Gegenleistung gefordert
Vor des Kanzlers China-Reise
Macht Merz den Carney? Die Frage stellen sich viele vor der China-Reise, zu der der Kanzler am kommenden Dienstag aufbricht. Mark Carney, Kanadas Premierminister, hatte im Januar in Davos sinngemäß erklärt, wenn die USA unter Donald Trump sein Land bedrohten, erpressten, nach Strich und Faden ausquetschten, dann werde er eben eine enge Kooperation mit anderen Staaten suchen. Erst wenige Tage zuvor hatte er sich in Beijing zur strategischen Partnerschaft mit China bekannt. Merz insinuiert inzwischen gleichfalls, Deutschland müsse raus aus der Abhängigkeit von den USA. Will er einen nicht zu gewinnenden Konflikt an gleich drei Fronten vermeiden, dann muss er irgendwo den Ball ein wenig flacher halten. Nach Lage der Dinge – Russland soll weiter erbittert bekämpft werden – ist China die einzige Option.
Das gilt auch für die Wirtschaft. Dass das deutsche Exportmodell an seine Grenzen stößt, das zeigen die Handelszahlen für 2025, die das Statistische Bundesamt am Freitag präsentiert hat: Die Exporte nicht nur nach China, sondern auch in die Vereinigten Staaten brechen massiv ein. Wer nicht all seine Karten auf das unter Trump unberechenbare US-Geschäft setzen will, kommt an der Volksrepublik, die längst Hightechmacht ist, nicht vorbei. Merz wird mit einer Wirtschaftsdelegation in Beijing eintreffen, von der es heißt, sie werde so zahlreich und so gewichtig sein wie seit der ersten China-Reise von Kanzlerin Angela Merkel im Mai 2006 nicht mehr. Abgesehen davon, dass die deutsche Konzernwelt auf Chancen in China selbst hofft: Wer dort stark ist, kann – und sei es nur als Zulieferer – auch vom boomenden chinesischen Export nach Deutschland profitieren.
Freilich bleiben Fragen. Werden die USA wirklich darauf verzichten, ein stärker werdendes deutsches China-Geschäft zu torpedieren? Und wie verträgt sich letzteres mit der penetranten Kanonenbootpolitik, derer sich Berlin im Südchinesischen Meer, gar bei Taiwan, befleißigt? Wer unter Walkürengejohle in Beijing einreiten will – Merz warf am Mittwoch nicht etwa den USA, sondern China ein aggressives Vorgehen im Südchinesischen Meer vor –, dringt dort nicht mehr durch. Die Volksrepublik wünscht Gegenleistungen für ihre Bereitschaft zur Kooperation. Ob Berlin dazu bereit ist, wird man sehen.
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Der mit einem grandiosen Ergebnis wiedergewählte Kanzler, aber nur als Parteichef wiedergewählte, wird mit stolzer Brust in Peking einmarschieren.
Mit seiner Körpergröße will er imponieren.
Nur, mit was anderem kann er ja nicht. Eigentlich schleicht er wie ein getriebener Bittsteller. Und das wissen die Chinesen. Darum werden sie lächeln - äußerlich.
Denn dort weiß man um seine Affinität zu den USA. Und das sind schon Minuspunkte.
Will er den Chinesen drohen wegen deren Äußerungen über Taiwan?
Merz scheint auf dem Weg zu sein, sich gewaltig zu verschlucken. Auf Hilfe vom großen Bruder hoffen könnte vergebens sein.
Seien wir gespannt darauf, was uns Merz nach seiner triumphalen Rückkehr aus Peking als Erfolge verkaufen will.
Es gibt ja noch andere Medien als Hofberichterstatter und die Jubelblätter.
Und wehe wenn die Wirtschaftsverbände zu viele Haare in der Suppe finden.
Die sind schon jetzt ziemlich sauer.
Gegenleistung gefordert
Vor des Kanzlers China-Reise
Macht Merz den Carney? Die Frage stellen sich viele vor der China-Reise, zu der der Kanzler am kommenden Dienstag aufbricht. Mark Carney, Kanadas Premierminister, hatte im Januar in Davos sinngemäß erklärt, wenn die USA unter Donald Trump sein Land bedrohten, erpressten, nach Strich und Faden ausquetschten, dann werde er eben eine enge Kooperation mit anderen Staaten suchen. Erst wenige Tage zuvor hatte er sich in Beijing zur strategischen Partnerschaft mit China bekannt. Merz insinuiert inzwischen gleichfalls, Deutschland müsse raus aus der Abhängigkeit von den USA. Will er einen nicht zu gewinnenden Konflikt an gleich drei Fronten vermeiden, dann muss er irgendwo den Ball ein wenig flacher halten. Nach Lage der Dinge – Russland soll weiter erbittert bekämpft werden – ist China die einzige Option.
Das gilt auch für die Wirtschaft. Dass das deutsche Exportmodell an seine Grenzen stößt, das zeigen die Handelszahlen für 2025, die das Statistische Bundesamt am Freitag präsentiert hat: Die Exporte nicht nur nach China, sondern auch in die Vereinigten Staaten brechen massiv ein. Wer nicht all seine Karten auf das unter Trump unberechenbare US-Geschäft setzen will, kommt an der Volksrepublik, die längst Hightechmacht ist, nicht vorbei. Merz wird mit einer Wirtschaftsdelegation in Beijing eintreffen, von der es heißt, sie werde so zahlreich und so gewichtig sein wie seit der ersten China-Reise von Kanzlerin Angela Merkel im Mai 2006 nicht mehr. Abgesehen davon, dass die deutsche Konzernwelt auf Chancen in China selbst hofft: Wer dort stark ist, kann – und sei es nur als Zulieferer – auch vom boomenden chinesischen Export nach Deutschland profitieren.
Freilich bleiben Fragen. Werden die USA wirklich darauf verzichten, ein stärker werdendes deutsches China-Geschäft zu torpedieren? Und wie verträgt sich letzteres mit der penetranten Kanonenbootpolitik, derer sich Berlin im Südchinesischen Meer, gar bei Taiwan, befleißigt? Wer unter Walkürengejohle in Beijing einreiten will – Merz warf am Mittwoch nicht etwa den USA, sondern China ein aggressives Vorgehen im Südchinesischen Meer vor –, dringt dort nicht mehr durch. Die Volksrepublik wünscht Gegenleistungen für ihre Bereitschaft zur Kooperation. Ob Berlin dazu bereit ist, wird man sehen.
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Mit seiner Körpergröße will er imponieren.
Nur, mit was anderem kann er ja nicht. Eigentlich schleicht er wie ein getriebener Bittsteller. Und das wissen die Chinesen. Darum werden sie lächeln - äußerlich.
Denn dort weiß man um seine Affinität zu den USA. Und das sind schon Minuspunkte.
Will er den Chinesen drohen wegen deren Äußerungen über Taiwan?
Merz scheint auf dem Weg zu sein, sich gewaltig zu verschlucken. Auf Hilfe vom großen Bruder hoffen könnte vergebens sein.
Seien wir gespannt darauf, was uns Merz nach seiner triumphalen Rückkehr aus Peking als Erfolge verkaufen will.
Es gibt ja noch andere Medien als Hofberichterstatter und die Jubelblätter.
Und wehe wenn die Wirtschaftsverbände zu viele Haare in der Suppe finden.
Die sind schon jetzt ziemlich sauer.