Von Feierabend-Mitglied
Dienstag 17.10.2023, 09:36 – geändert Dienstag 17.10.2023, 10:02
war mir in dieser perfektionierten Form nicht bekannt und wohl auch nicht allen Usern hier. Und da kann jeder seine Schlüsse ziehen wie ernst es der Hamas war und ist mit Friedensbemühungen. Bitte das ist kein Relativierungsversuch für die israelische Siedlungspolitik und andere Kritikpunkte, sollte aber dennoch zur Kenntnis genommen werden und ebenfalls nachdenklich machen.
Die militante Palästinensergruppe hat Hunderte Kilometer Tunnel unter den Städten des Gazastreifens gegraben für eine dauerhafte Nutzung und hat das System perfektioniert. Es gibt dort Kommando- und Kontrollzentren unter der Erde, Elektrizität und Lebensmittelvorräte. Manche Tunnel sind so gross, dass Fahrzeuge sie passieren können. Es gibt Falltüren-Systeme, die Raketenwerfer an die Oberfläche bringen und nach dem Einsatz ebenso schnell verschwinden lassen. Bis zu 30 Meter tief liegen die Gänge unter Gaza. Meist liegen die Eingänge in Privathäusern, aber auch in Schulen, Moscheen und anderen öffentlichen Gebäuden. Selbst in einer Schule der Vereinten Nationen wurde schon ein Tunneleingang gefunden, wie die «Jerusalem Post» berichtete.
Mehr dazu:
"Die militante Palästinensergruppe hat Hunderte Kilometer Tunnel unter den Städten des Gazastreifens gegraben. Für die israelische Armee sind sie aus mehren Gründen eine Herausforderung.
Im Gazastreifen leben 2,3 Millionen Menschen dicht an dicht. Das ist der sichtbare Teil des Landstrichs am Mittelmeer. Doch unter dem Boden geht es weiter. Denn die Hamas hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein gigantisches Tunnelsystem gegraben, das sich tief im Erdreich durch den Gazastreifen zieht.
Schnell und unsichtbar können sich die Kämpfer der Hamas dank den Tunneln fortbewegen. Die militärische Stärke der Hamas beruht massgeblich darauf. Die israelische Militär will sich denn bei seiner Offensive gegen den Gazastreifen auch zuerst auf die Tunnel fokussieren. Für die Armee wird das eine grosse Herausforderungen sein.
Die israelische Armee nennt sie die Metro von Gaza
Denn wie gross das Untergrundsystem ist, weiss abgesehen von der Hamas niemand genau. Im Jahr 2014 schätzte Israel, dass die Hamas 1300 Tunnel gebaut und dafür 1,25 Milliarden Dollar ausgeben habe. Die Terrormiliz selbst verkündete während des vergangenen Gazakrieges im Mai 2021, es zögen sich 500 Kilometer durch den Boden. Die israelische Armee nennt die Tunnel «die Metro von Gaza». Doch zum Vergleich: Die Pariser Metro ist gerade einmal 220 Kilometer lang.
Einen Eindruck von dem weit verzweigten Tunnelsystem gibt folgende Karte. Die Illustration basiert auf Tunneln, welche die israelische Armee nach eigenen Angaben im Mai 2021 zerstört hat:
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Tunnel gab es im Gazastreifen schon vor der Machtergreifung der Hamas im Jahr 2007. Die Einwohner nutzten die Wege unter der Erde, um Waren zu schmuggeln, vor allem unter der Grenze zu Ägypten. Dann begann die Hamas, Tunnel für den Kampf mit den Israeli zu graben. Erstmals gelang es ihr 2004, bis unter eine israelische Stellung zu gelangen und eine Bombe detonieren zu lassen; 2006 gruben sie sich nach Israel und töteten drei Soldaten. Seitdem gelang es der Hamas immer wieder, sich nach Israel durchzugraben. 2014 zerstörte die israelische Armee 30 dieser Tunnel.
