Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

14 10

Geburtenrate sinkt weiter

Von Harvey11 Freitag 18.07.2025, 09:25

Die durchschnittliche Zahl der Kinder, die eine Frau in Deutschland zur Welt bringt, ist erneut gesunken. Der als Geburtenrate bezeichnete Wert betrug vergangenes Jahr 1,35, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Damit lag er zwei Prozent niedriger als im Vorjahr. Der Rückgang verlangsamte sich allerdings deutlich: In den Jahren 2022 und 2023 war die Geburtenrate noch um acht beziehungsweise um sieben Prozent zurückgegangen.
Ähnlich niedrige und auch noch niedrigere Werte als vergangenes Jahr gab es in Deutschland sowohl in den 1990er Jahren als auch im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends. Dass sie anschließend zwischenzeitlich anstiegen, führt Martin Bujard, Forschungsdirektor beim Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, auf hohe Investitionen in die Familienpolitik zurück, etwa in Elterngeld und die Kinderbetreuung. Der Rückgang liege an den multiplen Krisen, mit denen die Menschen konfrontiert seien: der Krieg in der Ukraine und die schlechte wirtschaftliche Entwicklung, aber auch die Klimakrise, Inflation und das Erstarken des Rechtspopulismus.
„Wir sehen nach wie vor sehr, sehr niedrige Werte in Deutschland und Europa. Die langfristigen Auswirkungen einer so niedrigen Geburtenrate werden leider vielfach noch unterschätzt“, sagt Bujard. Diese zeigten sich erst nach Jahrzehnten, wenn eine veränderte Altersstruktur zu Fachkräftemangel und sinkenden Renten trotz höherer Beiträge führe. „Das kostet enorm viel Wohlstand“, sagt er. So gehe der derzeitige Fachkräftemangel auf die niedrigen Geburtenraten in den 1980er, 1990er und 2000er Jahren zurück.
Der Experte plädiert für mehr Investitionen in die Kinderbetreuung, die Eltern in den vergangenen Jahren oft als nicht mehr verlässlich erlebten. Denn tatsächlich wünschten sich die Menschen Kinder: Bei 1,8 Kindern liege dieser Wert Untersuchungen zufolge bei Frauen und Männern.
Die niedrigste Geburtenrate wurde vergangenes Jahr mit 1,21 für Berlin, die höchste mit 1,42 für Niedersachsen errechnet. In den östlichen Flächenländern lag die Rate mit 1,27 Kindern je Frau deutlich unter der in den westlichen Bundesländern mit 1,38 Kindern je Frau. Der Rückgang wurde in allen Bundesländern festgestellt: am stärksten in Thüringen mit einem Minus von 7 Prozent auf 1,24, am geringsten in Baden-Württemberg mit einem Minus von 1 Prozent auf 1,39. In Hessen sank die Rate von 1,388 auf 1,368.
Bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit betrug die Geburtenrate 1,23 Kinder – ein ähnlich niedriger Wert wurde den Angaben zufolge zuletzt vor knapp 30 Jahren im Jahr 1996 gemessen, als eine Frau im Schnitt 1,22 Kinder bekam. Doch auch hier habe sich der jährliche Rückgang abgeschwächt, erklärte das Bundesamt.
Bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit lag die Geburtenrate bei 1,84 Kindern, das bedeutet ein Minus von zwei Prozent. „Die Geburtenhäufigkeit der ausländischen Frauen geht seit 2017 kontinuierlich zurück“, hieß es dazu.
Die bis 2023 vorliegenden Daten zeigten, dass die Rate in den meisten Staaten der Europäischen Union (EU) im Vorjahresvergleich weiter gesunken sei, erklärt das Bundesamt. Sie betrug für alle 27 EU-Staaten 2023 durchschnittlich 1,38 Kinder je Frau – zehn Jahre zuvor waren es noch 1,51 Kinder je Frau.
Deutschland lag 2023 im europäischen Durchschnitt. Am höchsten war die Rate in dem Jahr in Bulgarien mit 1,81 Kindern je Frau, die niedrigsten Raten wurden für Malta mit 1,06 und für Spanien mit 1,12 Kindern je Frau nachgewiesen.
Der Kinderwunsch wird tendenziell immer weiter aufgeschoben: Das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes betrug 2024 in Deutschland 30,4 Jahre, der Väter 33,3 Jahre. 2015 waren Mütter im Durchschnitt 29,7 Jahre und Väter 32,8 Jahre alt.
Gießener Allgemeine, 18.7.2025

Links führen immer zu Berichten in kurzer Form. Darum hier der komplette Artikel dieser Zeitung. Denn er enthält interessante Aussagen von Martin Bujard, dem Forschungsdirektor beim Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Die könnte Erklärungen liefern.

»Dass sie (Die Geburtenrate) anschließend zwischenzeitlich anstiegen, führt Martin Bujard, Forschungsdirektor beim Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, auf hohe Investitionen in die Familienpolitik zurück, etwa in Elterngeld und die Kinderbetreuung.« und

»Der Rückgang liege an den multiplen Krisen, mit denen die Menschen konfrontiert seien: der Krieg in der Ukraine und die schlechte wirtschaftliche Entwicklung, aber auch die Klimakrise, Inflation und das Erstarken des Rechtspopulismus.«

Wie es scheint ein Folge unserer Politik. Dass Kinder das größte Armutsrisiko sind ist ja bereits lange bekannt. Adenauers Spruch bezüglich der Rente „Kinder kriegen die Leute immer“ stimmt also nicht mehr. Weniger Kinder in einem Land das auserwählt wurde endlich die Russen zu besiegen?
Eigentlich logisch. Und wenn man sieht, wie unwichtig Kinder und deren Eltern auch unseren Politkern sind, dann muss ich sagen: auch daran seid ihr schuld.
Ob daran eine Wiedereinführung des Mutterkreuz nach der Wiedergründung durch die AfD helfen würde? Vielleicht kommt ihr da die CDU wie gewohnt liebesdienerisch damit zuvor. Für alle Reservisten wurde ja auch so ein Ding geschaffen.

Kommentieren
Mitglieder > Veranstaltungen > Geburtenrate sinkt weiter