann?
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