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Die falschen Jäger

Von Feierabend-Mitglied 08.03.2026, 20:06 – geändert Montag 09.03.2026, 09:19

Es ist eine seltsame Form des Eifers, die manche Plagiatsjäger antreibt. Statt Beweise zu suchen, reichen ihnen Vermutungen – und aus Verdacht wird Anklage. Mit Zahlen, Programmen und Prozentwerten hantieren sie, als ließe sich Wahrheit berechnen. Doch was sie oft hinterlassen, ist kein Schutz der Originalität, sondern ein Trümmerfeld aus Misstrauen.

Autoren werden so zu Verdächtigen in ihrem eigenen Werk. Sie müssen sich rechtfertigen für Gedanken, die ehrlich entstanden sind, für Sätze, die schlicht zum gemeinsamen Sprachgut gehören. Zeit, die sie mit Schreiben verbringen könnten, geht verloren an sinnlose Verteidigung.

Ein unbegründeter Vorwurf aber wiegt schwerer als jedes Plagiat. Er zerstört Vertrauen, Ruf und Freude am Schaffen. Wer ohne Beweise beschuldigt, verrät den Sinn seiner eigenen Mission. Echte Wahrheitsliebe braucht Bedacht, nicht Eifer – und Respekt vor jenen, die Worte zu ihrem Lebenswerk machen.

© F.R.K.

Nachtrag,
Wer vom Beschuldigten den Beweis der eigenen Unschuld verlangt
dem geht es um eine Hexenjagd!

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