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Gegen die Überbringerin schlechter Nachrichten

Von Harvey11 Dienstag 05.08.2025, 11:11

Weil ihm die Arbeitsmarkt-Zahlen nicht gefallen, feuert US-Präsident Trump die Leiterin des Statistik-Amtes

Nachdem das Amt für Arbeitsmarktstatistik der US-Regierung überraschend schwacher Arbeitsmarktzahlen gemeldet hat, hat Präsident Donald Trump die Chefin der Behörde, Erika McEntarfer, entlassen. „Ich habe mein Team darauf angewiesen, diese von Biden politisch nominierte Frau zu feuern, SOFORT“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die Entscheidung stößt in den USA auf heftige Kritik.

Zuvor war bekanntgeworden, dass der US-Arbeitsmarkt zu Beginn des Sommers deutliche Anzeichen einer Schwäche gezeigt hat. Für den Zeitraum Mai und Juni revidierte das Arbeitsministerium die Zahl der neu geschaffenen Stellen um insgesamt 258000 nach unten. Korrekturen der Zahlen im Nachgang sind üblich, der Umfang dieses Mal aber ungewöhnlich groß. Die ersten gemeldeten Zahlen beruhen auf unvollständigen Daten und werden deshalb in der Regel in den zwei Folgemonaten und noch einmal in einer jährlichen Revision der Statistik korrigiert. Fachleute erklären die enttäuschenden Arbeitsmarktdaten auch mit Auswirkungen der aggressiven Zollpolitik der Trump-Administration.

Das will der Präsident so nicht sehen – im Gegenteil. „Die Wirtschaft BOOMT unter „TRUMP““, behauptet er und spricht, ohne jedwede Belege für die Anschuldigungen, von einem Komplott gegen sich und gefälschten Zahlen. Trump wiederholte bei seiner Ankündigung von McEntarfers Entlassung auch seine Forderung, US-Notenbank-Chef Jerome Powell zu feuern. Er solle „in den Ruhestand geschickt“ werden, schrieb Trump. Eine solche politische Aktion gegen die Finanzinstitution ist aber verpönt, die rechtlichen Hürden für einen solchen Schritt sind hoch.

Die Entlassung von McEntarfer kritisierte deren von Trump ernannter Vorgänger William Beach als völlig unbegründet. Sie schaffe einen gefährlichen Präzedenzfall und untergrabe die statistische Aufgabe des Amtes. Beach safte dem Nachrichtenportal «Politico» , dass Hunderte Menschen an den Zahlen arbeiteten und etwa 40 Personen die Statistik fertigstellten. Dabei handele es sich um professionelle Leute, die ihren Job unter Republikanern wie Demokraten gemacht hätten. Die Chefin des Amtes habe keinerlei Einfluss auf die Daten und könne sie auch nicht einsehen, bevor sie fertiggestellt seien. Beach bezeichnete jegliche Einflussnahme aus ihrer Position heraus daher als sehr unwahrscheinlich.

Der demokratische Senator Chris Murphy schrieb auf X, Trumps Vorgehen sei ein weiterer Schritt in Richtung Autoritarismus: „Wahrheit wird durch Propaganda ersetzt.“ Jason Furman, ein früherer Berater von Ex-Präsident Barack Obama und Wirtschaftsprofessor an der Universität Harvard nannte es „ungeheuerlich, dass irgendjemand in der Regierung die Integrität des Statistikamtes in Zweifel zieht.“ Der Chef-Ökonom von Moody’s, Mark Zandi, sprach von einem beispiellosen und „sehr beunruhigendem“ Schritt.

Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett verteidigt den Schritt dagegen. Auf die Frage, ob die Regierung irgendwelche Beweise dafür habe, dass die Arbeitsmarktzahlen manipuliert worden seien, sagte Hassett dem Sender NBC News: „Nun, der Beweis ist, dass es eine Reihe von Revisionen gab.“

McEntarfer wurde im Januar 2024 als Chefin des Büros für Arbeitsmarktstatistiken ernannt und im US-Senat mit 86 zu acht Stimmen in dem Amt bestätigt – also auch mit breiter Zustimmung von Vertreter der Republikaner. Die Behörde ist unparteiisch.
Frankfurter Rundschau 05.08.2025

Den Überbringer nicht genehmer Nachrichten feuern geht ja noch. Im Tausendjährigen Reich passierte ihnen Ärgeres.
Und heute beim einzig wahren Rechtsnachfolger (Adenauer) beschimpft man nur das Medium oder bezeichnet es gleich als Fake.
So groß sind die Unterschiede zu unsrem großen Freund und engsten Verbündeten also nicht.


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