Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

55 10

Eine nüchterne Sicht

Von Feierabend-Mitglied Samstag 25.06.2022, 13:20


"Burkhard Ewert
Die Stimmen, die einen Sieg der Ukraine oder Umschwung in Russland für möglich halten, hat man schon länger nicht mehr gehört. Die Russen erobern Stadt um Stadt. Nach Lage der Dinge kann man froh sein, wenn sie nicht noch weiter Richtung Odessa und Transnistrien ziehen.
Dass einige Panzer mehr oder ein paar Waffen früher dies verändert hätten, darf bezweifelt werden. Viele Wünsche sind und waren unrealistisch. Womöglich wird auch eine Erzählung geschaffen, die der eigenen Bevölkerung als Erklärung für das Nachgeben dienen kann: Wir würden ja kämpfen bis zum Ende – nur die nötigen Waffen, die haben wir nicht.
Tatsache ist, dass die Unterstützung unvergleichlich ist, nicht nur an Gerät, auch an Geld. Nicht Russland ist pleite, wie es mancher im Westen forsch als Folge von Sanktionen vorausgesagt hatte. In Wahrheit wäre die Ukraine zahlungsunfähig, würde sie nicht mit Milliardentransfers am Leben erhalten.
Dieses Geld muss erwirtschaftet werden. Und so wäre der Ukraine kaum geholfen, wenn sie eines Tages zwar der EU beitreten darf – diese aber ein ruinierter und dysfunktionaler Staatenbund wäre. Auch darauf muss in Brüssel und Berlin geachtet werden, wenn es um Sanktionen geht.
Ohnehin: Nicht nur Material und Finanzen entscheiden über Sieg und Niederlage. Es braucht auch Soldaten, die das Gerät bedienen können, die es bedienen wollen. Zehntausende junge Ukrainer sind bereits gefallen – wesentlich mehr als auf russischer Seite. Das Land hat sich für diese Folge des Widerstands gegen den russischen Angriff entschieden. Es wird auch darüber entscheiden müssen, wann es ihn beendet!"

Burkhard Ewert ist Redakteur meiner Tageszeitung ( noz 25.06.2022)

Diese seine Meinung teile ich vollumfänglich...

Kommentieren
Mitglieder > Veranstaltungen > Eine nüchterne Sicht