Auch deswegen hat Israel den Grenzzaun zu Gaza im Jahr 2021 mit modernster Technik verstärkt. Die Sperranlage reicht nun auch tief in den Boden hinein, Sensoren spüren Hohlräume unter der Erde auf. Jetzt gibt es Berichte, wonach es in der Nähe des Kibbuz Kfar Aza Tunnelausgänge gebe. Dort massakrierte die Hamas bei ihrem Angriff am 7. Oktober Dutzende israelische Zivilisten.
Das System verbindet zivile mit militärischer Infrastruktur
Die meisten Tunnel nach Israel waren sehr einfach gebaut. Die Hamas kalkulierte schon ein, dass die Israeli die Gänge früher oder später entdecken und zerstören würden. Ganz anders sieht das im Gazastreifen aus, dort baut die Hamas die Tunnel für eine dauerhafte Nutzung und hat das System perfektioniert. Es gibt dort Kommando- und Kontrollzentren unter der Erde, Elektrizität und Lebensmittelvorräte. Manche Tunnel sind so gross, dass Fahrzeuge sie passieren können. Es gibt Falltüren-Systeme, die Raketenwerfer an die Oberfläche bringen und nach dem Einsatz ebenso schnell verschwinden lassen.
In der Vergangenheit hat das israelische Militär Journalisten durch Tunnel geführt, die sie entdeckt haben. Auch die Hamas hat arabischen Journalisten ihr Untergrundsystem gezeigt. Bis zu 30 Meter tief liegen die Gänge unter Gaza. Meist liegen die Eingänge in Privathäusern, aber auch in Schulen, Moscheen und anderen öffentlichen Gebäuden. Selbst in einer Schule der Vereinten Nationen wurde schon ein Tunneleingang gefunden, wie die «Jerusalem Post» berichtete.
Das Tunnelsystem, das weitgehend unter Wohngebieten gebaut ist, zeigt, wie perfide das System der Hamas ist. Für die israelische Armee ist es kaum möglich, zwischen militärischer und ziviler Infrastruktur im Gazastreifen zu unterscheiden. Ganz Gaza ist eine Festung. Den Tod von Zivilisten nimmt die Hamas damit bewusst in Kauf.
Die israelische Armee bekämpft die Tunnel aus der Luft
Die israelische Armee bekämpft die Tunnel bisher vor allem aus der Luft. Sie setzt dafür Bomben ein, die sich tief in den Boden graben können, bevor sie detonieren. Im Mai 2021 teilte die israelische Armee mit, sie habe 100 Kilometer Tunnel zerstört. Auch jetzt vermeldet das Militär immer wieder, unterirdische Gänge getroffen zu haben.
Doch das Vorgehen verursacht immense Kollateralschäden, wie die Bilder aus Gaza eindrücklich zeigen: Ganze Strassenzüge bestehen nur noch aus Ruinen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Hamas die bis zu 200 Geiseln, die sie nach eigenen Angaben bei dem Angriff in Israel genommen hat, in den Tunneln gefangen halten könnte.
Das intensive Bombardement Israels bereitet eine Bodenoffensive vor. Seit 2014 hat die Armee vermieden, mit Bodentruppen in den Gazastreifen einzudringen. Die Tunnel sind ein Grund dafür. In einem Kampf unter der Erde würde die israelische Armee jeglichen Vorteil ihrer modernen Ausstattung verlieren. Die Hamas kennt sich in den weit verzweigten Tunneln aus – im Gegensatz zu den Israeli. Und selbst wenn die israelische Armee die Tunnel nicht betritt, machen sie auch den Häuserkampf unberechenbar. An jeder Stelle können Hamas-Kämpfer plötzlich auftauchen und wieder verschwinden.
Der Militärexperte Colin Clarke glaubt an die technische Überlegenheit der israelischen Armee. Diese werde ihr auch im Kampf um die Tunnel dienen, sagte er dem britischen Rundfunk BBC. Sie könnte Drohnen und unbemannte Fahrzeuge in die Tunnel schicken, bevor sie diese von Soldaten stürmen lasse. Doch die Hamas wird ihre Tunnel gut gerüstet haben. Und verteidigen."
war mir in dieser perfektionierten Form nicht bekannt und wohl auch nicht allen Usern hier. Und da kann jeder seine Schlüsse ziehen wie ernst es der Hamas war und ist mit Friedensbemühungen. Bitte das ist kein Relativierungsversuch für die israelische Siedlungspolitik und andere Kritikpunkte, sollte aber dennoch zur Kenntnis genommen werden und ebenfalls nachdenklich machen.
