Wie wichtig Afrika für den chinesischen Präsidenten Xi Jinping ist, zeigte er bereits zu Beginn seiner Amtszeit: Sein erste Auslandsreise als Staatsoberhaupt führte ihn im März 2013 unter anderem nach Tansania, Südafrika und die Republik Kongo. Seit der Jahrtausendwende hat die Regierung in Peking ihren Einfluss in Afrika immer weiter ausgebaut, damals wurde das Forum für China-Afrika-Kooperation (Focac) ins Leben gerufen. Von diesem Mittwoch an ist Xi Gastgeber des Focac-Gipfeltreffens in der chinesischen Hauptstadt.
53 der 54 Staaten in Afrika sind in Focac zusammengeschlossen, nur das kleine Eswatini bildet eine Ausnahme – es unterhält keine diplomatischen Beziehungen zur Volksrepublik China, sondern zu Taiwan. Dutzende Staats- und Regierungschefs werden an dem dreitägigen Gipfel teilnehmen, auch UN-Generalsekretär António Guterres wird erwartet.
Xi will eine Grundsatzrede halten, in der er laut Außenministerium „neue Aktionen und Maßnahmen für die praktische Zusammenarbeit mit Afrika“ ankündigen wird. Schon jetzt ist die Kooperation beachtlich: China ist seit 15 Jahren der wichtigste Handelspartner Afrikas und einer der bedeutendsten Investoren. Umstritten ist Pekings Kreditpolitik, zahlreiche afrikanische Länder stehen dort in der Kreide. Fachleute befürchten, dass die Schuldner in finanzielle und politische Abhängigkeit geraten – sie sprechen von „Schuldenfallen-Diplomatie“. Aus Sicht Pekings tragen die Kredite dagegen zur Entwicklung der Infrastruktur in diesen Staaten bei.
Das Zentrum für globale Entwicklungspolitik an der amerikanischen Boston University schätzt, dass chinesische Kreditgeber von 2000 bis 2023 mehr als 1300 Kredite mit einem Volumen von 182,28 Milliarden Dollar (rund 165 Milliarden Euro) vor allem an afrikanische Regierungen vergeben haben. Das Engagement ist Teil des 2013 gestarteten Projekts „Neue Seidenstraße“, mit dem Peking neue Handelswege nach Afrika, Europa, Lateinamerika und in Asien erschließt.
Die britische Denkfabrik Chatham House schrieb im Oktober, die gesamte Auslandsverschuldung Afrikas habe sich zwischen 2000 und 2020 auf 696 Milliarden Dollar mehr als verfünffacht – davon entfielen zwölf Prozent auf chinesische Kreditgeber. „China hat die afrikanische Schuldenkrise in den meisten Fällen nicht verursacht, aber es ist der Schlüssel zu einer Lösung.“
Der Direktor des von Peking unterstützten Zentrums für Chinastudien an der Universität Dar es Salaam in Tansania, Humphrey Moshi, lehnt das „Narrativ der Schuldenfalle“ ab. Dieses ziele nur darauf ab, „Chinas wachsenden Einfluss in Afrika zu diskreditieren und die westliche Dominanz aufrechtzuerhalten“, zitiert ihn die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinghua.
Chinas Einfluss in Afrika dürfte mit dem Gipfel weiter wachsen. Auch Russland baut sein Engagement auf dem Kontinent immer weiter aus. Zugleich nehmen der Einfluss Europas und der USA ab.
(Can Merey, FR vom 4.9.2024)
Der Klimawandel bringt Wärme. Das ist aber nicht der Grund, warum den USA und der EU immer stärker die Felle weg schwimmen.
Schon klar, warum uns da angebliche Feinde vorgeführt werden.
Wie wichtig Afrika für den chinesischen Präsidenten Xi Jinping ist, zeigte er bereits zu Beginn seiner Amtszeit: Sein erste Auslandsreise als Staatsoberhaupt führte ihn im März 2013 unter anderem nach Tansania, Südafrika und die Republik Kongo. Seit der Jahrtausendwende hat die Regierung in Peking ihren Einfluss in Afrika immer weiter ausgebaut, damals wurde das Forum für China-Afrika-Kooperation (Focac) ins Leben gerufen. Von diesem Mittwoch an ist Xi Gastgeber des Focac-Gipfeltreffens in der chinesischen Hauptstadt.
53 der 54 Staaten in Afrika sind in Focac zusammengeschlossen, nur das kleine Eswatini bildet eine Ausnahme – es unterhält keine diplomatischen Beziehungen zur Volksrepublik China, sondern zu Taiwan. Dutzende Staats- und Regierungschefs werden an dem dreitägigen Gipfel teilnehmen, auch UN-Generalsekretär António Guterres wird erwartet.
Xi will eine Grundsatzrede halten, in der er laut Außenministerium „neue Aktionen und Maßnahmen für die praktische Zusammenarbeit mit Afrika“ ankündigen wird. Schon jetzt ist die Kooperation beachtlich: China ist seit 15 Jahren der wichtigste Handelspartner Afrikas und einer der bedeutendsten Investoren. Umstritten ist Pekings Kreditpolitik, zahlreiche afrikanische Länder stehen dort in der Kreide. Fachleute befürchten, dass die Schuldner in finanzielle und politische Abhängigkeit geraten – sie sprechen von „Schuldenfallen-Diplomatie“. Aus Sicht Pekings tragen die Kredite dagegen zur Entwicklung der Infrastruktur in diesen Staaten bei.
Das Zentrum für globale Entwicklungspolitik an der amerikanischen Boston University schätzt, dass chinesische Kreditgeber von 2000 bis 2023 mehr als 1300 Kredite mit einem Volumen von 182,28 Milliarden Dollar (rund 165 Milliarden Euro) vor allem an afrikanische Regierungen vergeben haben. Das Engagement ist Teil des 2013 gestarteten Projekts „Neue Seidenstraße“, mit dem Peking neue Handelswege nach Afrika, Europa, Lateinamerika und in Asien erschließt.
Die britische Denkfabrik Chatham House schrieb im Oktober, die gesamte Auslandsverschuldung Afrikas habe sich zwischen 2000 und 2020 auf 696 Milliarden Dollar mehr als verfünffacht – davon entfielen zwölf Prozent auf chinesische Kreditgeber. „China hat die afrikanische Schuldenkrise in den meisten Fällen nicht verursacht, aber es ist der Schlüssel zu einer Lösung.“
Der Direktor des von Peking unterstützten Zentrums für Chinastudien an der Universität Dar es Salaam in Tansania, Humphrey Moshi, lehnt das „Narrativ der Schuldenfalle“ ab. Dieses ziele nur darauf ab, „Chinas wachsenden Einfluss in Afrika zu diskreditieren und die westliche Dominanz aufrechtzuerhalten“, zitiert ihn die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinghua.
Chinas Einfluss in Afrika dürfte mit dem Gipfel weiter wachsen. Auch Russland baut sein Engagement auf dem Kontinent immer weiter aus. Zugleich nehmen der Einfluss Europas und der USA ab.
(Can Merey, FR vom 4.9.2024)
Der Klimawandel bringt Wärme. Das ist aber nicht der Grund, warum den USA und der EU immer stärker die Felle weg schwimmen.
Schon klar, warum uns da angebliche Feinde vorgeführt werden.