Geflüchtete fühlen sich seit Jahren weniger willkommen. Diese Entwicklung schadet dem Land, denn es ist auf Zuwanderung angewiesen.
Geflüchtete berichten seit 2018 von einem kontinuierlich abnehmenden Willkommensgefühl, während ihre Furcht vor Fremdenfeindlichkeit deutlich zugenommen hat. Das ist das Ergebnis von Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zu Geflüchteten, die zwischen 2013 und 2019 nach Deutschland gekommen sind. Die AfD und andere fremdenfeindliche Akteure mögen den Rückgang der Willkommenskultur begrüßen. Tatsächlich ist es aber eine schlechte Nachricht – nicht nur für die Geflüchteten, sondern vor allem für Deutsche.
Die wachsende Fremdenfeindlichkeit wird kaum dazu führen, dass Flüchtlinge die Bundesrepublik meiden. Wer Angst um sein Leben hat, wer vor Krieg und Terror flieht, für den ist das Willkommensgefühl erst einmal sekundär. Wen diese Entwicklung dagegen abschreckt, sind die ausländischen Fachkräfte, die Deutschland so dringend braucht. Ihr Mangel zählt zu den größten Wachstumsbremsen für die Wirtschaft hierzulande.
Qualifiziertes Personal fehlt in allen möglichen Bereichen: in der Informationstechnologie, bei Dienstleistern, in der Logistik, auf dem Bau, im Handel, in der Pflege und in der Industrie. Über alle Branchen hinweg klagte im vergangenen August nach Angaben des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung mehr als jedes dritte Unternehmen über Fachkräftemangel.
Im internationalen Vergleich ist Deutschland für Fachkräfte weit weniger attraktiv als oft angenommen. Die Organisation Internations fühlt Expats – also Menschen, die im Ausland leben und arbeiten – einmal im Jahr in einer großen Umfrage den Puls. Besonders schlecht schneidet Deutschland bei der Frage ab, wie leicht oder schwer die Eingewöhnung fällt: Rang 51 von 53 Staaten. Rund 32 Prozent der Befragten fühlen sich hier nicht willkommen – über alle untersuchten Länder hinweg liegt der Schnitt bei 17 Prozent.
Nur 39 Prozent der Expats finden, dass die Deutschen freundlich zu ausländischen Mitbürger sind (gegenüber 61 Prozent weltweit). „Kein herzliches Willkommen in Deutschland“, urteilt Internations. Dabei läge genau das im deutschen Interesse.
Denn nach einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) werden in der Bundesrepublik im übernächsten Jahr 728 000 Fachkräfte fehlen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IA geht davon aus, dass Deutschland jährlich eine Nettozuwanderung von 400 000 Menschen benötigt, damit das Arbeitskräfteangebot bis 2060 konstant bleibt. Es müsste also jedes Jahr fast eine halbe Million Menschen mehr nach Deutschland kommen, als wegzieht.
Ohne Zuwanderung würden hierzulande den IAB-Berechnungen zufolge im Jahr 2060 wegen des demografischen Wandels rund 16 Millionen Arbeitskräfte fehlen. Deutschland ist längst nicht nur ein Einwanderungsland – es ist auf Zuwanderung existenziell angewiesen.
Frankfurter Rundschau 28.8.2025
Beklagter Fachkräftemangel, immer weniger Betriebe bilden aus, Minilöhne und die Ausländerfeindlichkeit, auch unserer Parteien. Wie passt das alles zusammen? Bei unseren ehrbaren Politikern passt das schon.
Warum aber sind die verschiedenen Wirtschaftsverbände so unionsnah, wenn doch die Union, egal mit welchen Partnern, so ein wirtschaftsfeindliches Umfeld schafft und so eine wirtschaftsfeindliche Politik macht?
» Die wachsende Fremdenfeindlichkeit wird kaum dazu führen, dass Flüchtlinge die Bundesrepublik meiden. Wer Angst um sein Leben hat, wer vor Krieg und Terror flieht, für den ist das Willkommensgefühl erst einmal sekundär. Wen diese Entwicklung dagegen abschreckt, sind die ausländischen Fachkräfte, die Deutschland so dringend braucht. Ihr Mangel zählt zu den größten Wachstumsbremsen für die Wirtschaft hierzulande.«
Wie also soll man die Politik hier anders nennen als wirtschaftsfeindlich?
