Kapitalnahes Institut will kürzere Bezugsdauer des Arbeitslosengelds für über Fünfzigjährige
Eine »Vereinheitlichung« klingt erst mal gut. Sie klingt weniger gut, wenn sie zu Lasten älterer Erwerbsloser geht. Am Dienstag machte das kapitalnahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) den Vorschlag, die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes für über Fünfzigjährige zu kürzen und auf die zwölf Monate zu begrenzen, die Jüngeren zustehen. Das sei »gerecht« und entlaste den »angespannten Haushalt« um mehr als zwei Milliarden Euro, wie eine Studie des Kölner Instituts nahelegt. Außerdem diene das der »Milderung des Fachkräftemangels«.
Wer in Deutschland erwerbslos wird, hat Anspruch auf ein Jahr Arbeitslosengeld, bevor man in das niedriger bemessene Bürgergeld abrutscht. Ab einem Alter von 50 Jahren steigt die Bezugsberechtigung auf 15 Monate, ab 55 Jahren auf 18 Monate, ab 58 Jahren auf 24 Monate. Diese altersbedingte Erhöhung gelte es zu streichen, fordert das IW. »Wer länger Arbeitslosengeld bezieht, lässt sich bei der Arbeitssuche mehr Zeit«, warnen die Studienautoren und beschwören das Schreckgespenst der »Langzeitarbeitslosigkeit«.
Da ist er wieder, der Vorwurf der Faulheit und der sozialen Hängematte.
Arbeitskraft wird benötigt, gerade angesichts der am Montag angekündigten Privatinvestitionen in Höhe von 631 Milliarden Euro.
Diese Luftnummer soll der Aufhänger dafür sein?
Stellt doch Arbeitslosigkeit unter Strafe und steckt sie in große Lager, aus denen sich die Unternehmen mit billigen Arbeitskräften versorgen können.
Denn die wurden ja der Wirtschaft versprochen.
Selbst Schröder hat in seiner Hetzrede gegen die Arbeitslosen den geschaffenen größten Niedriglohnsektor in Europa gelobt, der aber noch ausgebaut werden müsste.
Denn Geld anlegen muss sich wieder lohnen.
Und wer soll den produzierten Schrott dann kaufen?
Trotzdem werden wieder die Jubelchöre aufmarschieren.
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Kapitalnahes Institut will kürzere Bezugsdauer des Arbeitslosengelds für über Fünfzigjährige
Eine »Vereinheitlichung« klingt erst mal gut. Sie klingt weniger gut, wenn sie zu Lasten älterer Erwerbsloser geht. Am Dienstag machte das kapitalnahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) den Vorschlag, die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes für über Fünfzigjährige zu kürzen und auf die zwölf Monate zu begrenzen, die Jüngeren zustehen. Das sei »gerecht« und entlaste den »angespannten Haushalt« um mehr als zwei Milliarden Euro, wie eine Studie des Kölner Instituts nahelegt. Außerdem diene das der »Milderung des Fachkräftemangels«.
Wer in Deutschland erwerbslos wird, hat Anspruch auf ein Jahr Arbeitslosengeld, bevor man in das niedriger bemessene Bürgergeld abrutscht. Ab einem Alter von 50 Jahren steigt die Bezugsberechtigung auf 15 Monate, ab 55 Jahren auf 18 Monate, ab 58 Jahren auf 24 Monate. Diese altersbedingte Erhöhung gelte es zu streichen, fordert das IW. »Wer länger Arbeitslosengeld bezieht, lässt sich bei der Arbeitssuche mehr Zeit«, warnen die Studienautoren und beschwören das Schreckgespenst der »Langzeitarbeitslosigkeit«.
Da ist er wieder, der Vorwurf der Faulheit und der sozialen Hängematte.
Arbeitskraft wird benötigt, gerade angesichts der am Montag angekündigten Privatinvestitionen in Höhe von 631 Milliarden Euro.
Diese Luftnummer soll der Aufhänger dafür sein?
Stellt doch Arbeitslosigkeit unter Strafe und steckt sie in große Lager, aus denen sich die Unternehmen mit billigen Arbeitskräften versorgen können.
Denn die wurden ja der Wirtschaft versprochen.
Selbst Schröder hat in seiner Hetzrede gegen die Arbeitslosen den geschaffenen größten Niedriglohnsektor in Europa gelobt, der aber noch ausgebaut werden müsste.
Denn Geld anlegen muss sich wieder lohnen.
Und wer soll den produzierten Schrott dann kaufen?
Trotzdem werden wieder die Jubelchöre aufmarschieren.
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