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Friedrich Merz passt besser in die 80er Jahre

Von Harvey11 Freitag 25.07.2025, 16:46

Eigentlich haue ich nicht einfach einen Link hier rein oder mangels eines solchen kopiere ich nicht einfach einen Text.
Immer schreibe ich meine Gedanken und meine Meinung zu nicht aller User Ergötzung dazu. Aber hier geht es primär um die Frauen.
Vieles sehen die Männer auch, wenn sie es sehen wollen. Aber was die Frauen denken? Darüber will ich nicht nachdenken.
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Er kapiert es nicht. Friedrich Merz kapiert offenbar nicht, dass die Welt nicht nur aus Männern und ihrer Sicht auf die Dinge besteht. War da noch was? Ach ja, Frauen. Sollte sich ein Kanzler nicht auch um die Gunst des weiblichen Teils der Bevölkerung bemühen?
Bereits im Wahlkampf hatten Aktivistinnen öffentlichkeitswirksam vor Merz als Kanzler gewarnt. Das ist er zwar dennoch geworden – aber sein Ansehen bei Frauen hat weiter dramatisch verloren. Konnte er bei der Bundestagswahl noch gut 28 Prozent weibliche Stimmen für sich verbuchen, würden ihn und seine Partei heute nur noch 23 Prozent wählen.
Denn Friedrich Merz hat einen Gender-Gap der besonderen Art. Waren Frauen für Ex-Kanzler Schröder „Gedöns“, sind sie für Merz eine Spezies, die unter Artenschutz gestellt gehört. Bemitleidenswerte Wesen, denen man ein Ministeramt nicht antragen sollte, sie könnten daran zerbrechen. Da habe ein Mann doch ein ganz anderes Selbstbewusstsein und respekteinflößendes Auftreten, meint Merz.
Diese modrige Alt-Herren-Denke zeigt er nicht nur in der Besetzung seines Kabinetts, sondern auch in dem verzweifelten Versuch, die CDU zu de-merkelisieren – sie deutlich konservativer und damit noch männerdominierter zu machen, als die Partei es auch unter Angela Merkel stets war. Problem nur: Frauen orientieren sich bei Wahlen zunehmend nach links, vor allem die jüngeren. Überall in Europa.
Weiß Merz nicht, dass eine „moderne Geschlechterlücke“ gibt? Bis in die 80er Jahre wählten Frauen insgesamt konservativer als Männer. Doch spätestens seit 2017 haben sie sich verstärkt dem linken Spektrum zugewandt. Soziologen sehen darin eine veränderte Werteorientierung: Ging es Frauen früher stark um Religion und Tradition, geht es ihnen heute um sozialstaatliche und Nachhaltigkeitsfragen. Doch bei sozialer Gerechtigkeit, Klima, Bildung – was hat eine rechtskonservative CDU da zu bieten?
Und dann die Selbstbestimmung. Im Zuge ihrer migrationsfeindlichen Politik verweist die CDU gern auf den Mehrheitswillen der Bevölkerung. Doch beim Paragraf 218 ist ihr die Mehrheit völlig egal: Sollen doch drei Viertel der Leute für Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs votieren – geht doch nur um Frauen. Da polemisiert man lieber gegen eine neue Richterin fürs Bundesverfassungsgericht, die für eine Legalisierung von Abtreibung eintritt.
Das kommt bei Frauen gar nicht gut an. In der Vergangenheit war Merz dagegen, Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe zu stellen, war gegen ein allgemeines Gleichbehandlungsgesetz und hielt am 218er fest. Doch wer seine Fehler in der Gegenwart wiederholt, dem fallen sie dann zu Recht doppelt schwer auf die Füße.
Frankfurter Rundschau 24.7.2025

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