Friedrich Merz’ Regierung steht schlecht da – er findet, dass die anderen schuld sind
Am Anfang der Woche geisterte ein Spruch des Bundeskanzlers durchs politische Berlin: Friedrich Merz habe in der Fraktionssitzung der Union darum gebeten, keine öffentliche Kritik an der SPD zu üben, da Parteichef Lars Klingbeil darauf „sensibel“ reagiere. Zwei Tage später zeigt sich jedoch: Es ist Friedrich Merz, der sensibel auf Kritik reagiert.
Anders ist es nicht zu erklären, dass er für die zweite große Haushaltsrede innerhalb einer Woche die schlechteste aller Varianten wählte und vor allem seine Rede aus der vergangenen Woche verteidigte. Weil sie angeblich falsch verstanden wurde. Damit hat er weder sich selbst noch seiner Koalition einen Gefallen getan.
Wieder beobachtet man bei Merz diesen merkwürdigen Zickzackkurs. Erst kündigt er mit markigen Worten einen Herbst der Reformen an, dann passiert – erst mal nichts. Das liegt natürlich daran, dass die Materie sehr viel komplexer ist, als er sie zuvor eingeschätzt hat. Bestes Beispiel ist das Bürgergeld. Wieder und wieder haben wir gehört, dass hier mächtig eingespart wird. Die entsprechenden Einsparschätzungen werden kleiner und kleiner.
Klug wäre es nun, in einer derartigen Situation etwas zurückhaltender aufzutreten, den Ausgleich zu suchen. Die schwarz-rote Koalition könnte das gut gebrauchen. Doch was macht Merz? Er klagt an, wütet und attackiert die grüne Opposition, deren Stimmen man womöglich aber noch häufiger brauchen wird.
So ging er am Mittwoch im Bundestag die einzelnen Vorwürfe gegen sich und seine Regierung durch, um sie zu widerlegen – und machte damit alles noch schlimmer. Denn wahr ist ja: Nicht mal die Stimmung ist seit seiner Wahl zum Kanzler besser geworden. Auffällig war zudem, dass Merz kein Wort zu den aktuellen außenpolitischen Krisen verlor. Weder Donald Trump noch die Ukraine noch Israel und Gaza wurden erwähnt – womöglich weil Merz sich nicht dem Vorwurf aussetzen wollte, dass er diese Rede besser in New York gehalten hätte, wo die Vereinten Nationen gerade ihre Generalsversammlung abhalten. Zum 80. Jubiläum und mit vielen Staatsspitzen.
Dort zu erscheinen, ist eigentlich ein Muss für den Außenkanzler gewesen. Er hatte sich nun aber für die Innenpolitik entschieden und schien verärgert, dass man das nicht anerkennen wollte. Als ob wir in diesen Zeiten nicht schon genug gestraft wären mit egozentrischem Spitzenpersonal in der Politik.
Frankfurter Rundschau 25.9.2025
Merz ein Sensibelchen? Kaum zu glauben wenn man sieht, wie er für die Vorrechte der Reichen und Mächtigen eintritt und auf die Armen und Schwachen eindrischt. Ein echter Verteidiger des kapitalistischen Glaubens.
Und jetzt stört ihn die Kritik an ihm?
Dass seine Anhänger sich daran stören ist ja verständlich. Aber er selbst?
Nie und nimmer. Viel eher glaube ich, dass er genau sein Vorbild Trump studiert und ihm jetzt nacheifert.
Dann steht uns ja noch einiges bevor. Und seine Fans werden ihn weiter anhimmeln. Wann erkennt man sie ihren Mützchen? Wäre doch eine gute Geschäftsidee Idee für den Unternehmer Merz.
Friedrich Merz’ Regierung steht schlecht da – er findet, dass die anderen schuld sind
Am Anfang der Woche geisterte ein Spruch des Bundeskanzlers durchs politische Berlin: Friedrich Merz habe in der Fraktionssitzung der Union darum gebeten, keine öffentliche Kritik an der SPD zu üben, da Parteichef Lars Klingbeil darauf „sensibel“ reagiere. Zwei Tage später zeigt sich jedoch: Es ist Friedrich Merz, der sensibel auf Kritik reagiert.
Anders ist es nicht zu erklären, dass er für die zweite große Haushaltsrede innerhalb einer Woche die schlechteste aller Varianten wählte und vor allem seine Rede aus der vergangenen Woche verteidigte. Weil sie angeblich falsch verstanden wurde. Damit hat er weder sich selbst noch seiner Koalition einen Gefallen getan.
Wieder beobachtet man bei Merz diesen merkwürdigen Zickzackkurs. Erst kündigt er mit markigen Worten einen Herbst der Reformen an, dann passiert – erst mal nichts. Das liegt natürlich daran, dass die Materie sehr viel komplexer ist, als er sie zuvor eingeschätzt hat. Bestes Beispiel ist das Bürgergeld. Wieder und wieder haben wir gehört, dass hier mächtig eingespart wird. Die entsprechenden Einsparschätzungen werden kleiner und kleiner.
Klug wäre es nun, in einer derartigen Situation etwas zurückhaltender aufzutreten, den Ausgleich zu suchen. Die schwarz-rote Koalition könnte das gut gebrauchen. Doch was macht Merz? Er klagt an, wütet und attackiert die grüne Opposition, deren Stimmen man womöglich aber noch häufiger brauchen wird.
So ging er am Mittwoch im Bundestag die einzelnen Vorwürfe gegen sich und seine Regierung durch, um sie zu widerlegen – und machte damit alles noch schlimmer. Denn wahr ist ja: Nicht mal die Stimmung ist seit seiner Wahl zum Kanzler besser geworden. Auffällig war zudem, dass Merz kein Wort zu den aktuellen außenpolitischen Krisen verlor. Weder Donald Trump noch die Ukraine noch Israel und Gaza wurden erwähnt – womöglich weil Merz sich nicht dem Vorwurf aussetzen wollte, dass er diese Rede besser in New York gehalten hätte, wo die Vereinten Nationen gerade ihre Generalsversammlung abhalten. Zum 80. Jubiläum und mit vielen Staatsspitzen.
Dort zu erscheinen, ist eigentlich ein Muss für den Außenkanzler gewesen. Er hatte sich nun aber für die Innenpolitik entschieden und schien verärgert, dass man das nicht anerkennen wollte. Als ob wir in diesen Zeiten nicht schon genug gestraft wären mit egozentrischem Spitzenpersonal in der Politik.
Frankfurter Rundschau 25.9.2025
Merz ein Sensibelchen? Kaum zu glauben wenn man sieht, wie er für die Vorrechte der Reichen und Mächtigen eintritt und auf die Armen und Schwachen eindrischt. Ein echter Verteidiger des kapitalistischen Glaubens.
Und jetzt stört ihn die Kritik an ihm?
Dass seine Anhänger sich daran stören ist ja verständlich. Aber er selbst?
Nie und nimmer. Viel eher glaube ich, dass er genau sein Vorbild Trump studiert und ihm jetzt nacheifert.
Dann steht uns ja noch einiges bevor. Und seine Fans werden ihn weiter anhimmeln. Wann erkennt man sie ihren Mützchen? Wäre doch eine gute Geschäftsidee Idee für den Unternehmer Merz.