Von Feierabend-Mitglied
Montag 21.10.2024, 09:17 – geändert Montag 21.10.2024, 09:27
gibt Anlass einmal daran zu erinnern, dass es bei Erdogan um mehr geht als die Themen Migration, Waffenlieferung und (un-)möglicher EU-Beitritt. Die Türkei stellte Antrag auf Beitritt zu BRICS und zeigt einmal mehr, dass man gar nicht daran denkt sich zu stark an europäische Verpflichtungen gebunden zu fühlen. Auch wenn nicht zu erwarten ist, dass eine Aufnahme bald erfolgen könnte, hat dies auch symbolischen Charakter.
Bekanntlich will man auch bei BRICS ein anderes Währungsystem aufbauen als Gegengewicht zum US-Dollar mit Hinwendung zum chinesischen Renminbi. Seit 2016 besteht bereits eine Währungsaustauschvereinbarung zwischen den Zentralbanken der Türkei und China. Hier handelt es sich bei den Swap-Geschäften allerdings um eine Finanzhilfe in Milliardenhöhe von Peking an Ankara. Der langfristige Kredit wird im Rahmen eines Lira-Renminbi-Swap-Abkommens abgewickelt. Das schafft Verflechtungen bezüglich bilateraler Investitionsbeziehungen. So kündigte der chinesische Elektroautohersteller BYD im Juli 2024 eine Milliardeninvestition in der Türkei an. Im Westen des Landes, in der Industriestadt Manisa, soll ein Werk entstehen, das jährlich 150 000 Elektro- und Hybridfahrzeuge produziert. In der Nähe von Izmir plant BYD zudem ein Forschungs- und Entwicklungszentrum.
Die Türkei positioniert sich als wichtigen Transportkorridor zwischen China und teilnehmenden Ländern der Seidenstraße als "Mittlere Macht" zwischen Ost und West mit strategischem Charakter.
Und da sind die Ambition Ankaras, die Handelsbeziehungen und die verteidigungspolitische Kooperation mit afrikanischen Staaten auszuweiten. Der sich ausdehnende rüstungspolitische Fußabdruck der Türkei zeigt sich auch in der Bereitschaft, in Libyen, im Nordirak und in Syrien militärisch einzugreifen.
Durch den Export von Dual-Use-Gütern der Türkei für die russische Rüstungsproduktion versetzt sie Moskau in die Lage, westliche Sanktionen zu umgehen! Parallel dazu eine Unterstützung türkischer Rüstungsfirmen für die Drohnenproduktion und deren Anwendung in der Ukraine zur Verteidigung.
Erdoğan erhebt Anspruch auf eine Sonderrolle im transatlantischen Bündnis. All das dürfte Scholz bekannt sein bei seinem schwierigen Besuch was im Hintergrund bedacht werden muss.
gibt Anlass einmal daran zu erinnern, dass es bei Erdogan um mehr geht als die Themen Migration, Waffenlieferung und (un-)möglicher EU-Beitritt. Die Türkei stellte Antrag auf Beitritt zu BRICS und zeigt einmal mehr, dass man gar nicht daran denkt sich zu stark an europäische Verpflichtungen gebunden zu fühlen. Auch wenn nicht zu erwarten ist, dass eine Aufnahme bald erfolgen könnte, hat dies auch symbolischen Charakter.
Bekanntlich will man auch bei BRICS ein anderes Währungsystem aufbauen als Gegengewicht zum US-Dollar mit Hinwendung zum chinesischen Renminbi. Seit 2016 besteht bereits eine Währungsaustauschvereinbarung zwischen den Zentralbanken der Türkei und China. Hier handelt es sich bei den Swap-Geschäften allerdings um eine Finanzhilfe in Milliardenhöhe von Peking an Ankara. Der langfristige Kredit wird im Rahmen eines Lira-Renminbi-Swap-Abkommens abgewickelt. Das schafft Verflechtungen bezüglich bilateraler Investitionsbeziehungen. So kündigte der chinesische Elektroautohersteller BYD im Juli 2024 eine Milliardeninvestition in der Türkei an. Im Westen des Landes, in der Industriestadt Manisa, soll ein Werk entstehen, das jährlich 150 000 Elektro- und Hybridfahrzeuge produziert. In der Nähe von Izmir plant BYD zudem ein Forschungs- und Entwicklungszentrum.
Die Türkei positioniert sich als wichtigen Transportkorridor zwischen China und teilnehmenden Ländern der Seidenstraße als "Mittlere Macht" zwischen Ost und West mit strategischem Charakter.
Und da sind die Ambition Ankaras, die Handelsbeziehungen und die verteidigungspolitische Kooperation mit afrikanischen Staaten auszuweiten. Der sich ausdehnende rüstungspolitische Fußabdruck der Türkei zeigt sich auch in der Bereitschaft, in Libyen, im Nordirak und in Syrien militärisch einzugreifen.
Durch den Export von Dual-Use-Gütern der Türkei für die russische Rüstungsproduktion versetzt sie Moskau in die Lage, westliche Sanktionen zu umgehen! Parallel dazu eine Unterstützung türkischer Rüstungsfirmen für die Drohnenproduktion und deren Anwendung in der Ukraine zur Verteidigung.
Erdoğan erhebt Anspruch auf eine Sonderrolle im transatlantischen Bündnis. All das dürfte Scholz bekannt sein bei seinem schwierigen Besuch was im Hintergrund bedacht werden muss.