Ärztevereinigung Virchowbund fordert durchdigitalisiertes »Primärversorgungssystem« – inklusive Eigenbeteiligung und Sanktionsmöglichkeiten
»Montag morgen, zehn vor acht Uhr. Nur noch wenige Minuten bis zur Öffnung. Vor der Milchglastür der Hausarztpraxis hat sich an diesem trüb-nassen Novembertag bereits eine lange Schlange gebildet. Ältere Frauen mit Rollatoren, ein Vater mit hustendem Kind auf dem Arm, eine Teenagerin mit fiebrigem Blick, zwei Männer in Arbeitsklamotten, die in ihrer Firma anrufen.
Hinter der Tür summt der Drucker, klingelt das Telefon, checken medizinische Fachangestellte (MFA) – die früheren Arzt- und Sprechstundenhelferinnen und -helfer – die Lage für den Arbeitsablauf an diesem Morgen. Punkt acht Uhr, eine MFA in mintgrünem Kasack entsperrt den Türriegel – und lässt die Patienten einzeln vor zum Portal. Praxisalltag.
Eine Werktagsroutine, die es so nicht mehr geben soll. Findet jedenfalls Dirk Heinrich. Der Bundesvorsitzende des Virchowbundes präsentierte am Freitag im Impulsreferat seinen »Masterplan Patientensteuerung«. Auf der Bundeshauptversammlung des kleinen, aber stimmgewaltigen Verbands niedergelassener Haus- und Fachärzte in einem Viersternehotel in Berlins Mitte. Schlag- und Reizwörter fallen vor den rund 120 Verbandsmitgliedern, immer wieder ruft Heinrich die Losung aus: »Digital neu denken statt Analoges digitalisieren.« Oder: »Digital vor ambulant und vor stationär.« Wie soll das gehen?.........«
Seltsame Visionen sind das, die da vom Ärztevereinigung Virchowbund ausgebrütet werden.
Eine älter und kränker werdende Gesellschaft soll vom Arztbesuch abgehalten werden, weil Patienten die Praxen »fluten«.
Untersuchungen per Handy und KI. Zwei Instrumente sollen dabei helfen: eine »generelle Eigenbeteiligung« und »Sanktionsmöglichkeiten«, so der Bundesvorsitzende weiter.
Da alsbald das Gesundheitswesen durchdigitalisiert sein soll, erfolgten Abbuchungen der »Strafzahlungen« per Paypal oder Kreditkarte automatisch.
Der Besitz eines Handy und einer Kreditkarte oder die Möglichkeit der Teilnahme am Paypal wäre dann vorgeschrieben.
Manche sollten abends nicht so viel fressen. Das erzeugt schwere Träüme.,
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Ärztevereinigung Virchowbund fordert durchdigitalisiertes »Primärversorgungssystem« – inklusive Eigenbeteiligung und Sanktionsmöglichkeiten
»Montag morgen, zehn vor acht Uhr. Nur noch wenige Minuten bis zur Öffnung. Vor der Milchglastür der Hausarztpraxis hat sich an diesem trüb-nassen Novembertag bereits eine lange Schlange gebildet. Ältere Frauen mit Rollatoren, ein Vater mit hustendem Kind auf dem Arm, eine Teenagerin mit fiebrigem Blick, zwei Männer in Arbeitsklamotten, die in ihrer Firma anrufen.
Hinter der Tür summt der Drucker, klingelt das Telefon, checken medizinische Fachangestellte (MFA) – die früheren Arzt- und Sprechstundenhelferinnen und -helfer – die Lage für den Arbeitsablauf an diesem Morgen. Punkt acht Uhr, eine MFA in mintgrünem Kasack entsperrt den Türriegel – und lässt die Patienten einzeln vor zum Portal. Praxisalltag.
Eine Werktagsroutine, die es so nicht mehr geben soll. Findet jedenfalls Dirk Heinrich. Der Bundesvorsitzende des Virchowbundes präsentierte am Freitag im Impulsreferat seinen »Masterplan Patientensteuerung«. Auf der Bundeshauptversammlung des kleinen, aber stimmgewaltigen Verbands niedergelassener Haus- und Fachärzte in einem Viersternehotel in Berlins Mitte. Schlag- und Reizwörter fallen vor den rund 120 Verbandsmitgliedern, immer wieder ruft Heinrich die Losung aus: »Digital neu denken statt Analoges digitalisieren.« Oder: »Digital vor ambulant und vor stationär.« Wie soll das gehen?.........«
Seltsame Visionen sind das, die da vom Ärztevereinigung Virchowbund ausgebrütet werden.
Eine älter und kränker werdende Gesellschaft soll vom Arztbesuch abgehalten werden, weil Patienten die Praxen »fluten«.
Untersuchungen per Handy und KI. Zwei Instrumente sollen dabei helfen: eine »generelle Eigenbeteiligung« und »Sanktionsmöglichkeiten«, so der Bundesvorsitzende weiter.
Da alsbald das Gesundheitswesen durchdigitalisiert sein soll, erfolgten Abbuchungen der »Strafzahlungen« per Paypal oder Kreditkarte automatisch.
Der Besitz eines Handy und einer Kreditkarte oder die Möglichkeit der Teilnahme am Paypal wäre dann vorgeschrieben.
Manche sollten abends nicht so viel fressen. Das erzeugt schwere Träüme.,
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