„Gießen hat nicht gebrannt, sondern geleuchtet.“ So pathetisch wie Gießens Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher muss man es nicht ausdrücken. Aber all die Befürchtungen und schlimmen Szenarien, die es im Vorfeld der Massenproteste gegen die Gründung der AfD-Jugend in den Hessenhallen gegeben hat, haben sich nicht bewahrheitet.
Auch wenn manche Fernsehbilder oder Meldungen etwas anderes vermuten lassen könnten: Es gab durchaus Zusammenstöße zwischen Demonstrierenden und Polizei, aber von „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“, wie die in Teilen als rechtsextrem eingestufte AfD später in den Hessenhallen fabulierte, kann keine Rede sein. Stattdessen dominieren Eindrücke von Tausenden Demonstrierenden, die in aller Herrgottsfrühe gegen Rechtsextremismus und für Demokratie auf die Straße gegangen sind. Während in den Hessenhallen massenhafte Abschiebungen gefordert wurden, setzten die Protestierenden ein Zeichen für Menschenrechte und Nächstenliebe. Es war ein buntes, vielfältiges Fest, das ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Initiativen, Kirchen, Religionsgemeinschaften sowie zahlreichen Parteien und ihren Jugendverbänden auf die Beine gestellt hat. Nur die CDU hatte sich nicht daran beteiligt – was ein Fingerzeig dafür ist, vor welche Probleme die christdemokratische Partei durch die extrem rechte Konkurrenz gestellt wird.
Dass ausgerechnet Gießen für den Kongress der AfD herhalten musste, wirkt wie eine Provokation und fast schon skurril. Die Stadt ist jung, liberal und geprägt durch jahrzehntelange Erfahrungen in der Aufnahme Geflüchteter: von Heimatvertriebenen, über DDR-Geflüchtete bis zu Menschen aus der Sowjetunion, Jugoslawien, Afghanistan oder Syrien. In der Stadtpolitik spielt die AfD kaum bis gar keine Rolle, jahrelang stellte sie keine Anträge. Gießen hatte wohl Pech, dass der Betreiber der Hessenhallen mindestens ökonomische Interessen höher gewichtet hat als das Image der Stadt und die Folgen, die solch ein Ereignis für die Stadtgesellschaft haben kann. Umso folgerichtiger ist es, dass ein Vertreter des Gießener Einzelhandels klare Konsequenzen für das Privatunternehmen fordert.
Unterm Strich bleibt: Die AfD hat ihr Recht auf Versammlung wahrnehmen können. Der Rechtsstaat, den sie so sehr attackiert, hat ihr das mit einem Großaufgebot an Sicherheitskräften ermöglicht. Die Gegendemonstrierenden konnten ihrerseits ihren Protest ausdrücken. Alle Seiten sind zu ihrem Recht gekommen, so wie es in einer Demokratie sein sollte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Gießener Allgemeine, 1.12.2025
Zum Abschluss des Themas ein Artikel aus einer Zeitung aus Gießen, der man eine Nähe zur CDU nachsagen kann.
Da ist eine Stelle hervorzuheben: »Aber all die Befürchtungen und schlimmen Szenarien, die es im Vorfeld der Massenproteste gegen die Gründung der AfD-Jugend in den Hessenhallen gegeben hat, haben sich nicht bewahrheitet. Auch wenn manche Fernsehbilder oder Meldungen etwas anderes vermuten lassen könnten: Es gab durchaus Zusammenstöße zwischen Demonstrierenden und Polizei, aber von „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“, wie die in Teilen als rechtsextrem eingestufte AfD später in den Hessenhallen fabulierte, kann keine Rede sein.«
Etwas anderes habe ich auch nicht mitbekommen.
Aber wem es hilft, der kann mich ja weiter beschimpfen.
Auch das haben wir bemerkt: »Nur die CDU hatte sich nicht daran beteiligt – was ein Fingerzeig dafür ist, vor welche Probleme die christdemokratische Partei durch die extrem rechte Konkurrenz gestellt wird.«
Bei Demos solcher Art seht sieht man die recht selten.
Wie sagte eine ehemalige Ministerin der CDU aus dem Saarland mal so treffend: Da müsste ich ja gegen mich demonstrieren.
Und das soll es jetzt zu diesem Thema gewesen sein.
