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Die Macht der Tatsachen

Von Harvey11 Montag 11.08.2025, 09:34

Ukraine-Krieg: Gebietsverzicht möglich

Jetzt ist das Wort ausgesprochen: »Gebietstausch«. Donald Trump hat angedeutet, dass es ihm bei seinem bevorstehenden Gipfel mit Wladimir Putin um Modalitäten solcher Grenzverschiebungen gehen werde. Das reichte schon, um sowohl in Kiew als auch in diversen EU-Hauptstädten Schnappatmung auszulösen. In der Abschlusserklärung ihres Krisentreffens von Sonnabend bliesen die »Europäer« erst die Backen auf und forderten, Grenzen dürften nicht mit Gewalt verändert werden. Zwei Sätze später hieß es dann, die jetzige Frontlinie müsse »der Ausgangspunkt für Verhandlungen« werden. Ja, was denn jetzt? Ist dieser »Ausgangspunkt« etwa nicht mit Gewalt zustande gekommen? Und hat irgend jemand in Brüssel, Berlin, London oder Paris Anhaltspunkte dafür, dass dieser Krieg mit irgend etwas unterhalb des Einfrierens entlang der jetzigen Frontlinie beendet werden könnte?
Schon wieder folgt auf die markige Forderung nach »robusten Sicherheitsgarantien« für Kiew das kleinlaute Eingeständnis, dass diese »möglichst unter Einbeziehung der USA« gewährt werden sollten. Und wenn die »nö« sagen, weil sie sich schon auf den nächsten Krieg – gegen China – vorbereiten und ihre Waffen dafür bunkern wollen, wie das US-Verteidigungsministerium schon laut überlegt? Dann wären die Brüsseler Bremser das, was die New York Times am Sonnabend schon einmal schrieb: »sidelined«. An den Rand gedrängt.

Diese geplanten Verhandlungen zwischen Putin und Trump lösen natürlich nicht nur in Kiew Wellen aus. Auch in einigen europäischen Hauptstädten bricht Unruhe aus. Was haben denn die zu verlieren?
Zuerst müssen sie begreifen, dass sie an diesen Verhandlungstischen nichts zu suchen haben. Da können sie noch so laut krähen, dass es dabei auch um ihre eigene Sicherheit geht. Aber dieses Märchen können sie ihren eigenen Bürgern erzählen.

Russland hat den Ukraine-Krieg nicht für irgendwelche ukrainischen Gebiete begonnen, sondern in erster Linie, um den NATO-Beitritt des Landes zu verhindern. Wenn Trump sich in dieser Frage offen zeigt, könnte vielleicht auch Bewegung in die Friedens- und Territorialfrage kommen. Anlass dazu hätte der US-Präsident. Seine angedrohten Sanktionen und Strafzölle gegen Indien und China drohen zu verpuffen. Indiens Ministerpräsident Narendra Modi hat als Reaktion eine »Intensivierung« der Beziehungen seines Landes zu Russland angekündigt.

Dieses könnte sich auch auf die Europäer auswirken. Vielleicht sogar die Milliardenströme umlenken.


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