Erlebnisbericht,wie die Wirklichkeit in unserem Land ausieht
Ich bin Thüringer
>>>anger Dan hat mit seinem Lied "Keine Angst" eine längst notwendige Diskussion angestoßen. Eine Diskussion über die Zustände im Land, die offensichtlich bis dato nur wenige wahrhaben wollten. Eine Diskussion über rechten Terror, den die meisten nur in Form der rechtsterroristischen Anschläge (München, Halle...) wahrnehmen, aber nichts von der Bedrohung spüren, die Antifaschisten in einigen Regionen des Landes permanent ausgesetzt sind.
Und zu oft werden die Anschläge als Taten von Einzelnen abgetan.
Ich bin in Thüringen geboren und habe bewusst auch die 90er hier erlebt. Bis zur 9. Klasse bin ich mit Tino Brandt (Mitbegründer des Thüringer Heimatschutzes und späterer V-Mann des VS) zur Schule gegangen. Ich habe vom Hörensagen Kneipenschlägereien mitbekommen. Wir haben die sogenannten Baseballschläger-Jahre in Brandenburg mitbekommen. Das war damals irgendwie weit weg, hat mich nicht direkt betroffen und so richtig hat man sich damit nicht auseinandersetzen wollen. Dann kam die Mordserie des NSU und mit ihr der Tod der Polizistin Michelle Kiesewetter aus Oberweißbach. In der Berichterstattung dazu kamen rechtsextremen Netzwerke zu Tage, die in meinem Heimatlandkreis im verborgenen existieren und die auch nicht mit offizieller Auflösung des Thüringer Heimatschutzes plötzlich verschwunden waren.
Heute sind deren ehemalige Mitglieder in den 50ern, sind "solide"Familienväter, laufen auf Montagsdemos mit, arbeiten im Verborgenen, lassen sich nichts zu Schulden kommen und warten darauf, dass Ihre Zeit wiederkommt.
Ich bin dankbar für die zahlreichen Rechercheportale der Antifa, die aufdecken, was diese Leute heute tun, wer sie sind.
Wenn Sie nicht gerade wegen Drogenkriminalität oder Gewaltdelikten verhaftet und verurteilt werden (wie letztens die Turonen in Thüringen), weiß die Mehrheit in unserem Land nichts über sie, weiß nicht, dass sie existieren.
Und seien wir ehrlich: sie waren nie weg. Nicht im Westen und nicht im Osten. Seit jeher gibt es rechte Studentenverbindungen, deren Netzwerke bis in höchste Kreise des Staates reichen.
Die Strukturen aus der Nazizeit, die nur halbherzig umgesetzte Entnazifizierung, wirkt bis heute, über die Kinder und Enkelkinder der damaligen Täter. Die AfD ist der parlamentarische Arm, die Extremisten arbeiten im Hintergrund und zu oft werden Todesopfer rechter Gewalt von Staat als solche nicht anerkannt, wird das Motiv der Täter verschleiert. Mutmaßlich 200 Menschen sind seit 1990 Opfer rechter Gewalt geworden. Finden sie in der öffentlichen Debatte statt? Erfolgt eine Aufarbeitung?
Wir sollten das Problem nicht länger tot schweigen, so tun, als hätte der Staat das ganze im Griff und würde uns schützen. Das müssen wir selbst tun, und nur darum geht's.
gelesen u.a. bei der Gruppe Volksschwärmer bei FB
Erlebnisbericht,wie die Wirklichkeit in unserem Land ausieht
Ich bin Thüringer
>>>
Und zu oft werden die Anschläge als Taten von Einzelnen abgetan.
Ich bin in Thüringen geboren und habe bewusst auch die 90er hier erlebt. Bis zur 9. Klasse bin ich mit Tino Brandt (Mitbegründer des Thüringer Heimatschutzes und späterer V-Mann des VS) zur Schule gegangen. Ich habe vom Hörensagen Kneipenschlägereien mitbekommen. Wir haben die sogenannten Baseballschläger-Jahre in Brandenburg mitbekommen. Das war damals irgendwie weit weg, hat mich nicht direkt betroffen und so richtig hat man sich damit nicht auseinandersetzen wollen. Dann kam die Mordserie des NSU und mit ihr der Tod der Polizistin Michelle Kiesewetter aus Oberweißbach. In der Berichterstattung dazu kamen rechtsextremen Netzwerke zu Tage, die in meinem Heimatlandkreis im verborgenen existieren und die auch nicht mit offizieller Auflösung des Thüringer Heimatschutzes plötzlich verschwunden waren.
Heute sind deren ehemalige Mitglieder in den 50ern, sind "solide"Familienväter, laufen auf Montagsdemos mit, arbeiten im Verborgenen, lassen sich nichts zu Schulden kommen und warten darauf, dass Ihre Zeit wiederkommt.
Ich bin dankbar für die zahlreichen Rechercheportale der Antifa, die aufdecken, was diese Leute heute tun, wer sie sind.
Wenn Sie nicht gerade wegen Drogenkriminalität oder Gewaltdelikten verhaftet und verurteilt werden (wie letztens die Turonen in Thüringen), weiß die Mehrheit in unserem Land nichts über sie, weiß nicht, dass sie existieren.
Und seien wir ehrlich: sie waren nie weg. Nicht im Westen und nicht im Osten. Seit jeher gibt es rechte Studentenverbindungen, deren Netzwerke bis in höchste Kreise des Staates reichen.
Die Strukturen aus der Nazizeit, die nur halbherzig umgesetzte Entnazifizierung, wirkt bis heute, über die Kinder und Enkelkinder der damaligen Täter. Die AfD ist der parlamentarische Arm, die Extremisten arbeiten im Hintergrund und zu oft werden Todesopfer rechter Gewalt von Staat als solche nicht anerkannt, wird das Motiv der Täter verschleiert. Mutmaßlich 200 Menschen sind seit 1990 Opfer rechter Gewalt geworden. Finden sie in der öffentlichen Debatte statt? Erfolgt eine Aufarbeitung?
Wir sollten das Problem nicht länger tot schweigen, so tun, als hätte der Staat das ganze im Griff und würde uns schützen. Das müssen wir selbst tun, und nur darum geht's.
Aktualisiere deinen Browser
www.facebook.com