Wenn es um die Verteidigung europäischer Werte geht, ist hier und da vom „liberalen Lager“ die Rede. In Polen hat sich jetzt gezeigt, was diese Bezeichnung wert ist.
Der Kandidat des „liberalen Lagers“, Rafal Trzaskowski, hat bekanntlich die Präsidentschaftswahl gegen Karol Nawrocki verloren, einen extrem rechten Nationalisten. Wer nach Gründen dafür sucht, stößt auf ein doppeltes Lehrstück für das Versagen der selbsternannten Liberalen.
Teil eins: Ministerpräsident Donald Tusk, der diesem Lager zugerechnet wird, ist geradezu beispielhaft mit dem Versuch gescheitert, die extreme Rechte durch eine Kopie ihrer Politik zu schwächen. Er hat dafür gesorgt, dass an der Grenze zu Belarus nur noch in wenigen Ausnahmefällen überhaupt Asylanträge gestellt werden dürfen. Wem nutzt es, wenn rechtsextreme Forderungen auf diese Weise zum Mainstream gemacht werden? Die Wahl hat es gezeigt.
Teil zwei: Dass die deutsche Regierung von Friedrich Merz sich ganz ähnlich verhält, hat nun wiederum in Polen für mächtigen Ärger gesorgt, denn wer an deutschen Ostgrenzen zurückgewiesen wird, landet nicht selten wo? Richtig, in Polen. Auch das hat das ultranationalistische Lager gestärkt. Nawrocki kann sich für seinen Sieg unter anderem beim deutschen Kanzler bedanken.
Wie lange ist das „liberale Lager“ noch dumm oder zynisch genug, die extreme Rechte zu stärken, indem es sie auf diesem Feld mit Hingabe imitiert?
Stephan Hebel, Frankfurter Rundschau 11.6.2025
…………………
So lange dieses angeblich liberale Lager sich noch liberal nennt, aber nach rechts abgewandert ist und rechts nun mal egoistisch, also unsozial (asozial) ist, wird sich daran nichts ändern.
Was diesem „liberalen Lager“ guttun würde wäre eine Schulung darüber, was liberal eigentlich bedeutet. Wenn ich mir aber die Bürschlein der Jungen Liberalen ansehe, dann sehr ich da keine großen Chancen dafür.
Wenn es um die Verteidigung europäischer Werte geht, ist hier und da vom „liberalen Lager“ die Rede. In Polen hat sich jetzt gezeigt, was diese Bezeichnung wert ist.
Der Kandidat des „liberalen Lagers“, Rafal Trzaskowski, hat bekanntlich die Präsidentschaftswahl gegen Karol Nawrocki verloren, einen extrem rechten Nationalisten. Wer nach Gründen dafür sucht, stößt auf ein doppeltes Lehrstück für das Versagen der selbsternannten Liberalen.
Teil eins: Ministerpräsident Donald Tusk, der diesem Lager zugerechnet wird, ist geradezu beispielhaft mit dem Versuch gescheitert, die extreme Rechte durch eine Kopie ihrer Politik zu schwächen. Er hat dafür gesorgt, dass an der Grenze zu Belarus nur noch in wenigen Ausnahmefällen überhaupt Asylanträge gestellt werden dürfen. Wem nutzt es, wenn rechtsextreme Forderungen auf diese Weise zum Mainstream gemacht werden? Die Wahl hat es gezeigt.
Teil zwei: Dass die deutsche Regierung von Friedrich Merz sich ganz ähnlich verhält, hat nun wiederum in Polen für mächtigen Ärger gesorgt, denn wer an deutschen Ostgrenzen zurückgewiesen wird, landet nicht selten wo? Richtig, in Polen. Auch das hat das ultranationalistische Lager gestärkt. Nawrocki kann sich für seinen Sieg unter anderem beim deutschen Kanzler bedanken.
Wie lange ist das „liberale Lager“ noch dumm oder zynisch genug, die extreme Rechte zu stärken, indem es sie auf diesem Feld mit Hingabe imitiert?
Stephan Hebel, Frankfurter Rundschau 11.6.2025
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So lange dieses angeblich liberale Lager sich noch liberal nennt, aber nach rechts abgewandert ist und rechts nun mal egoistisch, also unsozial (asozial) ist, wird sich daran nichts ändern.
Was diesem „liberalen Lager“ guttun würde wäre eine Schulung darüber, was liberal eigentlich bedeutet. Wenn ich mir aber die Bürschlein der Jungen Liberalen ansehe, dann sehr ich da keine großen Chancen dafür.