" .... den Beginn des Angriffskriegs in der Ukraine vor mehr als drei Jahren hatte der Kreml mit dem Narrativ begründet, dass das Land nicht souverän sei, historisch zu Russland gehöre und dass die Anführer in Kiew Nazis seien. Die Propaganda-Maschinerie läuft bis heute weiter. Ein ukrainischer Geschichtslehrer wollte dem etwas entgegensetzen – die „New York Times“ hat ihn besucht (Quelle hier).
Vitali Dribnytsia weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, von russischer Propaganda umgeben zu sein. Der 59-Jährige begann noch zu Zeiten der Sowjetunion, zu studieren. Als diese zusammenbrach, so erzählt er der Zeitung, hat er sich nach und nach die wirkliche Geschichte der Ukraine zusammensuchen müssen, um seine Schüler wahrheitsgemäß zu unterrichten.
Zu Beginn des Kriegs, als die russische Propaganda erneut ihren Höhepunkt erreichte, begann er, sich bei der Online-Plattform Chatroulette einzuloggen – auf der Suche nach Russen, denen er die ukrainische Geschichte näherbringen wollte. Er stellt direkte und auch provokante Fragen, wie zum Beispiel: „Wem gehört die Krim?“
Dribnytsia gibt zu, dass er nicht viel Erfolg dabei hatte, die Meinung der Leute zu ändern. Die meisten Russen, denen er in seinen stundenlangen Gesprächen begegnet, weisen seine Argumente zurück. Auch seien viele dort, um Ukrainer anzusprechen und die Kreml-Propaganda zu verbreiten.
Erfolgreich ist er aber in ganz anderer Hinsicht – nämlich bei den Ukrainern selbst. Der Geschichtslehrer lädt auf Youtube Videos seiner Gespräche hoch – und zieht damit ein großes Publikum an. Sein Kanal hat fast eine halbe Million Abonnenten. Die Ukrainer, so schreibt die „New York Times“, würden sich die Gespräche ansehen, um mehr über ihre eigene Geschichte zu erfahren und selbst Argumente bei Diskussionen zu haben.
„Normalerweise kennen die Menschen ihre eigene Geschichte nicht“, zitiert die Zeitung Dribnytsia aus einem Interview. „Das ist normal. Aber in diesem Krieg, in Russland, geht es nicht nur um Unwissenheit, sondern um die Bewaffnung der Geschichte.“ Er versuche, die Dinge richtigzustellen."
Quelle Newsletter Tagesspiegel
Bemerkenswert sind die Aktivitäten des Geschichtslehrers - und dass ihm Erfolg beschieden ist bei interessierten Mitmenschen. Hier kann man sich auch manchmal die Frage stellen nach Unwissenheit und/oder Einflüssen von Propaganda verschiedener Couleur.
" .... den Beginn des Angriffskriegs in der Ukraine vor mehr als drei Jahren hatte der Kreml mit dem Narrativ begründet, dass das Land nicht souverän sei, historisch zu Russland gehöre und dass die Anführer in Kiew Nazis seien. Die Propaganda-Maschinerie läuft bis heute weiter. Ein ukrainischer Geschichtslehrer wollte dem etwas entgegensetzen – die „New York Times“ hat ihn besucht (Quelle hier).
Vitali Dribnytsia weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, von russischer Propaganda umgeben zu sein. Der 59-Jährige begann noch zu Zeiten der Sowjetunion, zu studieren. Als diese zusammenbrach, so erzählt er der Zeitung, hat er sich nach und nach die wirkliche Geschichte der Ukraine zusammensuchen müssen, um seine Schüler wahrheitsgemäß zu unterrichten.
Zu Beginn des Kriegs, als die russische Propaganda erneut ihren Höhepunkt erreichte, begann er, sich bei der Online-Plattform Chatroulette einzuloggen – auf der Suche nach Russen, denen er die ukrainische Geschichte näherbringen wollte. Er stellt direkte und auch provokante Fragen, wie zum Beispiel: „Wem gehört die Krim?“
Dribnytsia gibt zu, dass er nicht viel Erfolg dabei hatte, die Meinung der Leute zu ändern. Die meisten Russen, denen er in seinen stundenlangen Gesprächen begegnet, weisen seine Argumente zurück. Auch seien viele dort, um Ukrainer anzusprechen und die Kreml-Propaganda zu verbreiten.
Erfolgreich ist er aber in ganz anderer Hinsicht – nämlich bei den Ukrainern selbst. Der Geschichtslehrer lädt auf Youtube Videos seiner Gespräche hoch – und zieht damit ein großes Publikum an. Sein Kanal hat fast eine halbe Million Abonnenten. Die Ukrainer, so schreibt die „New York Times“, würden sich die Gespräche ansehen, um mehr über ihre eigene Geschichte zu erfahren und selbst Argumente bei Diskussionen zu haben.
„Normalerweise kennen die Menschen ihre eigene Geschichte nicht“, zitiert die Zeitung Dribnytsia aus einem Interview. „Das ist normal. Aber in diesem Krieg, in Russland, geht es nicht nur um Unwissenheit, sondern um die Bewaffnung der Geschichte.“ Er versuche, die Dinge richtigzustellen."
Quelle Newsletter Tagesspiegel
Bemerkenswert sind die Aktivitäten des Geschichtslehrers - und dass ihm Erfolg beschieden ist bei interessierten Mitmenschen. Hier kann man sich auch manchmal die Frage stellen nach Unwissenheit und/oder Einflüssen von Propaganda verschiedener Couleur.