Von Feierabend-Mitglied
Donnerstag 29.05.2025, 17:02 – geändert Donnerstag 29.05.2025, 17:09
wurde er schon genannt. Auch er könnte Monster erschaffen, allerdings auf subtilerem Wege und wesentlich einflussreicher auf die Menschheit als Frankenstein. In China wurde er gestoppt - aaber ...
"Für seine Versuche an Embryos musste He Jiankui in China drei Jahre in Haft. Nun kündigt er neue Experimente an. Kurz darauf wird seiner Ehefrau die Einreise verweigert.
He Jiankui hat hohe Ziele. Er hoffe, so postete er es vor wenigen Wochen auf seinem X -Profil, dass die Menschheit ihn einst als einen «chinesischen Darwin» im Gedächtnis behalten werde. In den Schlagzeilen der Weltpresse war der Genforscher zuletzt eher als «Chinas Frankenstein» bekannt.
Unter welchem der beiden Titel He Jiankui in die Geschichte eingehen wird, ist derzeit nicht leicht vorherzusagen. Schon in der Gegenwart lässt sich schwer einordnen, was Chinas wohl berühmtesten Genforscher umtreibt. Er plant, so viel scheint sicher, nach schweren Rückschlägen ein Comeback. Er ist, auch das scheint verbürgt, seit Kurzem verheiratet. Und von seiner Frau, so sieht es aus, trennt ihn nun überraschend eine Landesgrenze, die beide vorerst nicht mehr überqueren können.
Aber der Reihe nach. He Jiankui, heute 41 Jahre alt, kam 2018 quasi über Nacht zu fragwürdigem Ruhm, als er öffentlich erklärte, ein präzedenzloses Experiment durchgeführt zu haben: Mittels Keimbahntherapie wollte er zwei menschliche Zwillingsembryos gegen HIV immunisiert haben.
Es war ein Eingriff, der aus guten Gründen nie zuvor durchgeführt worden war, weil er komplexe ethische und medizinische Fragen aufwirft. Die Keimbahntherapie greift tief in die Erbstruktur ein, sie löst Mutationen aus, die weitervererbt werden können. Das mag wünschenswert sein, wenn es vor Aidserkrankungen schützt. Aber auch jede unbeabsichtigte Genveränderung wird potenziell an folgende Generationen weitergegeben. Und ganz abgesehen von möglichen Folgeschäden experimentieren Wissenschaftler generell nicht an lebenden Embryos.
Nicht nur von internationalen Forschungskollegen wurde He heftig kritisiert. Sein Eingriff löste eine weltweite Mediendebatte über die Gefahren von «Designerbabys» aus, man prangerte He als skrupellosen Mediziner an, der sich aus Profilierungssucht über ethische Grenzen hinwegsetzt. In China landete er vor Gericht, 2019 verurteilte man ihn zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe.
Nach seiner Freilassung aber kündigte He mehrfach an, seine umstrittene Forschung fortsetzen zu wollen. In China allerdings wurde in der Zwischenzeit die Gesetzgebung zur Keimbahntherapie verschärft, nicht zuletzt als Reaktion auf den internationalen Aufschrei über Hes Experimente. Erschwerend kommt hinzu, dass der Genetiker in seiner Heimat inzwischen weitgehend isoliert ist, er gehört keiner Universität oder sonstigen Forschungseinrichtung mehr an....."
Es scheint nicht ausgeschlossen zu sein, dass er und seine Frau irgend einen Weg finden, weiter zu machen. (Irgend jemand der das aus irgenwelchen Gründen in einem Privatlabor finanziert?) Mich schaudert bei dem Gedanken welche immens weitreichende Folgen solche Experimente haben können mit "Nebenwirkungen" die nicht mehr aus der Welt zu schaffen sind und so etwas wie eine Büchse der Pandora öffnen können.
wurde er schon genannt. Auch er könnte Monster erschaffen, allerdings auf subtilerem Wege und wesentlich einflussreicher auf die Menschheit als Frankenstein. In China wurde er gestoppt - aaber ...
"Für seine Versuche an Embryos musste He Jiankui in China drei Jahre in Haft. Nun kündigt er neue Experimente an. Kurz darauf wird seiner Ehefrau die Einreise verweigert.
He Jiankui hat hohe Ziele. Er hoffe, so postete er es vor wenigen Wochen auf seinem X -Profil, dass die Menschheit ihn einst als einen «chinesischen Darwin» im Gedächtnis behalten werde. In den Schlagzeilen der Weltpresse war der Genforscher zuletzt eher als «Chinas Frankenstein» bekannt.
Unter welchem der beiden Titel He Jiankui in die Geschichte eingehen wird, ist derzeit nicht leicht vorherzusagen. Schon in der Gegenwart lässt sich schwer einordnen, was Chinas wohl berühmtesten Genforscher umtreibt. Er plant, so viel scheint sicher, nach schweren Rückschlägen ein Comeback. Er ist, auch das scheint verbürgt, seit Kurzem verheiratet. Und von seiner Frau, so sieht es aus, trennt ihn nun überraschend eine Landesgrenze, die beide vorerst nicht mehr überqueren können.
Aber der Reihe nach. He Jiankui, heute 41 Jahre alt, kam 2018 quasi über Nacht zu fragwürdigem Ruhm, als er öffentlich erklärte, ein präzedenzloses Experiment durchgeführt zu haben: Mittels Keimbahntherapie wollte er zwei menschliche Zwillingsembryos gegen HIV immunisiert haben.
Es war ein Eingriff, der aus guten Gründen nie zuvor durchgeführt worden war, weil er komplexe ethische und medizinische Fragen aufwirft. Die Keimbahntherapie greift tief in die Erbstruktur ein, sie löst Mutationen aus, die weitervererbt werden können. Das mag wünschenswert sein, wenn es vor Aidserkrankungen schützt. Aber auch jede unbeabsichtigte Genveränderung wird potenziell an folgende Generationen weitergegeben. Und ganz abgesehen von möglichen Folgeschäden experimentieren Wissenschaftler generell nicht an lebenden Embryos.
Nicht nur von internationalen Forschungskollegen wurde He heftig kritisiert. Sein Eingriff löste eine weltweite Mediendebatte über die Gefahren von «Designerbabys» aus, man prangerte He als skrupellosen Mediziner an, der sich aus Profilierungssucht über ethische Grenzen hinwegsetzt. In China landete er vor Gericht, 2019 verurteilte man ihn zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe.
Nach seiner Freilassung aber kündigte He mehrfach an, seine umstrittene Forschung fortsetzen zu wollen. In China allerdings wurde in der Zwischenzeit die Gesetzgebung zur Keimbahntherapie verschärft, nicht zuletzt als Reaktion auf den internationalen Aufschrei über Hes Experimente. Erschwerend kommt hinzu, dass der Genetiker in seiner Heimat inzwischen weitgehend isoliert ist, er gehört keiner Universität oder sonstigen Forschungseinrichtung mehr an....."
Mehr dazu:
www.watson.ch/ ... /331826845-chinesischer-genforscher-he-jiankui-plant-sein-comeback-mit-seiner-frau
Es scheint nicht ausgeschlossen zu sein, dass er und seine Frau irgend einen Weg finden, weiter zu machen. (Irgend jemand der das aus irgenwelchen Gründen in einem Privatlabor finanziert?) Mich schaudert bei dem Gedanken welche immens weitreichende Folgen solche Experimente haben können mit "Nebenwirkungen" die nicht mehr aus der Welt zu schaffen sind und so etwas wie eine Büchse der Pandora öffnen können.