Die militante Palästinensergruppe hat Hunderte Kilometer Tunnel unter den Städten des Gazastreifens gegraben für eine dauerhafte Nutzung und hat das System perfektioniert. Es gibt dort Kommando- und Kontrollzentren unter der Erde, Elektrizität und Lebensmittelvorräte. Manche Tunnel sind so gross, dass Fahrzeuge sie passieren können. Es gibt Falltüren-Systeme, die Raketenwerfer an die Oberfläche bringen und nach dem Einsatz ebenso schnell verschwinden lassen. Bis zu 30 Meter tief liegen die Gänge unter Gaza. Meist liegen die Eingänge in Privathäusern, aber auch in Schulen, Moscheen und anderen öffentlichen Gebäuden. Selbst in einer Schule der Vereinten Nationen wurde schon ein Tunneleingang gefunden, wie die «Jerusalem Post» berichtete.
Mehr dazu:
"Die militante Palästinensergruppe hat Hunderte Kilometer Tunnel unter den Städten des Gazastreifens gegraben. Für die israelische Armee sind sie aus mehren Gründen eine Herausforderung.
Im Gazastreifen leben 2,3 Millionen Menschen dicht an dicht. Das ist der sichtbare Teil des Landstrichs am Mittelmeer. Doch unter dem Boden geht es weiter. Denn die Hamas hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein gigantisches Tunnelsystem gegraben, das sich tief im Erdreich durch den Gazastreifen zieht.
Schnell und unsichtbar können sich die Kämpfer der Hamas dank den Tunneln fortbewegen. Die militärische Stärke der Hamas beruht massgeblich darauf. Die israelische Militär will sich denn bei seiner Offensive gegen den Gazastreifen auch zuerst auf die Tunnel fokussieren. Für die Armee wird das eine grosse Herausforderungen sein.
Die israelische Armee nennt sie die Metro von Gaza
Denn wie gross das Untergrundsystem ist, weiss abgesehen von der Hamas niemand genau. Im Jahr 2014 schätzte Israel, dass die Hamas 1300 Tunnel gebaut und dafür 1,25 Milliarden Dollar ausgeben habe. Die Terrormiliz selbst verkündete während des vergangenen Gazakrieges im Mai 2021, es zögen sich 500 Kilometer durch den Boden. Die israelische Armee nennt die Tunnel «die Metro von Gaza». Doch zum Vergleich: Die Pariser Metro ist gerade einmal 220 Kilometer lang.
Einen Eindruck von dem weit verzweigten Tunnelsystem gibt folgende Karte. Die Illustration basiert auf Tunneln, welche die israelische Armee nach eigenen Angaben im Mai 2021 zerstört hat:
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Tunnel gab es im Gazastreifen schon vor der Machtergreifung der Hamas im Jahr 2007. Die Einwohner nutzten die Wege unter der Erde, um Waren zu schmuggeln, vor allem unter der Grenze zu Ägypten. Dann begann die Hamas, Tunnel für den Kampf mit den Israeli zu graben. Erstmals gelang es ihr 2004, bis unter eine israelische Stellung zu gelangen und eine Bombe detonieren zu lassen; 2006 gruben sie sich nach Israel und töteten drei Soldaten. Seitdem gelang es der Hamas immer wieder, sich nach Israel durchzugraben. 2014 zerstörte die israelische Armee 30 dieser Tunnel.
