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Eine Versammlung wirrer Pubertierender

Von Harvey11 Mittwoch 26.03.2025, 13:53

Der Leak in Trumps Entourage zeigt, wie gefährlich die ist.
Von Thomas Spang Frankfurter Rundschau 26.3.2025

Der Chat-Leak der Trump-Regierung könnte als eine Real-Satire vom Feinsten durchgehen. Da kommuniziert das gesamte für die Nationale Sicherheit zuständige Team des Präsidenten über einen ungesicherten Kanal Kriegspläne in Echtzeit und niemand fragt sich, wer der Teilnehmer mit dem Kürzel ‚JG‘ ist. Dieser entpuppt sich nun als Jeffrey Goldberg, Chefredakteur des renommierten Magazins „The Atlantic“.
Vermutlich aus Versehen fügte der Nationale Sicherheitsberater Michael Waltz den Journalisten dem Zirkel der „America First“-Strategen hinzu. Er verschaffte ihm so Einblick in das Teenager-Verhalten jener Leute, die eigentlich für die globale Sicherheit der Vereinigten Staaten zuständig sein sollen. Ein Trupp, der mehr von Testosteron als von Verstand getrieben wird. Allen voran der Moderator des Chats, Verteidigungsminister Pete Hegseth. Der ehemalige Fox-Moderato im Wochenendprogramm wird in den sozialen Medien wegen seiner mangelnden Eignung als „DEI-Einstellung“ des Pentagon verspottet. Eine Anspielung auf die Besessenheit der Trumpisten mit dem Feldzug gegen Inklusions-Programme (Diversity, Equity and Inclusion), die angeblich nicht die Besten, sondern bloß die Minderheiten anheuern.
Leider bestätigt Hegseth alle Befürchtungen bei seiner Nominierung durch Donald Trump. Wie sonst hätte er so achtlos das Leben amerikanischer Soldaten und Soldatinnen mit dem Herausposaunen detaillierter Militärpläne in einem ungesicherten Gruppenchat riskieren können?
Aber auch CIA-Direktor John Ratcliffe und die Nationale Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard müssten kraft ihres Amtes wissen, dass nicht die App „Signal“ das Problem ist, sondern die ungesicherten Geräte, auf denen sie installiert war. Amateure allesamt.
Fast lachhaft wirkt auch die Scheinheiligkeit, mit der Donald Trump 2016 noch „Sperrt Sie ein“-Sprechchöre gegen Hillary Clinton wegen ihres Gebrauchs eines privaten E-Mail-Servers angefeuert hatte. Jetzt tut der Präsident so, als ob nichts geschehen sei.
Weit von Satire entfernt ist dagegen der Einblick, den die Runde in die Europa-Feindlichkeit der neuen US-Regierung vermittelt. Einmal mehr profilierte sich Vizepräsident JD Vance als Scharfmacher gegen die Verbündeten. Er riet von einem Schlag gegen die Huthis ab, weil deren Beschuss der Handelsrouten durch den Suezkanal vor allem der EU helfen würde. Erhellend ist auch der Rest. Man werde Europa für den Militärschlag zur Kasse bitten, versicherte Waltz. Kurios, aber bedenklich, weil das für den Nato-Gipfel im Sommer Schlimmes befürchten lässt.
Schließlich gerät Steve Witkoff in den Blick, der wie Elon Musk von niemandem gewählt im innersten Zirkel der Regierung mitmischt. Der Golffreund Trumps entpuppte sich in einem Interview nach Rückkehr aus Moskau als großer Putin-Versteher.
So peinlich der Chat-Leak auch ist, aus europäischer Sicht ist die Lage zu ernst, um sich über die Wirrköpfe auf dem Trump-Zirkuswagen bloß zu amüsieren. Ein Grund mehr, schleunigst die eigene Sicherheit in die Hand zu nehmen.
………………………
Trump-Zirkuswagen trifft es gut. Man könnte lachen, wenn diese Komiker nicht überall Feuer legen würden.
Man hält sich besser weit von den fern und behandelt diese „Denkfabriken“ in der Art von der Atlantik-Brücke wie die Koranschulen in manchen deutschen Städten unter strenge Beobachtung.
»Einmal mehr profilierte sich Vizepräsident JD Vance als Scharfmacher gegen die Verbündeten. Er riet von einem Schlag gegen die Huthis ab, weil deren Beschuss der Handelsrouten durch den Suezkanal vor allem der EU helfen würde.« Spätestens jetzt sollten alle Warnungen vor der Gefahr aus den USA nicht mehr überhört werden.

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