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Die Natalisten-Szene erfährt starken Zulauf

Von Feierabend-Mitglied Dienstag 01.04.2025, 10:37

nicht nur in den USA und ist auch hierzulande mit Rechtsextremisten vernetzt. Von dort, auch der AfD tönte es auch immer wieder mal in diesem Sinne. So harmlos scheint die Ideologie nicht zu sein sondern weckt auch Erinnerungen an Eugenik in der Vergangenheit.

" .... Vertreter der Bewegung teilen das Ziel, viele Kinder in die Welt zu setzen und so dem "größten Bevölkerungsschwund in der Geschichte der Menschheit" entgegenzuwirken. Zahlreiche der Veranstalter und Sprecher auf der Konferenz haben nachgewiesene Verbindungen zur extremen Rechten und propagieren eugenische Ideologien auf Social Media....

"Single Event"
Die Natal Conference fand am 28. und 29. März in einem von der University of Texas betriebenen Hotel statt. Öffentliche Informationen zu der Veranstaltung sind spärlich, die Angaben zum Programm auf der Website fallen vage aus. Es ist die Rede von geschlossenen Sitzungen, um die sinkenden Geburtenraten zu behandeln. Ein Ticket für die gesamte Veranstaltung konnten Interessierte online um einen stattlichen Preis von 10.000 US-Dollar erwerben. "Luke the Producer", der seinen vollen Namen nicht preisgibt, verspricht daraufhin weitere Informationen zum Ablauf sowie zum "Single Event".

Laut Informationen von Wired erhielten ausgewählte Teilnehmer in der Folge eine Nachricht mit dem Betreff "Dies ist eine spezielle E-Mail an die Natal-Con-Teilnehmer, die angegeben haben, dass sie sehr daran interessiert sind, das fehlende Puzzlestück für Singles, Partnervermittlung, Heirat und Familiengründung zu finden". Die Veranstalter seien erstaunt gewesen, dass sie viele Mails erhielten, in denen es hieß, genau darauf müsse man sich nun konzentrieren, "und zwar jetzt". Auch sei darauf hingewiesen worden, dass "einige Pfarrer anwesend sein werden, falls sich jemand entschließt, auf der Konferenz den Schritt zu wagen!".

Die Organisatoren behielten es sich jedoch vor, die potenziellen Teilnehmer zunächst zu überprüfen, und verlangten hierzu auch die Angabe ihrer Social-Media-Accounts. Auf der Website hieß es, dass den Personen erst dann Geld abgebucht wird, wenn sie zugelassen wurden. Daraufhin seien die Teilnehmer aufgefordert worden, einen Fragebogen auszufüllen, der die Anzahl an gewünschten Kindern sowie "religiöse, sprituelle und kulturelle Werte" abfragt.

Rechtsextrem vernetzt
Laut ihrer Website verfolgt die Konferenz "kein anderes politisches oder ideologisches Ziel als eine Welt, in der unsere Kinder Enkelkinder haben können". Die auf der Website aufgeführten Redner sowie die Geschichte der Natalismus-Bewegung zeichnen jedoch ein anderes Bild. Kevin Dolan, der Organisator der Konferenz, erklärte in einem Podcast, dass sich die Eugenik und die Natalismus-Bewegung "sehr ähnlich" seien. Pronatalistische Veranstaltungen bezeichnete er im selben Gespräch als ein Gegenmittel gegen die "perversen Anreize auf dem Dating-App-Markt".

Unter den Speakern fand sich etwa Jack Posobiec, ein Influencer und Hardliner, der nachgewiesenermaßen Verbindungen zu Neonazis, auch in Europa, unterhält und auf Twitter jahrelang antisemitisches Gedankengut verbreitete. Donald Trump begrüßte seine Arbeit in einem Post. Ein weiterer Gast war Charles Cornish-Dale, der unter dem Pseudonym "Raw Egg Nationalist" postet und dabei die rassistische "Great Replacement"-Verschwörungstheorie verbreitet, die einen vermeintlichen Genozid an weißen Menschen in den USA propagiert. Auch Lifestyle-Influencer wie Simone und Malcolm Collins, die nach eigenen Angaben planen, bis zu 14 Kinder zu zeugen, besuchten die Konferenz.

Die Natalismus-Bewegung hat in den letzten Jahren einen regen Aufschwung erlebt und findet besonders viele Anhänger in der Tech-Branche Amerikas. Elon Musk, der selbst 14 Kinder hat, schrieb in einem Post über die letzte Ausgabe der Konferenz: "Wenn die Geburtenraten weiter sinken, wird die menschliche Zivilisation untergehen."

Widerstand vor Ort
Vor Ort regte sich jedoch auch Kritik an der Veranstaltung. Die Ortsgruppe der "Anti Defamation League" erklärte im Vorfeld, dass sie die Veranstaltung aufgrund antisemitischer Äußerungen einiger Redner überwachen werde. Auch Studierende der University of Texas protestierten anlässlich der Bereitstellung der Räumlichkeiten seitens ihrer Universität. "Diese Veranstaltung zuzulassen legitimiert gefährliche Ideologien und gefährdet Studenten und die Gemeinschaft in Austin", hieß es in der Erklärung der "Studierenden-Sektion für eine demokratische Gesellschaft".

Ein Meinungsbeitrag in der Zeitung Austin American Statesman forderte die Universität auf, "sich von diesem peinlichen Spektakel zu distanzieren und unsere Gemeinschaft vor Leuten zu schützen, die fröhlich über die Vergewaltigung von amerikanischen Ureinwohnern twittern". Die Universität erklärte jedoch gegenüber Wired, dass das von ihr betriebene Hotel und Konferenzzentrum "Räume an nicht-universitäre Gruppen für ihre Veranstaltungen ohne Rücksicht auf ihren Standpunkt gemäß dem ersten Verfassungszusatz" vermiete. (hlk, 31.3.2025)


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