„Gießen hat nicht gebrannt, sondern geleuchtet.“ So pathetisch wie Gießens Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher muss man es nicht ausdrücken. Aber all die Befürchtungen und schlimmen Szenarien, die es im Vorfeld der Massenproteste gegen die Gründung der AfD-Jugend in den Hessenhallen gegeben hat, haben sich nicht bewahrheitet.
Auch wenn manche Fernsehbilder oder Meldungen etwas anderes vermuten lassen könnten: Es gab durchaus Zusammenstöße zwischen Demonstrierenden und Polizei, aber von „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“, wie die in Teilen als rechtsextrem eingestufte AfD später in den Hessenhallen fabulierte, kann keine Rede sein. Stattdessen dominieren Eindrücke von Tausenden Demonstrierenden, die in aller Herrgottsfrühe gegen Rechtsextremismus und für Demokratie auf die Straße gegangen sind. Während in den Hessenhallen massenhafte Abschiebungen gefordert wurden, setzten die Protestierenden ein Zeichen für Menschenrechte und Nächstenliebe. Es war ein buntes, vielfältiges Fest, das ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Initiativen, Kirchen, Religionsgemeinschaften sowie zahlreichen Parteien und ihren Jugendverbänden auf die Beine gestellt hat. Nur die CDU hatte sich nicht daran beteiligt – was ein Fingerzeig dafür ist, vor welche Probleme die christdemokratische Partei durch die extrem rechte Konkurrenz gestellt wird.
Dass ausgerechnet Gießen für den Kongress der AfD herhalten musste, wirkt wie eine Provokation und fast schon skurril. Die Stadt ist jung, liberal und geprägt durch jahrzehntelange Erfahrungen in der Aufnahme Geflüchteter: von Heimatvertriebenen, über DDR-Geflüchtete bis zu Menschen aus der Sowjetunion, Jugoslawien, Afghanistan oder Syrien. In der Stadtpolitik spielt die AfD kaum bis gar keine Rolle, jahrelang stellte sie keine Anträge. Gießen hatte wohl Pech, dass der Betreiber der Hessenhallen mindestens ökonomische Interessen höher gewichtet hat als das Image der Stadt und die Folgen, die solch ein Ereignis für die Stadtgesellschaft haben kann. Umso folgerichtiger ist es, dass ein Vertreter des Gießener Einzelhandels klare Konsequenzen für das Privatunternehmen fordert.
Unterm Strich bleibt: Die AfD hat ihr Recht auf Versammlung wahrnehmen können. Der Rechtsstaat, den sie so sehr attackiert, hat ihr das mit einem Großaufgebot an Sicherheitskräften ermöglicht. Die Gegendemonstrierenden konnten ihrerseits ihren Protest ausdrücken. Alle Seiten sind zu ihrem Recht gekommen, so wie es in einer Demokratie sein sollte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Gießener Allgemeine, 1.12.2025
Zum Abschluss des Themas ein Artikel aus einer Zeitung aus Gießen, der man eine Nähe zur CDU nachsagen kann.
Da ist eine Stelle hervorzuheben: »Aber all die Befürchtungen und schlimmen Szenarien, die es im Vorfeld der Massenproteste gegen die Gründung der AfD-Jugend in den Hessenhallen gegeben hat, haben sich nicht bewahrheitet. Auch wenn manche Fernsehbilder oder Meldungen etwas anderes vermuten lassen könnten: Es gab durchaus Zusammenstöße zwischen Demonstrierenden und Polizei, aber von „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“, wie die in Teilen als rechtsextrem eingestufte AfD später in den Hessenhallen fabulierte, kann keine Rede sein.«
Etwas anderes habe ich auch nicht mitbekommen.
Aber wem es hilft, der kann mich ja weiter beschimpfen.
Auch das haben wir bemerkt: »Nur die CDU hatte sich nicht daran beteiligt – was ein Fingerzeig dafür ist, vor welche Probleme die christdemokratische Partei durch die extrem rechte Konkurrenz gestellt wird.«
Bei Demos solcher Art seht sieht man die recht selten.
Wie sagte eine ehemalige Ministerin der CDU aus dem Saarland mal so treffend: Da müsste ich ja gegen mich demonstrieren.
Und das soll es jetzt zu diesem Thema gewesen sein.