Auch deswegen hat Israel den Grenzzaun zu Gaza im Jahr 2021 mit modernster Technik verstärkt. Die Sperranlage reicht nun auch tief in den Boden hinein, Sensoren spüren Hohlräume unter der Erde auf. Jetzt gibt es Berichte, wonach es in der Nähe des Kibbuz Kfar Aza Tunnelausgänge gebe. Dort massakrierte die Hamas bei ihrem Angriff am 7. Oktober Dutzende israelische Zivilisten.
Das System verbindet zivile mit militärischer Infrastruktur
Die meisten Tunnel nach Israel waren sehr einfach gebaut. Die Hamas kalkulierte schon ein, dass die Israeli die Gänge früher oder später entdecken und zerstören würden. Ganz anders sieht das im Gazastreifen aus, dort baut die Hamas die Tunnel für eine dauerhafte Nutzung und hat das System perfektioniert. Es gibt dort Kommando- und Kontrollzentren unter der Erde, Elektrizität und Lebensmittelvorräte. Manche Tunnel sind so gross, dass Fahrzeuge sie passieren können. Es gibt Falltüren-Systeme, die Raketenwerfer an die Oberfläche bringen und nach dem Einsatz ebenso schnell verschwinden lassen.
In der Vergangenheit hat das israelische Militär Journalisten durch Tunnel geführt, die sie entdeckt haben. Auch die Hamas hat arabischen Journalisten ihr Untergrundsystem gezeigt. Bis zu 30 Meter tief liegen die Gänge unter Gaza. Meist liegen die Eingänge in Privathäusern, aber auch in Schulen, Moscheen und anderen öffentlichen Gebäuden. Selbst in einer Schule der Vereinten Nationen wurde schon ein Tunneleingang gefunden, wie die «Jerusalem Post» berichtete.
Das Tunnelsystem, das weitgehend unter Wohngebieten gebaut ist, zeigt, wie perfide das System der Hamas ist. Für die israelische Armee ist es kaum möglich, zwischen militärischer und ziviler Infrastruktur im Gazastreifen zu unterscheiden. Ganz Gaza ist eine Festung. Den Tod von Zivilisten nimmt die Hamas damit bewusst in Kauf.
Die israelische Armee bekämpft die Tunnel aus der Luft
Die israelische Armee bekämpft die Tunnel bisher vor allem aus der Luft. Sie setzt dafür Bomben ein, die sich tief in den Boden graben können, bevor sie detonieren. Im Mai 2021 teilte die israelische Armee mit, sie habe 100 Kilometer Tunnel zerstört. Auch jetzt vermeldet das Militär immer wieder, unterirdische Gänge getroffen zu haben.
Doch das Vorgehen verursacht immense Kollateralschäden, wie die Bilder aus Gaza eindrücklich zeigen: Ganze Strassenzüge bestehen nur noch aus Ruinen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Hamas die bis zu 200 Geiseln, die sie nach eigenen Angaben bei dem Angriff in Israel genommen hat, in den Tunneln gefangen halten könnte.
Das intensive Bombardement Israels bereitet eine Bodenoffensive vor. Seit 2014 hat die Armee vermieden, mit Bodentruppen in den Gazastreifen einzudringen. Die Tunnel sind ein Grund dafür. In einem Kampf unter der Erde würde die israelische Armee jeglichen Vorteil ihrer modernen Ausstattung verlieren. Die Hamas kennt sich in den weit verzweigten Tunneln aus – im Gegensatz zu den Israeli. Und selbst wenn die israelische Armee die Tunnel nicht betritt, machen sie auch den Häuserkampf unberechenbar. An jeder Stelle können Hamas-Kämpfer plötzlich auftauchen und wieder verschwinden.
Der Militärexperte Colin Clarke glaubt an die technische Überlegenheit der israelischen Armee. Diese werde ihr auch im Kampf um die Tunnel dienen, sagte er dem britischen Rundfunk BBC. Sie könnte Drohnen und unbemannte Fahrzeuge in die Tunnel schicken, bevor sie diese von Soldaten stürmen lasse. Doch die Hamas wird ihre Tunnel gut gerüstet haben. Und verteidigen."
www.nzz.ch/ ... /tunnel-der-hamas-machen-gaza-zu-einer-festung-ld.1760736