Geflüchtete fühlen sich seit Jahren weniger willkommen. Diese Entwicklung schadet dem Land, denn es ist auf Zuwanderung angewiesen.
geht davon aus, dass Deutschland jährlich eine Nettozuwanderung von 400 000 Menschen benötigt, damit das Arbeitskräfteangebot bis 2060 konstant bleibt. Es müsste also jedes Jahr fast eine halbe Million Menschen mehr nach Deutschland kommen, als wegzieht.
Geflüchtete berichten seit 2018 von einem kontinuierlich abnehmenden Willkommensgefühl, während ihre Furcht vor Fremdenfeindlichkeit deutlich zugenommen hat. Das ist das Ergebnis von Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zu Geflüchteten, die zwischen 2013 und 2019 nach Deutschland gekommen sind. Die AfD und andere fremdenfeindliche Akteure mögen den Rückgang der Willkommenskultur begrüßen. Tatsächlich ist es aber eine schlechte Nachricht – nicht nur für die Geflüchteten, sondern vor allem für Deutsche.
Die wachsende Fremdenfeindlichkeit wird kaum dazu führen, dass Flüchtlinge die Bundesrepublik meiden. Wer Angst um sein Leben hat, wer vor Krieg und Terror flieht, für den ist das Willkommensgefühl erst einmal sekundär. Wen diese Entwicklung dagegen abschreckt, sind die ausländischen Fachkräfte, die Deutschland so dringend braucht. Ihr Mangel zählt zu den größten Wachstumsbremsen für die Wirtschaft hierzulande.
Qualifiziertes Personal fehlt in allen möglichen Bereichen: in der Informationstechnologie, bei Dienstleistern, in der Logistik, auf dem Bau, im Handel, in der Pflege und in der Industrie. Über alle Branchen hinweg klagte im vergangenen August nach Angaben des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung mehr als jedes dritte Unternehmen über Fachkräftemangel.
Im internationalen Vergleich ist Deutschland für Fachkräfte weit weniger attraktiv als oft angenommen. Die Organisation Internations fühlt Expats – also Menschen, die im Ausland leben und arbeiten – einmal im Jahr in einer großen Umfrage den Puls. Besonders schlecht schneidet Deutschland bei der Frage ab, wie leicht oder schwer die Eingewöhnung fällt: Rang 51 von 53 Staaten. Rund 32 Prozent der Befragten fühlen sich hier nicht willkommen – über alle untersuchten Länder hinweg liegt der Schnitt bei 17 Prozent.
Nur 39 Prozent der Expats finden, dass die Deutschen freundlich zu ausländischen Mitbürger sind (gegenüber 61 Prozent weltweit). „Kein herzliches Willkommen in Deutschland“, urteilt Internations. Dabei läge genau das im deutschen Interesse.
Denn nach einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) werden in der Bundesrepublik im übernächsten Jahr 728 000 Fachkräfte fehlen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IA
Ohne Zuwanderung würden hierzulande den IAB-Berechnungen zufolge im Jahr 2060 wegen des demografischen Wandels rund 16 Millionen Arbeitskräfte fehlen. Deutschland ist längst nicht nur ein Einwanderungsland – es ist auf Zuwanderung existenziell angewiesen.
Frankfurter Rundschau 28.8.2025
Beklagter Fachkräftemangel, immer weniger Betriebe bilden aus, Minilöhne und die Ausländerfeindlichkeit, auch unserer Parteien. Wie passt das alles zusammen? Bei unseren ehrbaren Politikern passt das schon.
Warum aber sind die verschiedenen Wirtschaftsverbände so unionsnah, wenn doch die Union, egal mit welchen Partnern, so ein wirtschaftsfeindliches Umfeld schafft und so eine wirtschaftsfeindliche Politik macht?
» Die wachsende Fremdenfeindlichkeit wird kaum dazu führen, dass Flüchtlinge die Bundesrepublik meiden. Wer Angst um sein Leben hat, wer vor Krieg und Terror flieht, für den ist das Willkommensgefühl erst einmal sekundär. Wen diese Entwicklung dagegen abschreckt, sind die ausländischen Fachkräfte, die Deutschland so dringend braucht. Ihr Mangel zählt zu den größten Wachstumsbremsen für die Wirtschaft hierzulande.«
Wie also soll man die Politik hier anders nennen als wirtschaftsfeindlich?