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Eine Parole an der Klagemauer

Von Harvey11 Dienstag 12.08.2025, 09:15

Der Widerstand gegen Benjamin Netanjahus Gaza-Krieg wächst innerhalb wie außerhalb Israels

Der Zorn in Israel wegen des Gaza-Kriegs hat eine neue Dimension: In Jerusalem wurde die Klagemauer mit einem gegen den Krieg gerichteten Graffito beschmiert. Die hebräische Inschrift „In Gaza gibt es einen Holocaust“ war am Montag auf dem südlichen Teil der wichtigsten heiligen Stätte des Judentums zu sehen. Eine ähnliche Botschaft stand auch auf einer Außenmauer der Großen Synagoge in Jerusalem. Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest.

Der für die Klagemauer zuständige Rabbiner Schmuel Rabinowitsch sprach von einer „Schändung“. „Ein heiliger Ort ist kein Ort, um Protest auszudrücken“, ermahnte der Geistliche und forderte, den oder die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Israels ultrarechter Minister für die nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir, äußerte sich „schockiert“ und versprach, die Polizei werde „blitzschnell“ handeln. Ben Gvir ist derjenige, der durch seine provokanten Besuche des muslimischen Felsendom-Areals immer wieder für Aufruhr in der arabischen Bevölkerung sorgt. Der ebenfalls ultrarechte Finanzminister Bezalel Smotrich erklärte, der Täter habe „vergessen, was es bedeutet, Jude zu sein“.

Diese Deutungshoheit für das rechtmäßige Handeln Israels wollen Benjamin Netanjahus rechtsradikale Koalitionspartner unbedingt für sich behalten. Aber wie es das Interview im FR-Feuilleton mit Sarit Michaeli, Sprecherin der israelischen Friedensinitiative B’Tselem, zeigt: Auch Israelis sehen den Krieg längst jenseits der Legitimität der Verteidigung gegen den Terror der Hamas vom 7. Oktober.

Immer mehr Israelis fordern einen Waffenstillstand mit der Hamas – auch, um eine Freilassung der noch rund 50 im Gazastreifen verbliebenen Geiseln zu erreichen. Und immer mehr Soldaten verweigern den Einsatz – geschweige den von Netanjahu befohlenen erweiterten Einsatz, den selbst höchste Militärs ablehnen. Der gewaltsame Tod von sechs Journalisten im Gazastreifen in der Nacht zu Montag bestärkt die kriegsmüden Israelis in ihrem Drängen darauf, die Kämpfe endlich einzustellen.

Da ist der von Bundeskanzler Friedrich Merz verhängte Stopp von Rüstungsexporten dann auch nur ein Baustein der immer weitere Kreise ziehenden Kritik an Israel. So bekundet inzwischen auch Australien seinen Willen, im September vor den UN einen palästinensischen Staat anzuerkennen, um eine Zweistaatenlösung des Nahostkonflikts zu fördern. Neuseeland will einen solchen Schritt nun erstmals prüfen. Und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron machte sich am Montag stark für eine UN-Stabilisierungsmission im Gazastreifen: „Das ist der einzige glaubhafte Weg, um aus einer für die Geisel-Familien und die Bewohner des Gazastreifens inakzeptablen Situation zu kommen“.

Eine solche Lösung müsse Priorität haben, so Macron. „Nein zu einer israelischen Militäroperation. Ja zu einer internationalen Koalition unter Mandat der UN, um gegen den Terrorismus zu kämpfen, Gaza zu stabilisieren und die Bevölkerung zu unterstützen (...)“. Die Mission solle auch zur Entwaffnung und Entmilitarisierung der islamistischen Hamas beitragen und eine palästinensische Führung unterstützen. Der UN-Sicherheitsrat solle daran bevorzugt arbeiten, so Macron, den Krieg „jetzt mit einer permanenten Waffenruhe“ zu beenden“. Frankfurter Rundschau 12.08.2025

Schmierereien an der Klagemauer, das ist schon heftig. Immer mehr Israelis fordern einen Waffenstillstand mit der Hamas – auch, um eine Freilassung der noch rund 50 im Gazastreifen verbliebenen Geiseln zu erreichen. Und immer mehr Soldaten verweigern den Einsatz – geschweige den von Netanjahu befohlenen erweiterten Einsatz, den selbst höchste Militärs ablehnen. Der gewaltsame Tod von sechs Journalisten im Gazastreifen in der Nacht zu Montag bestärkt die kriegsmüden Israelis in ihrem Drängen darauf, die Kämpfe endlich einzustellen.

Da muss die Stimmung in Israel so langsam überkochen. So viele Antisemiten in Israel, wer hätte das gedacht.
„In Gaza gibt es einen Holocaust“ war da zu lesen.
Hat man sich schon in München darüber beklagt, dass da welche in Israel die Nase voll haben von Massenmord und Holocaust? Bei Merz haben sie ja ganz schnell ihre Klagegesänge angestimmt und losgeheult.
Auch hier weiß die EU nicht so genau, was sie nun tun soll. Sie disqualifiziert sich selber für höhere Aufgaben. Einen Stammtisch zu organisieren, dafür reicht es gerade noch.
Derweil will man in Israel natürlich mit aller Härte gegen die Täter vorgehen.
Denn nichts eint ein unzufriedenes Volk besser als ein gemeinsamer Feind.

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