Eine „America Party“ soll die Machtverhältnisse in den USA verschieben. Im Wahlkampf war er noch der größte Geldgeber für Donald Trump, danach war er die Kettensäge, mit der im US-Regierungsapparat Kahlschlag betrieben werden sollte – nun sagt Tech-Milliardär Elon Musk mit der Gründung einer eigenen Partei seinem Präsidenten den Kampf an. „Heute wird die America Party gebildet, um Euch Eure Freiheit zurückzugeben“, schrieb Musk am Samstag in seinem Onlinedienst X. Der reichste Mann der Welt hat sich in den vergangenen Wochen einen heftigen Streit mit Trump um ein von diesem durch den Kongress gedrücktes Steuergesetz geliefert, das den US-Schuldenberg noch mal um mehr als drei Billionen Dollar erhöhen wird. Und zugunsten der Superreichen noch mehr Menschen in die Armut stürzen wird.
Am Freitag schon startete Musk eine Umfrage auf X und wollte wissen, ob die Nutzerinnen und Nutzer „Unabhängigkeit von dem Zwei-Parteien-System (manche würden Einheitsparteiensystem sagen) wollen“, das die politische Struktur der Vereinigten Staaten seit eh und je beherrscht. 1,2 Millionen nahmen an der Umfrage teil. Von diesen hätten 65 Prozent für eine neue politische Partei in den USA gestimmt, schrieb Musk am Samstag. Angesichts einer US-Bevölkerung von mehr als 340 Millionen ist das eine irrelevant kleine Basis. Und es ist nicht mal klar, ob jene 1,2 Millionen überhaupt die US-Staatsbürgerschaft besitzen. Aber Wahl- und Umfragenarithmetik ist bekanntlich, was wer mit welchem Hintergedanken daraus macht.
So auch Musk: „Mit einem Faktor von zwei zu eins wollt Ihr eine neue politische Partei – und Ihr sollt sie haben!“ Der Chef von Tesla und SpaceX teilte zugleich ein Meme mit einer zweiköpfigen Schlange und schrieb dazu „Beendet das Einparteiensystem“.
Es ist unklar, welche politischen Auswirkungen der Schritt haben wird. Musks Partei könnte theoretisch die Republikaner bei den Zwischenwahlen zum Kongress nächstes Jahr und auch bei den Präsidentschaftswahlen in drei Jahren entscheidende Stimmen kosten. Dis vorausgesetzt, dass Trump Wahlen noch mal zulässt. Im Wahlkampf 2024 versprach er einer Schar begeisterter Evangelikaler, sie würden nach seinem Sieg „nie mehr wählen müssen“.
Musk hatte bereits am Freitag, als Trump sein „Big Beautiful Bill“ für die Wenigen und gegen die Vielen mit großer Geste gegenzeichnete, einen möglichen Schlachtplan veröffentlicht. Demnach will er bei den Midterms 2026 einige Sitze im Repräsentantenhaus und Senat erobern und so zum Zünglein an der Waage werden bei wichtigen Gesetzesvorhaben. Das würde das mehr als 200 Jahre währende Duell von Demokraten und Republikanern wohl beenden.
Wenn es denn zu Wahlen kommt. Und wenn Trump Musk nicht als „unerwünschten“ oder gar als „feindlichen Fremdling“ noch abschieben lässt. Angedroht hat der gekränkte Präsident das seinem rebellischen Helferlein bereits.
Frankfurter Rundschau 7.7.25
.………
Es war zu erwarten. Wenn zwei solche Typen eine Zweckgemeinschaft bilden, dann geht das nicht lange gut.
Musk weiß nicht wohin mit seinem Geld und Trump hat selten ein offenes Ohr, aber immer eine offene Hand. Musk war es zu langweilig geworden und so brachte es ihm wohl eine Befriedigung, das, was andere in vielen Jahren aufgebaut haben, zu zerstören. Auf Befehl eines gestörten, er sich offenbar die USA in sein Privatvermögen einverleiben möchte.
Musk hat immer bekommen was er wollte, das Geld hat er. Aber Trump hat die politische Macht. Jetzt hat er es erkannt und will gegen Trump auf dessen Sportlatz antreten. Darum will er sich jetzt eine neue Partei kaufen. Ans Bein pinkelt er seinem ehemaligen Buddy schon.
Der kann froh sein, wenn er nur ausgewiesen und nicht wegen Steuervergehen inhaftiert und in großen Stil enteignet wird.
