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Von Feierabend-Mitglied Samstag 07.09.2024, 17:05 – geändert Samstag 07.09.2024, 17:11

"Warum Scholz und Selenskyj verlieren
Meinung
Michael Clasen ( Redakteur bei der noz )

Wer den Nebel des Informationskrieges beiseiteschiebt, dem zeigt sich nach mehr als 900 Kriegstagen deutlich: Selenskyj wird sein Ziel niemals erreichen, die Krim und die von Russland besetzten Gebiete zurückzuerobern.
1. Der Westen prophezeite, Russland mit Sanktionen ruinieren zu können. Die Wirklichkeit: Putins Kriegswirtschaft boomt. Der Rohstoffverkauf läuft. Im Gegenzug liefert China Hightech.
2. Verteidigungsminister Boris Pistorius und andere gaben das Ziel aus, die Ukraine müsse militärisch siegen. Richtig ist: Die ukrainische Armee verliert den brutalen Abnutzungskrieg. Die Frage ist nicht ob, sondern wann und wie. Die angekündigte Großoffensive 2023 zur Befreiung des Landes war ein Desaster. Der jüngste Überraschungsangriff in der Region Kursk gleicht einem Himmelfahrtskommando.
3. Auch die Annahme des Westens ist falsch, Russland würden Soldaten und Waffen ausgehen. Die Realität: Russland hat über 600 000 Mann an der Front – mehr als dreimal so viel wie zu Beginn des Überfalls im Februar 2022. Zudem verfügt Putins Armee über ein riesiges Arsenal, auch an Hightech-Waffen. Dafür gehen der Ukraine die Soldaten aus.
4. Ebenso trügerisch ist die Hoffnung gewesen, Putin könnte gestürzt werden. Es gab einen kurzen Aufstand eines Söldnerchefs. Doch je länger der Stellvertreter-Krieg mit der Nato geht, desto geschlossener erscheinen die Reihen hinter dem Kreml-Herrscher.
5. Somit droht der Nato nach Afghanistan die nächste Katastrophe. Je länger der Westen diese brutale Wirklichkeit ignoriert, desto höher wird der Preis sein, den die Ukraine am Ende bezahlen wird. Verhandlungen mit Putin sind alternativlos."

Quelle:
noz 07.09.2024, Seite 4

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