Washingtons Rohstoffabkommen mit Kiew
Bei aller berechtigten Aufregung über den Rohstoffoktroy, den die Vereinigten Staaten der Ukraine aufzwingen, sollte man zweierlei nicht vergessen. Das eine: Dass Kiew nach dem Ende des Kriegs über Jahrzehnte in einer Art Schuldknechtschaft vom Westen abhängig sein würde, steht schon lange fest. Weil die EU ihre stolze Kriegsunterstützung für die Ukraine großenteils als Kredit gewährt hat, sind Kiews Schulden bei ihr laut Berechnungen des Komitees zur Streichung illegitimer Schulden (CADTM) aus Liège von fünf Milliarden Euro im Februar 2022 auf 43 Milliarden Euro im November 2024 in die Höhe geschnellt; damit kann Brüssel der Ukraine über Jahrzehnte Daumenschrauben anlegen. Das zweite: Derlei ist in der westlichen Wertewelt völlig normal. Großbritannien zum Beispiel überwies die letzte Kreditrate, mit der es Waffen- und sonstige Hilfen aus den USA im Zweiten Weltkrieg beglich, an seinen Hauptverbündeten Ende 2006. Seine Schulden in Washington hatten sich 1945 auf das Doppelte seiner Wirtschaftsleistung belaufen; sein militärischer Sieg brachte London finanziell an den Rand des Ruins.
So ist es. Die USA kennen keine Freunde, nur Geschäftspartner. Für alles muss bezahlt werden.
Nur etwas ist neu: Die Forderungen werden jetzt ungeniert offen gestellt.
Das erschreckt natürlich den "Club der Freunde der USA". Immer nicht wollen sie nicht glauben was sie da hören und sehen und weisen Kritik als "üblichen Antiamerikanismus" ab.
»Das Bild, das die Welt von den USA habe, ändere sich zur Zeit, äußerte Singapurs Verteidigungsminister Ng Eng Hen auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Habe es sich einst vom Befreier des Jahres 1945 zur globalen Interventionsmacht verschoben, so wandle es sich nun zum »Hausherrn, der die Miete eintreibt«. Nicht nur auf Taiwan, das die USA gegen China in Stellung bringen wie einst die Ukraine gegen Russland, stellt sich immer dringlicher die Frage, was man als Verbündeter der USA auf lange Sicht zu erwarten hat. Und ob sich mit Blick darauf nicht die Suche nach einer neuen Wohnung lohnt.«
Nun ja, dieser Kritiker stammt aus Singapur. Was weiß der schon.
Die BRICS-Staaten wissen vermutlich schon, über was sie reden und warum es sie gibt.
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Washingtons Rohstoffabkommen mit Kiew
Bei aller berechtigten Aufregung über den Rohstoffoktroy, den die Vereinigten Staaten der Ukraine aufzwingen, sollte man zweierlei nicht vergessen. Das eine: Dass Kiew nach dem Ende des Kriegs über Jahrzehnte in einer Art Schuldknechtschaft vom Westen abhängig sein würde, steht schon lange fest. Weil die EU ihre stolze Kriegsunterstützung für die Ukraine großenteils als Kredit gewährt hat, sind Kiews Schulden bei ihr laut Berechnungen des Komitees zur Streichung illegitimer Schulden (CADTM) aus Liège von fünf Milliarden Euro im Februar 2022 auf 43 Milliarden Euro im November 2024 in die Höhe geschnellt; damit kann Brüssel der Ukraine über Jahrzehnte Daumenschrauben anlegen. Das zweite: Derlei ist in der westlichen Wertewelt völlig normal. Großbritannien zum Beispiel überwies die letzte Kreditrate, mit der es Waffen- und sonstige Hilfen aus den USA im Zweiten Weltkrieg beglich, an seinen Hauptverbündeten Ende 2006. Seine Schulden in Washington hatten sich 1945 auf das Doppelte seiner Wirtschaftsleistung belaufen; sein militärischer Sieg brachte London finanziell an den Rand des Ruins.
So ist es. Die USA kennen keine Freunde, nur Geschäftspartner. Für alles muss bezahlt werden.
Nur etwas ist neu: Die Forderungen werden jetzt ungeniert offen gestellt.
Das erschreckt natürlich den "Club der Freunde der USA". Immer nicht wollen sie nicht glauben was sie da hören und sehen und weisen Kritik als "üblichen Antiamerikanismus" ab.
»Das Bild, das die Welt von den USA habe, ändere sich zur Zeit, äußerte Singapurs Verteidigungsminister Ng Eng Hen auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Habe es sich einst vom Befreier des Jahres 1945 zur globalen Interventionsmacht verschoben, so wandle es sich nun zum »Hausherrn, der die Miete eintreibt«. Nicht nur auf Taiwan, das die USA gegen China in Stellung bringen wie einst die Ukraine gegen Russland, stellt sich immer dringlicher die Frage, was man als Verbündeter der USA auf lange Sicht zu erwarten hat. Und ob sich mit Blick darauf nicht die Suche nach einer neuen Wohnung lohnt.«
Nun ja, dieser Kritiker stammt aus Singapur. Was weiß der schon.
Die BRICS-Staaten wissen vermutlich schon, über was sie reden und warum es sie gibt.
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