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Frieden in Gaza?

Von Harvey11 Samstag 18.10.2025, 14:22

Israelis und Palästinenser brauchen ihren eigenen, keinen fremden Frieden

Gewiss ist ein durch die USA erzwungener, geradezu dekretierter Frieden in Gaza jedem Tag Krieg vorzuziehen. Nur so werden Menschenleben gerettet – die israelischer Geiseln wie palästinensischer Gefangenen, israelischer Soldaten und palästinensischer Zivilisten. Aber dieser fremde ist kein eigener Frieden, wie ihn nur Israelis und Palästinenser miteinander finden können, wenn sie der Wille nach Versöhnung zueinanderfinden lässt.
Je mehr sich Donald Trump in dieser Woche als Friedensapostel feierte, desto ungestümer brach sich die Gewissheit Bahn, ohne die USA, ihre Waffen und ihr Geld, den Rückhalt für Netanjahu und die Gleichgültigkeit gegenüber den Palästinensern wären diese 738 Tage des Grauens ausgeblieben. Trump hätte, was er jetzt bekam, schon in der ersten Woche seiner Amtszeit haben können. Darin besteht ein Makel dieses „historischen Moments“, wie er bis zum Überdruss beschworen wurde. Trump schloss damit zu amerikanischen Präsidenten auf, die dem Frieden im Nahen Osten dienen wollten, ohne es wirklich zu können.
Jimmy Carter war 1978 Schirmherr des Camp-David-Abkommens zwischen dem Israeli Menachem Begin und dem Ägypter Anwar as-Sadat. Bill Clinton begleitete 1993 in Washington den Israeli Yitzhak Rabin und den Palästinenser Yassir Arafat, als sie sich die Hand zum Frieden gaben. Trump wäre über diese Vorgänger hinausgewachsen, wenn er Israels Führung bei seiner Knesset-Rede Sätze wie diese nicht erspart hätte: „Gewährt den Palästinensern endlich ihr Existenzrecht, so wie ihr das eure beansprucht. Verhelft ihnen zu ihrem Staat. Im Namen der Vereinigten Staaten erkenne ich einen Staat Palästina an.“
Leider ist Trump bei seiner Friedenssuche nicht zu den Wurzeln dieses Konflikts vorgestoßen. Seinem Mantra vom „Frieden bis in alle Ewigkeit“ fehlt der Sinn für eine immer wieder kriegsstiftende Realität. Er schreibt stattdessen die Fremdbestimmung aller Palästinenser fort. Dabei sollte den Menschen in Gaza – wem sonst? – doch zugestanden sein, über ihr politisches Geschick, ihre Institutionen und Führer selbst zu entscheiden. An ihnen wäre es auch, darüber zu befinden, was mit der Hamas geschieht, ob sie aufgelöst wird und entwaffnet gehört, als Partei fortlebt oder nicht, welche Mission sie übernehmen sollte. Der Hamas dürfte es künftig nicht an Zulauf fehlen. Israels Gnadenlosigkeit hinterlässt Hass und Wut. Mit dem in ein Trümmerfeld verwandelten Gazastreifen sollte die palästinensische Staatsidee sinnbildlich bis „in alle Ewigkeit“ zerstört sein. Das Gegenteil ist eingetreten, denkt man an die jüngste UN-Vollversammlung und die verkündeten Anerkennungsadressen für Palästina. Selbst das kommt der Hamas zugute. Wer sie als terroristisch verurteilt, dem werden viele Staaten, besonders im Globalen Süden, entgegenhalten, dass dann auch der Staatsterror Israels keinerlei Schonung mehr verdient.
Wollen sie Friedensstifter sein, wären die USA gut beraten, die Hamas weder eliminieren noch suspendieren zu wollen, sondern in die Verantwortung für Nachkriegszeit und Wiederaufbau zu nehmen. Voraussetzung dafür wäre die vorbehaltlose Anerkennung des Existenzrechtes für Israel, nicht aber einer Existenzweise, die durch Landnahme, Vernichtung und Genozid den Palästinensern das Existenzrecht nimmt. Nurn darf man sich keinen Illusionen hingeben. Netanjahu wird den Gaza-Krieg sofort fortsetzen, sobald Washington zustimmt. Donald Trump hat sich mit der „Hamas-Frage“ den Spielraum gelassen, dies tun zu können.
Der Freitag, 16.10.2025

Von heute auf morgen geht da nichts. Die größte Gefahr sehe ich in den Israelis, die von ihrem besetzten Land wieder abziehen sollen. Dann wird Netanjahu auf die USA pfeifen.
Auch so ein Krieg, in dem viele Interessen aufeinander prallen. Und irgendwo sitzen welche die das steuern. Auch die haben Interessen.
Das Volk, um das es ja angeblich geht, spielt dabei nur eine Rolle – als Opfer.

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