Sterbende Parteien müssen im Gespräch bleiben. Die Fünfprozenthürde nimmt sich nicht von allein. Weiß die FDP, für die es mit Deutschland wieder mal nicht vorangeht. Zu ihrem Katechismus gehört seit je der Transfer gesellschaftlich bedingter Missstände auf den einzelnen.
Entsprechend unterliegt der Wachstumszyklus auch nicht wirtschaftlichen Zusammenhängen, er hat mit der Einstellung der Arbeitenden zu tun. Jetzt hat die Partei, die mit gedanklicher Armut weniger Sorgen zu haben scheint als mit materieller, der schwarz-roten Koalition »Stillstand bei Reformen« vorgeworfen. Parteichef Dürr sagte in Berlin nach einer Klausurtagung des Bundesvorstands, CDU-Generalsekretär Linnemann spreche regelmäßig davon, dass die Menschen in Deutschland keine Lust auf Arbeit hätten. Verdammte Leute aber auch, die nur arbeiten, um zu leben. Statt leben, um zu arbeiten. Man darf allerdings, sagt Dürr, nicht vom Durchschnitt ausgehen. Unter der phlegmatischen Talgschicht schlummern Vulkane, bereit auszubrechen. Die Menschen hätten sehr wohl Lust, etwas zu leisten, nur die Rahmenbedingungen stimmten nicht. Dürrs Vorschlag: Es müsse für Beschäftigte im Arbeitsrecht die Möglichkeit bestehen, weniger Urlaubstage in einem Jahr zu nehmen und damit mehr Geld zu verdienen.
Da Urlaub, wie man außerhalb der FDP noch weiß, bezahlt ist, geht es wohl um Prämien, die anreizen sollen, den gesetzlich garantierten Urlaub auszuschlagen. Dass in der Pflicht zum Urlaub das Recht auf Urlaub steckt, dass es sich dabei um ein Prinzip handelt, das medizinischer Fürsorge folgt und dem subtilen Druck von Unternehmern gegen nicht zur letzten Aufopferung bereiten Angestellten vorbeugen soll, kann natürlich nicht erkennen, wer jeden etwa aufkommenden kritischen Gedanken gewohnheitsmäßig im Schrei nach Freiheit erstickt.
Die FDP macht es den Wählern leicht, sie zu übersehen.
Ob dass dann aber für die nötigen 5 Prozent ausreichen wird?
Oder ist es gar ein Bewerbungsschreiben an die AfD?
Aber auch dann bräuchte man 5 Prozent und auf Leihstimmen bräuchte man von denen nicht zu hoffen.
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Sterbende Parteien müssen im Gespräch bleiben. Die Fünfprozenthürde nimmt sich nicht von allein. Weiß die FDP, für die es mit Deutschland wieder mal nicht vorangeht. Zu ihrem Katechismus gehört seit je der Transfer gesellschaftlich bedingter Missstände auf den einzelnen.
Entsprechend unterliegt der Wachstumszyklus auch nicht wirtschaftlichen Zusammenhängen, er hat mit der Einstellung der Arbeitenden zu tun. Jetzt hat die Partei, die mit gedanklicher Armut weniger Sorgen zu haben scheint als mit materieller, der schwarz-roten Koalition »Stillstand bei Reformen« vorgeworfen. Parteichef Dürr sagte in Berlin nach einer Klausurtagung des Bundesvorstands, CDU-Generalsekretär Linnemann spreche regelmäßig davon, dass die Menschen in Deutschland keine Lust auf Arbeit hätten. Verdammte Leute aber auch, die nur arbeiten, um zu leben. Statt leben, um zu arbeiten. Man darf allerdings, sagt Dürr, nicht vom Durchschnitt ausgehen. Unter der phlegmatischen Talgschicht schlummern Vulkane, bereit auszubrechen. Die Menschen hätten sehr wohl Lust, etwas zu leisten, nur die Rahmenbedingungen stimmten nicht. Dürrs Vorschlag: Es müsse für Beschäftigte im Arbeitsrecht die Möglichkeit bestehen, weniger Urlaubstage in einem Jahr zu nehmen und damit mehr Geld zu verdienen.
Da Urlaub, wie man außerhalb der FDP noch weiß, bezahlt ist, geht es wohl um Prämien, die anreizen sollen, den gesetzlich garantierten Urlaub auszuschlagen. Dass in der Pflicht zum Urlaub das Recht auf Urlaub steckt, dass es sich dabei um ein Prinzip handelt, das medizinischer Fürsorge folgt und dem subtilen Druck von Unternehmern gegen nicht zur letzten Aufopferung bereiten Angestellten vorbeugen soll, kann natürlich nicht erkennen, wer jeden etwa aufkommenden kritischen Gedanken gewohnheitsmäßig im Schrei nach Freiheit erstickt.
Die FDP macht es den Wählern leicht, sie zu übersehen.
Ob dass dann aber für die nötigen 5 Prozent ausreichen wird?
Oder ist es gar ein Bewerbungsschreiben an die AfD?
Aber auch dann bräuchte man 5 Prozent und auf Leihstimmen bräuchte man von denen nicht zu hoffen.
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