Von Feierabend-Mitglied
Mittwoch 06.11.2024, 11:58 – geändert Mittwoch 06.11.2024, 12:18
Damals wurden Teile der Tschechoslowakei an die Nazis abgetreten, wobei die direkt betroffene Regierung in Prag nicht gefragt wurde. Ein Weltkrieg wurde damit nicht verhindert, Hitlers imperialistische Bestrebungen nicht gestoppt.
Ein solches Szenario sollte sich bezüglich Ukraine - Putin nicht wiederholen.
Durch den Wahlsieg Trumps werden diverse Befürchtungen nun aktueller.
Unten mehr dazu. (Bitte Fairness beweisen und Kommentare nicht zwischen beide Teile setzen sondern erst nach der Fortsetzung)
"In einem offenen Brief fordern 100 hochrangige ehemalige Diplomaten, Militärkommandeure, Geheimdienstchefs, Verteidigungsexperten und Politiker die westlichen Regierungen auf, der Ukraine beizustehen – und dies unabhängig vom Ausgang der US-Wahlen.
Das Schreiben wurde am Sonntag publiziert. Die Verantwortlichen schreiben zu ihren Beweggründen:
«Wir starten diesen Appell heute, weil es für die europäischen Hauptstädte unerlässlich ist, sich mit einem echten Notfallplan zu wappnen.»
Wo ist das Problem?
Das Münchner Abkommen von 1938 war ein fauler Deal auf dem Rücken Dritter, den Adolf Hitler mit den Regierungschefs Neville Chamberlain (Grossbritannien), Édouard Daladier (Frankreich) und Benito Mussolini (Italien) unterzeichnete. Damit wurden Teile der Tschechoslowakei an die Nazis abgetreten, wobei die direkt betroffene Regierung in Prag nicht gefragt wurde.
Ein grosser Krieg wurde damit nicht verhindert.
Etwas Ähnliches droht auch heute.
Das eigentliche Worst-Case-Szenario lautet, dass Donald Trump erneut US-Präsident wird. Dann hätte der oberste russische Kriegsverbrecher Wladimir Putin den mächtigsten Mann der Welt auf seiner Seite. Und es könnte sehr schnell zu einem faulen Deal kommen.
Die Fachleute warnen im offenen Brief:
«Erstens könnte eine künftige Trump-Regierung versuchen, ein Abkommen mit Russland zu erzwingen, das den Interessen der Ukraine wie auch der europäischen Sicherheit insgesamt schadet.
Dies würde die Ukraine von der NATO und der EU abkoppeln. Unter den Vorzeichen eines irreführenden Neutralitätskonstrukts würde Europa mit einer destabilisierenden geopolitischen Grauzone im Herzen des Kontinents zurückgelassen.»
Sollte hingegen Kamala Harris als erste Frau zum politischen Oberhaupt der Vereinigten Staaten von Amerika werden, wäre damit Europas grösstes Sicherheitsproblem nicht plötzlich gelöst. Im Gegenteil.
Harris könnte das Zögern und Zaudern ihres Amtsvorgängers Joe Biden, was die militärische Unterstützung der Ukraine betrifft, übernehmen. Wie auch die Angst vor «fiktiven roten Linien» Putins, die im ganzen Westen zur Selbstabschreckung geführt haben.
Die Einschätzung der Fachleute:
«Damit würden der Ukraine weiterhin die Fähigkeiten vorenthalten, mit denen sie den Krieg gewinnen könnte. In diesem Szenario könnte der Fatalismus wichtiger europäischer Regierungen – die nicht an einen Sieg der Ukraine glauben und im besten Fall dazu neigen, als Reaktion auf eine ukrainische Niederlage nur die Stärkung der NATO-Verteidigung zu fordern – innerhalb der Allianz dominant werden und deren Glaubwürdigkeit beschädigen.»
Und hier kommt Deutschland ins Spiel ...
Warum müssen wir über Olaf Scholz reden?
Zunächst ist daran zu erinnern, dass Deutschland zu den grössten Volkswirtschaften der Welt gehört und in Europa eine politische Führungsrolle beansprucht.
Dies kontrastiert allerdings mit der Ukraine-Politik des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz und seiner Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD).
Scholz hat dem zunehmenden Druck der antiukrainischen Stimmung in der eigenen Partei und Teilen der Wählerschaft nachgegeben und behauptet, es brauche grössere Friedensbemühungen.
Gleichzeitig gilt Scholz als Bremser im westlichen Bündnis, was eine entschiedenere westliche Militärhilfen für die Ukraine betrifft – «und dies angesichts massiv verschärfter russischer Terrorbombardements gegen die ukrainische Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur des überfallenen Landes».
Bezeichnenderweise hat die SPD mit Matthias Miersch einen neuen Generalsekretär, der den Putin-Lobbyisten Gerhard Schröder gut findet.
Unter Scholz bremst Deutschland auch bei der Anbindung der Ukraine an die NATO. Durch das politische Berlin geistert laut Beobachtern «die abstruse Idee, man könne als Zeichen der Kompromissbereitschaft gegenüber Moskau ja nur die nicht besetzten Teile der Ukraine ins westliche Bündnis aufnehmen».
Ein Grossteil der NATO-Staaten hat sich laut Präsident Wolodymyr Selenskyj auf eine Einladung der Ukraine zur NATO geeinigt, die für das gesamte ukrainische Staatsgebiet gelte. Nicht Deutschland.
Mit Blick auf die nationalen Wahlen 2025 und die bisherigen Wahlerfolge der von Putin geförderten Populismus-Parteien AfD und BSW will Scholz die SPD offenbar als Friedenspartei positionieren. Kritiker bezeichnen dies als seine «fatale Friedenskanzler-Fantasie».
