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Erdogan Zielscheibe im Russ. Staats-TV

Von Feierabend-Mitglied 23.07.2023, 12:07

„Will auf den Bildschirm spucken“: Russlands Staats-TV schießt gegen Erdogan und beleidigt ihn als „Drecksack“

"Im russischen Staats-TV macht sich Wut über Erdogan breit. Ein Kommentator beschimpfte ihn voller Abscheu. An anderer Stelle ist die Rede von Krieg.

Moskau – Das Verhältnis des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zum Ukraine-Krieg ist zwiespältig: Er rühmt sich gerne als Vermittler zwischen Russland und der Ukraine, erwirkte zum Beispiel das Getreideabkommen – das Russland nun allerdings platzen ließ. Einerseits scheint Erdogan enge Beziehungen zu Wladimir Putin zu pflegen, einerseits lieferte er der Ukraine als eines der ersten Länder Kampfdrohnen und ließ kürzlich ukrainische Kriegsgefangene frei, was den Kreml schäumen ließ.

Zuletzt näherte sich der türkische Präsident wieder mehr dem Westen an: Er stimmte nach zähen Verhandlungen dem Nato-Beitritt Schwedens zu. Und bei einem Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Istanbul erklärte er Anfang Juli: „Zweifellos verdient die Ukraine eine Mitgliedschaft in der NATO.“

Erdogan zieht Zorn von Putins Propagandisten auf sich - „Drecksack“
Damit hat er offenbar die rote Linie einiger Propagandisten in Russlands Staats-TV überschritten. Schließlich war es gerade die angeblich geplante Nato-Erweiterung, die Putin als einen der Gründe für das Anzetteln des Kriegs in der Ukraine anführte.

In einer russischen Talkshow wurde jetzt der Journalist, Blogger und Kreml-Propagandist Alexei Chadaew besonders ausfallend: Im Gespräch mit dem Fernsehmoderator Sergej Mardan bezeichnet er Erdogan mehrfach als „Drecksack“. Einen entsprechenden Ausschnitt aus der Sendung veröffentlichte das Portal „The Kremlin Yap“, das regelmäßig Ausschnitte aus russischen Propagandasendungen auf Twitter veröffentlicht.
Erdogan erhalte „goldene Aktie“ für Zustimmung zu Nato-Erweiterung
Moderator Sergej Mardan brachte in der betreffenden Sendung die Sprache auf Erdogan und die Nato-Erweiterung: „Das, was in den letzten zwei Wochen passiert ist, ist ein Erfolg auf ganzer Linie für Erdogan, nicht wahr?“ Erdogan habe „eine goldene Aktie im Gegenzug zu seiner Zustimmung zu Schweden“ erhalten und würde Russland seit Tagen ein Schnippchen schlagen. „Und Russland hat darauf nicht reagiert, was hältst du davon?“

Erdogan sei es vollkommen egal, was man über ihn denke, lautet die Antwort des Bloggers Alexei Chadaew: „Ein Drecksack, ein Bengel, ein Idiot, ein Dummkopf, ein Gauner, was auch immer.“ Der türkische Präsident sei im Grunde ein orientalischer Händler, der nur an seinen Vorteil denke. „Er zockt, und sei es nur, um andere neidisch zu machen.“ Wenn er Erdogan ansehe, wolle er einerseits „auf den Bildschirm spucken, weil er so ein Drecksack ist“ und andererseits bewundere er ihn sogar dafür.

Hetze gegen Erdogan: Russland-Propagandistin spricht vom Krieg mit der Türkei
Eine andere Propagandistin im russischen Staatsfernsehen ging noch weiter und sprach vom Krieg mit der Türkei – ähnlich wie kürzlich auch der bekannte Propagandist Wladimir Solowjow, der gegen die Türkei als „historischen Feind“ Russlands hetzte. „Sind wir bereit, in den Krieg mit der Türkei zu ziehen?“, fragte die Moderatorin Olga Skabejewa ihre Diskussionsteilnehmer provokant. Erdogan beanspruche schließlich das Schwarze Meer für sich, führte sie ins Feld.

Ihr Gesprächspartner, der Journalist und Politiker Pjotr Tolstoi, wollte von einem Krieg mit der Türkei nichts wissen. Daraufhin schlug Skabejewa vor, gegen Bulgarien und Rumänien zu kämpfen. „Rumänien und Bulgarien sind Nato-Stützpunkte“, entgegnete Tolstoi. „Es gibt dort kein Problem. Es sind nicht die Mächte, mit denen es Sinn ergibt, Spielchen zu spielen.“

„Einfach schießen“: Propagandistin schlägt Krieg gegen weitere Länder vor
Doch Skabejewa ließ sich davon nicht beirren. „Einfach schießen“, schlug sie vor. „Wir werden schießen, aber wir müssen erst mit der Ukraine fertig werden“, so die Antwort ihres Diskussionspartners.

Im Ukraine-Krieg kommt die Gegenoffensive weiterhin nicht richtig voran. Ein Militäranalyst besucht die Front und erklärt danach: Die Offensive sei schlecht geplant gewesen. Russland schickt jetzt offenbar auch seinen angeblichen Wunder-Panzer an die Front - doch die Hoffnungen in ihn könnten schnell verpuffen. (smu)"


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Der Drahtseilakt zwischen Ost und West scheint Erdogan nicht so ganz zu gelingen, er sitzt wohl bereits etwas zwischen den Stühlen. Es retten wohl nur wirtschaftliche Interessen der anderen und die stragische Lage.

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