Generalsekretär Linnemann rudert mit aller Kraft zurück. „April, April, es war doch alles nur Spaß“.
Das ist sehr billig Herr Linnemann. Jetzt heulen „Ich tu‘s nie wieder“ ist schon erbärmlich.
Besonders weil es nichts genützt hat, das zweitschlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl. Aber Rücktritte werden sonst schadenfroh immer nur von anderen gefordert.
Aber wenn Merz seinen Thron wanken sieht, dann ade Linnemann.
Dazu ein Kommentar von Christine Dankbar aus der Frankfurter Rundschau von heute:
Zu späte Einsichten
Linnemanns Selbstkritik ist verräterisch
Kann sich hier noch jemand an Heiner Geißler erinnern? Er ist einer der früheren Vorgänger von Carsten Linnemann und war von 1977 bis 1989 CDU-Generalsekretär. In seine Amtszeit fallen eine Menge provokanter Sätze, wie etwa jener, dass der Pazifismus des früheren 20. Jahrhunderts Auschwitz erst möglich gemacht habe. Linksliberale FDP-Politiker, die es damals noch gab, wurden als Terrorsympathisanten verunglimpft. Kurz: Er hatte nichts dagegen, sich im Dienst seiner Partei die Finger schmutzig zu machen. Ein bisschen so wie Carsten Linnemann, wie eigentlich jeder Generalsekretär, der seine Arbeit ernst nimmt.
Später wandelte sich Geißler zum eher linken Attac-Anhänger. Es nützte aber niemandem mehr. Das ist die Parallele zu Carsten Linnemann, seinem Nach-Nach-Nach-Nachfolger im Amt. Auch Linnemanns Einsicht, dass die gemeinsame Abstimmung mit der AfD im Bundestag ein Fehler gewesen war, nützt niemandem. Seine Partei ist bei der Bundestagswahl im Februar weit unter den Erwartungen geblieben.
Aus der Schlappe, die qua Amt auch immer eine des Generalsekretärs der betreffenden Partei ist, zieht Linnemann aber prompt die falschen Schlussfolgerungen. Er denkt offensichtlich wirklich, dass es die flammende Rede von Heidi Reichinnek nach der gemeinsamen Abstimmung von Union und AfD war, die der Linken ihr fulminantes Ergebnis eingebracht hat.
Da ist ja selbst Markus Söder weiter. Der bayerische Ministerpräsident versäumt es seit der Wahl im Februar bei fast keiner Rede mehr, das Soziale als Aufgabe der C-Parteien zu erwähnen.
Linnemanns Selbstkritik ist aber auch verräterisch, weil sie rein auf das taktische Moment abzielt. Man hätte die ganze Sitzungswoche im Januar streichen sollen, sagt er, nachdem er festgestellt hat, dass das Wahlkampfmanöver, zu dem man sie missbraucht hat, nicht aufgegangen ist. Dass es der gesamte Wahlkampf gegen die vermeintlich linken und grünen Spinner war, der seitens der Union zu übler Polarisierung geführt hat – diese Einsicht bleibt Linnemann weiterhin schuldig. Er ist ja auch kein Heiner Geißler.
Generalsekretär Linnemann rudert mit aller Kraft zurück. „April, April, es war doch alles nur Spaß“.
Das ist sehr billig Herr Linnemann. Jetzt heulen „Ich tu‘s nie wieder“ ist schon erbärmlich.
Besonders weil es nichts genützt hat, das zweitschlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl. Aber Rücktritte werden sonst schadenfroh immer nur von anderen gefordert.
Aber wenn Merz seinen Thron wanken sieht, dann ade Linnemann.
Dazu ein Kommentar von Christine Dankbar aus der Frankfurter Rundschau von heute:
Zu späte Einsichten
Linnemanns Selbstkritik ist verräterisch
Kann sich hier noch jemand an Heiner Geißler erinnern? Er ist einer der früheren Vorgänger von Carsten Linnemann und war von 1977 bis 1989 CDU-Generalsekretär. In seine Amtszeit fallen eine Menge provokanter Sätze, wie etwa jener, dass der Pazifismus des früheren 20. Jahrhunderts Auschwitz erst möglich gemacht habe. Linksliberale FDP-Politiker, die es damals noch gab, wurden als Terrorsympathisanten verunglimpft. Kurz: Er hatte nichts dagegen, sich im Dienst seiner Partei die Finger schmutzig zu machen. Ein bisschen so wie Carsten Linnemann, wie eigentlich jeder Generalsekretär, der seine Arbeit ernst nimmt.
Später wandelte sich Geißler zum eher linken Attac-Anhänger. Es nützte aber niemandem mehr. Das ist die Parallele zu Carsten Linnemann, seinem Nach-Nach-Nach-Nachfolger im Amt. Auch Linnemanns Einsicht, dass die gemeinsame Abstimmung mit der AfD im Bundestag ein Fehler gewesen war, nützt niemandem. Seine Partei ist bei der Bundestagswahl im Februar weit unter den Erwartungen geblieben.
Aus der Schlappe, die qua Amt auch immer eine des Generalsekretärs der betreffenden Partei ist, zieht Linnemann aber prompt die falschen Schlussfolgerungen. Er denkt offensichtlich wirklich, dass es die flammende Rede von Heidi Reichinnek nach der gemeinsamen Abstimmung von Union und AfD war, die der Linken ihr fulminantes Ergebnis eingebracht hat.
Da ist ja selbst Markus Söder weiter. Der bayerische Ministerpräsident versäumt es seit der Wahl im Februar bei fast keiner Rede mehr, das Soziale als Aufgabe der C-Parteien zu erwähnen.
Linnemanns Selbstkritik ist aber auch verräterisch, weil sie rein auf das taktische Moment abzielt. Man hätte die ganze Sitzungswoche im Januar streichen sollen, sagt er, nachdem er festgestellt hat, dass das Wahlkampfmanöver, zu dem man sie missbraucht hat, nicht aufgegangen ist. Dass es der gesamte Wahlkampf gegen die vermeintlich linken und grünen Spinner war, der seitens der Union zu übler Polarisierung geführt hat – diese Einsicht bleibt Linnemann weiterhin schuldig. Er ist ja auch kein Heiner Geißler.