Eine „America Party“ soll die Machtverhältnisse in den USA verschieben. Im Wahlkampf war er noch der größte Geldgeber für Donald Trump, danach war er die Kettensäge, mit der im US-Regierungsapparat Kahlschlag betrieben werden sollte – nun sagt Tech-Milliardär Elon Musk mit der Gründung einer eigenen Partei seinem Präsidenten den Kampf an. „Heute wird die America Party gebildet, um Euch Eure Freiheit zurückzugeben“, schrieb Musk am Samstag in seinem Onlinedienst X. Der reichste Mann der Welt hat sich in den vergangenen Wochen einen heftigen Streit mit Trump um ein von diesem durch den Kongress gedrücktes Steuergesetz geliefert, das den US-Schuldenberg noch mal um mehr als drei Billionen Dollar erhöhen wird. Und zugunsten der Superreichen noch mehr Menschen in die Armut stürzen wird.
Am Freitag schon startete Musk eine Umfrage auf X und wollte wissen, ob die Nutzerinnen und Nutzer „Unabhängigkeit von dem Zwei-Parteien-System (manche würden Einheitsparteiensystem sagen) wollen“, das die politische Struktur der Vereinigten Staaten seit eh und je beherrscht. 1,2 Millionen nahmen an der Umfrage teil. Von diesen hätten 65 Prozent für eine neue politische Partei in den USA gestimmt, schrieb Musk am Samstag. Angesichts einer US-Bevölkerung von mehr als 340 Millionen ist das eine irrelevant kleine Basis. Und es ist nicht mal klar, ob jene 1,2 Millionen überhaupt die US-Staatsbürgerschaft besitzen. Aber Wahl- und Umfragenarithmetik ist bekanntlich, was wer mit welchem Hintergedanken daraus macht.
So auch Musk: „Mit einem Faktor von zwei zu eins wollt Ihr eine neue politische Partei – und Ihr sollt sie haben!“ Der Chef von Tesla und SpaceX teilte zugleich ein Meme mit einer zweiköpfigen Schlange und schrieb dazu „Beendet das Einparteiensystem“.
Es ist unklar, welche politischen Auswirkungen der Schritt haben wird. Musks Partei könnte theoretisch die Republikaner bei den Zwischenwahlen zum Kongress nächstes Jahr und auch bei den Präsidentschaftswahlen in drei Jahren entscheidende Stimmen kosten. Dis vorausgesetzt, dass Trump Wahlen noch mal zulässt. Im Wahlkampf 2024 versprach er einer Schar begeisterter Evangelikaler, sie würden nach seinem Sieg „nie mehr wählen müssen“.
Musk hatte bereits am Freitag, als Trump sein „Big Beautiful Bill“ für die Wenigen und gegen die Vielen mit großer Geste gegenzeichnete, einen möglichen Schlachtplan veröffentlicht. Demnach will er bei den Midterms 2026 einige Sitze im Repräsentantenhaus und Senat erobern und so zum Zünglein an der Waage werden bei wichtigen Gesetzesvorhaben. Das würde das mehr als 200 Jahre währende Duell von Demokraten und Republikanern wohl beenden.
Wenn es denn zu Wahlen kommt. Und wenn Trump Musk nicht als „unerwünschten“ oder gar als „feindlichen Fremdling“ noch abschieben lässt. Angedroht hat der gekränkte Präsident das seinem rebellischen Helferlein bereits.
Frankfurter Rundschau 7.7.25
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Es war zu erwarten. Wenn zwei solche Typen eine Zweckgemeinschaft bilden, dann geht das nicht lange gut.
Musk weiß nicht wohin mit seinem Geld und Trump hat selten ein offenes Ohr, aber immer eine offene Hand. Musk war es zu langweilig geworden und so brachte es ihm wohl eine Befriedigung, das, was andere in vielen Jahren aufgebaut haben, zu zerstören. Auf Befehl eines gestörten, er sich offenbar die USA in sein Privatvermögen einverleiben möchte.
Musk hat immer bekommen was er wollte, das Geld hat er. Aber Trump hat die politische Macht. Jetzt hat er es erkannt und will gegen Trump auf dessen Sportlatz antreten. Darum will er sich jetzt eine neue Partei kaufen. Ans Bein pinkelt er seinem ehemaligen Buddy schon.
Der kann froh sein, wenn er nur ausgewiesen und nicht wegen Steuervergehen inhaftiert und in großen Stil enteignet wird.