Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

16 6

Eine Meinung zum Manifest ,...

Von Feierabend-Mitglied 15.06.2025, 19:06 – geändert 15.06.2025, 19:45

... die ich gerne unterschreibe:

Manifest der Fühllosen ...

"Das „Manifest", in dem die Abgeordneten Mützenich und Stegner zusammen mit anderen Sozialdemokraten vor mehr Wehrausgaben und „neuem Rüstungswettlauf" warnen, beginnt mit der Feststellung, der Friede in Europa sei „bedroht".
Steht hier wirklich „bedroht?"
Führt denn nicht längst schon jemand Krieg?
Und führt er ihn nicht „in Europa"?
Tatsächlich? „In Deutschland"?
Gibt es nicht noch einen anderen „europäischen Staat" der genau so eine Strategie nicht nur sucht, sondern längst gefunden hat?
Und wenn ja, warum wird Russland nicht genannt oder allenfalls verschämt? Warum heißt es da in bürokratischem Substantivstil,
das „Töten und Sterben" in der Ukraine müsse aufhören - so als hätte dort etwas Unpersönliches stattgefunden, eine Flut oder ein Meteoriteneinschlag?

Gibt es in diesem „Töten" nicht jemanden, der tötet?
Hat er keinen Namen?
In diesem Text jedenfalls nicht.
In der Geschichte des Wissens hat es schon öfters weiße Flecken auf Landkarten gegeben.
Auf dem Behaim-Globus von 1492 fehlt Amerika, denn es war Behaims Tragik, dass er von der Fahrt des Kolumbus im selben Jahr nichts wusste.
Kann es sein, dass die Autoren dieses Manifests von Russland so wenig wissen wie Behaim von Amerika?
Man muss es glauben, denn auch sonst ist ihr Text voll von Fehlern.
Sie berufen sich in ihrem Flehen um Abrüstung auf Kennedy und Brandt und vergessen, dass unter Kennedy Amerikas Verteidigungsetat nie unter neun Prozent der Wirtschaftsleistung sank und dass unter Brandt die Bundeswehr von 455.000 auf 490.000 Mann wuchs.
Sie blenden aus, dass die Entspannungspolitik, die diese Männer betrieben, auf militärischer Stärke beruhte.

Auch andere Dinge haben die Autoren vergessen.
Sie zählen zwar auf, was „der Westen" vor Russlands Überfall auf die Ukraine wirklich oder angeblich falsch gemacht hat.
Sie erwähnen den amerikanischen Einmarsch im Irak und die Intervention der NATO in Serbien.
Aber gab es da nicht noch ein paar andere Dinge?
Gab es keinen russischen Terror in Tschetschenien?
Keine Einmärsche in Moldau und Georgien?
Keine Fassbomben auf Syrien?
Kein Regime, das den Krieg zu seiner Geschäftsgrundlage
gemacht hat? - Nicht auf diesem Globus.

In der schönen Welt, in der das alles nicht vorkommt und in der auch die be- harrliche Weigerung Putins nicht vorkommt, einem Waffenstillstand zuzu- stimmen, ist es vielleicht plausibel, auf ein „Gespräch mit Russland" zu hoffen, das zu einer „von allen getragenen und von al- len respektierten Friedens- und Sicher- heitsordnung" führt.

Nur: Die wirkliche Welt ist nicht so schön.
Putin sagt nicht nur, dass er die Ukraine vernichten will, er tut es auch - blutig sichtbar für alle, die nicht nur die Friedensträume aus Minzenichs und Stegners Jugend kennen, sondern auch Solidarität und Mitgefühl.

Und während der Moskauer Herrscher in täglich wachsender Wut mordet, fordern diese Leute „kleine Schritte," sowie die „behutsame Wiederaufnahme diplomatischer Kontakte".

Echt?

Und wie viele Kinderkrankenhäuser soll Russland noch zerbomben, während diese Behutsamkeit ihre zarten Blüten entfaltet?
Und vor allem:

Warum steht in diesem Manifest nicht auch der Satz: „Präsident Putin, hören Sie auf zu morden?“



(Konrad Schuller bie facebook)
Konrad Schuller, am 7. Mai 1961 in Brașov, Rumänien geboren, ist ein deutscher Journalist und Buchautor.
Er gehört der deutschsprachigen Minderheit der Siebenbürger Sachsen in Rumänien an. Er wanderte mit 15 Jahren mit seinen Eltern in die Bundesrepublik aus.
"Nach einem Studium der Geschichte und der Volkswirtschaftslehre absolvierte er an der Münchner Journalistenschule eine Ausbildung zum Journalisten.
1990 bis 1992 arbeitete er beim deutschen Dienst der BBC, dann trat er in die Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ein.
Zwischen 1995 und 2001 arbeitete Schuller dort als Berlin-Korrespondent. Im Jahr 2001 gehörte er zur Gründungsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS), für die er bis 2004 als außenpolitischer Korrespondent berichtete.
Von 2004 bis 2018 war Schuller FAZ-Korrespondent für Polen und die Ukraine. Seitdem arbeitet er wieder im Berliner Büro der FAS.“


Infos aus: Wikipedia

Kommentieren
Mitglieder > Veranstaltungen > Eine Meinung zum Manifest ,...