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Ein Hype jagt den nächsten...

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 06.03.2025, 21:50

Ob derzeit noch mehr Menschen Déjà-vu-Gefühle empfinden
wenn sie sich erinnern

an das Jahr 2015, als Deutschland Angela Merkel und der Massenmigration zujubelte?
An die Greta-Epoche, in der der Hype um das Klima dazu beitrug, dass ganze Volkswirtschaften ihre Stärke verspielten?

An die Corona-Zeit, als Experten es für geboten hielten, persönliche Freiheiten beispiellos zu beschneiden?

In allen drei Fällen lässt sich im Rückblick der Überschwang bereuen.

Nur in einem zentralen Punkt scheint die Gesellschaft aus der Übertreibung wenig gelernt zu haben:
Dass zu viel Hurra-Gesinnung grundsätzlich besser misstrauisch stimmen sollte, statt dass man in Gleichschritt verfällt und alles andere „rechts“ nennt.

Bei allen geschilderten Megathemen flankierten linientreue Wissenschaftler die vorherrschenden Deutungen und vertraten sie in Talkshows.
So ist es auch heute, wenn über Russland und die Ukraine diskutiert wird.
Carlo Masala ist der Medienliebling - wie einst Christian Drosten. Claudia Major verknüpft profund erscheinende Expertise mit femininer Ausstrahlung wie damals die Virologin Melanie Brinkmann. Nico Lange fordert mit bieder-seriösem Anschein Waffen, so wie RKI-Chef Lothar Wieler Zahlenkolonnen referierte, von denen man hätte wissen können, dass sie nichts ändern.

Alle Rollen sind aktuell wieder besetzt, inklusive der Abweichler.

Bei diesen handelt es sich überwiegend um Ex-Militärs wie die Nato-Generäle Harald Kujat und Erich Vad.

Ob ihr Urteil weniger zählen sollte als das des CDU-Scharfmachers Roderich Kiesewetter oder
als die Ansichten der „ We are at war with Russia“ - Ministerin Annalena Baerbock?

Gerade macht sich ganz Europa ( ganz Europa? ) verrückt wegen eines angeblich zeitnah erwarteten Angriffs durch Russland.

Staaten verschulden sich bis zu Anschlag, weil die massive Aufrüstung ja angeblich "alternativlos" ist.

Wen zum Nutzen?

Was läuft da schief, wenn Deutschland und die EU sich an die Zähne bewaffnen und den Krieg in der Ukraine mit 800 Milliarden Euro Schulden fortsetzen wollen in genau dem Moment, in dem die USA ihre Ambitionen auf eine Ost-Ausdehnung der Nato aufgeben, Selenskyi wieder auf Trump zugeht und die internationalen Großmächte von Frieden und Abrüstung reden.
Sollte man das nicht vielleicht zumindest kurz abwarten?

Merkwürdig ist ja bereits die Behauptung, die Russen stünden bereits im Baltikum, wenn Selenskyi deren Angriff nicht aufgehalten hätte.
Sie hätten also die Nato attackiert.
Unterstellt man für einen Moment, dass sie es wirklich täten – passt diese Erzählung schlecht zu einer anderen. Denn einerseits hält man die Russen für furchtbar geschwächt, den Präsidenten für krank, den Raketenvorrat für aufgezehrt und die Wirtschaft für gebeutelt. Aber zugleich traut man ihnen zu, die schon mit der Ukraine ihre Mühe hatten, bedrohlich bis nach Paris zu marschieren?
Ja, was denn nun?

Es darf ab und zu darauf hingewiesen werden, dass die westeuropäischen Rufe zu den Waffen ein Stück weit bigott sind. Oder würde man wirklich riskieren, dass die eigenen Söhne in der Ukraine kämpfen und sterben? Zumal von Frauen, die ohnehin überlegen könnten, in wie weit es gendergerechtigkeitstechnisch angebracht ist, Männer zum Sterben in Kriege aufrufen wollen.

„Die Waffen liefern die Reichen, die Armen liefern die Leichen.“
Ob bei Migration oder Klima, Corona oder Krieg: Wenn in Talkshows immer dieselben drei Wissenschaftler ihre Perspektive proklamieren, gibt das nicht das ganze Bild wieder;

Inspiriert durch eine Kolumne von Burkhard Ewert ( noz, 06.03.2025)

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