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Das war zu erwarten

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 17.07.2025, 10:07 – geändert Donnerstag 17.07.2025, 10:17

Laut der Krankenkasse KKH sind seit der Teillegalisierung von Cannabis im April 2024 mehr Menschen wegen durch die Droge verursachter psychischer Verhaltensstörungen ärztlich behandelt worden. Bundesweit waren für 2024 hochgerechnet 250.500 Patienten davon betroffen, wie die KKH am Mittwoch mitteilte. Im Vergleich zu 2023 war das ein Anstieg von 14,5 Prozent.

Auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren wurden die Diagnosen wie akute Rauschzustände, Abhängigkeit und Psychosen gestellt. Auch der Anstieg binnen eines Jahres war lange nicht mehr so deutlich.Dabei wird dann auch noch mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

Laut KKH gibt es die meisten Cannabissüchtigen mit 47.100 Betroffenen in der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen. Das entspricht einem Wert von 95 Fällen pro 10.000 Einwohner - rund drei Mal so viel wie im Bundesdurchschnitt. Mit knapp 25 Prozent gab es den größten Anstieg zwischen 2023 und 2024 bei den 45- bis 49-Jährigen. Bei ihnen gibt es 43 Fälle pro 10.000 Einwohner.

Die Rücknahme der Cannabis-Teillegalisierung ist nun doch nicht in den Koalitionsvertrag von Union und SPD aufgenommen worden, aber noch immer im Gespräch.

Aber so einfach ist das nicht. Die Richtervereinigung warnt vor Überlastung der Justiz. Simon Pschorr, Staatsanwalt: " Wenn Anbau und Konsum von Cannabis wieder komplett untersagt würden, käme das einer Enteignung der Cannabis-Clubs gleich. Damit könnten die Clubs gegenüber dem Staat Entschädigungsansprüche geltend machen." Da Investitionen beim Cannabis-Anbau hoch seien und die Lizenzen laut Gesetz für sieben Jahre galten, rechnet Pschorr mit Beträgen in "nicht unerheblicher Höhe".

Eine vertrackte Situation also. Doch bei all dem sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass es die Menschen selbst sind, die entscheiden oder sich dazu hinreissen lassen, Drogen zu konsumieren. Und wenn der Staat vorbeugend für die Gesundheit dieser Menschen eingreifen will durch ein Verbot, dann erheben manche das Geschrei von "Diktatur". Und es gibt "Geschrei" wegen der Sozialsysteme. Wenn sie durch mehr Drogenkranke noch stärker belastet werden interesssiert das nicht - mal ganz abgesehen von der Situation von Menschen mit Drogenproblemen.

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