Damals wurden Teile der Tschechoslowakei an die Nazis abgetreten, wobei die direkt betroffene Regierung in Prag nicht gefragt wurde. Ein Weltkrieg wurde damit nicht verhindert, Hitlers imperialistische Bestrebungen nicht gestoppt.
Ein solches Szenario sollte sich bezüglich Ukraine - Putin nicht wiederholen.
Durch den Wahlsieg Trumps werden diverse Befürchtungen nun aktueller.
Unten mehr dazu. (Bitte Fairness beweisen und Kommentare nicht zwischen beide Teile setzen sondern erst nach der Fortsetzung)
"In einem offenen Brief fordern 100 hochrangige ehemalige Diplomaten, Militärkommandeure, Geheimdienstchefs, Verteidigungsexperten und Politiker die westlichen Regierungen auf, der Ukraine beizustehen – und dies unabhängig vom Ausgang der US-Wahlen.
Das Schreiben wurde am Sonntag publiziert. Die Verantwortlichen schreiben zu ihren Beweggründen:
«Wir starten diesen Appell heute, weil es für die europäischen Hauptstädte unerlässlich ist, sich mit einem echten Notfallplan zu wappnen.»
Wo ist das Problem?
Das Münchner Abkommen von 1938 war ein fauler Deal auf dem Rücken Dritter, den Adolf Hitler mit den Regierungschefs Neville Chamberlain (Grossbritannien), Édouard Daladier (Frankreich) und Benito Mussolini (Italien) unterzeichnete. Damit wurden Teile der Tschechoslowakei an die Nazis abgetreten, wobei die direkt betroffene Regierung in Prag nicht gefragt wurde.
Ein grosser Krieg wurde damit nicht verhindert.
Etwas Ähnliches droht auch heute.
Das eigentliche Worst-Case-Szenario lautet, dass Donald Trump erneut US-Präsident wird. Dann hätte der oberste russische Kriegsverbrecher Wladimir Putin den mächtigsten Mann der Welt auf seiner Seite. Und es könnte sehr schnell zu einem faulen Deal kommen.
Die Fachleute warnen im offenen Brief:
«Erstens könnte eine künftige Trump-Regierung versuchen, ein Abkommen mit Russland zu erzwingen, das den Interessen der Ukraine wie auch der europäischen Sicherheit insgesamt schadet.
Dies würde die Ukraine von der NATO und der EU abkoppeln. Unter den Vorzeichen eines irreführenden Neutralitätskonstrukts würde Europa mit einer destabilisierenden geopolitischen Grauzone im Herzen des Kontinents zurückgelassen.»
Sollte hingegen Kamala Harris als erste Frau zum politischen Oberhaupt der Vereinigten Staaten von Amerika werden, wäre damit Europas grösstes Sicherheitsproblem nicht plötzlich gelöst. Im Gegenteil.
Harris könnte das Zögern und Zaudern ihres Amtsvorgängers Joe Biden, was die militärische Unterstützung der Ukraine betrifft, übernehmen. Wie auch die Angst vor «fiktiven roten Linien» Putins, die im ganzen Westen zur Selbstabschreckung geführt haben.
Die Einschätzung der Fachleute:
«Damit würden der Ukraine weiterhin die Fähigkeiten vorenthalten, mit denen sie den Krieg gewinnen könnte. In diesem Szenario könnte der Fatalismus wichtiger europäischer Regierungen – die nicht an einen Sieg der Ukraine glauben und im besten Fall dazu neigen, als Reaktion auf eine ukrainische Niederlage nur die Stärkung der NATO-Verteidigung zu fordern – innerhalb der Allianz dominant werden und deren Glaubwürdigkeit beschädigen.»
Und hier kommt Deutschland ins Spiel ...
Warum müssen wir über Olaf Scholz reden?
Zunächst ist daran zu erinnern, dass Deutschland zu den grössten Volkswirtschaften der Welt gehört und in Europa eine politische Führungsrolle beansprucht.
Dies kontrastiert allerdings mit der Ukraine-Politik des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz und seiner Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD).
Scholz hat dem zunehmenden Druck der antiukrainischen Stimmung in der eigenen Partei und Teilen der Wählerschaft nachgegeben und behauptet, es brauche grössere Friedensbemühungen.
Gleichzeitig gilt Scholz als Bremser im westlichen Bündnis, was eine entschiedenere westliche Militärhilfen für die Ukraine betrifft – «und dies angesichts massiv verschärfter russischer Terrorbombardements gegen die ukrainische Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur des überfallenen Landes».
Bezeichnenderweise hat die SPD mit Matthias Miersch einen neuen Generalsekretär, der den Putin-Lobbyisten Gerhard Schröder gut findet.
Unter Scholz bremst Deutschland auch bei der Anbindung der Ukraine an die NATO. Durch das politische Berlin geistert laut Beobachtern «die abstruse Idee, man könne als Zeichen der Kompromissbereitschaft gegenüber Moskau ja nur die nicht besetzten Teile der Ukraine ins westliche Bündnis aufnehmen».
Ein Grossteil der NATO-Staaten hat sich laut Präsident Wolodymyr Selenskyj auf eine Einladung der Ukraine zur NATO geeinigt, die für das gesamte ukrainische Staatsgebiet gelte. Nicht Deutschland.
Mit Blick auf die nationalen Wahlen 2025 und die bisherigen Wahlerfolge der von Putin geförderten Populismus-Parteien AfD und BSW will Scholz die SPD offenbar als Friedenspartei positionieren. Kritiker bezeichnen dies als seine «fatale Friedenskanzler-Fantasie».