Von Feierabend-Mitglied
Freitag 18.08.2023, 08:40 – geändert Freitag 18.08.2023, 08:41
Putin ist nichts zu perfide für seine persönlichen imperialistischen Ambitionen. Dass die Soldaten für ihn nur "Material" sind, ist längst bekannt. Da es wohl nicht so leicht ist, Nachschub zu bekommen, ist man erfinderisch mit seinen Mitteln um eine offizielle Mobilmachung zu vermeiden, die Putin sich nicht leisten kann. So auch, dass in den besetzten Gebieten die Menschen gezwungen werden russische Pässe anzunehmen um sie dann ganz legal in einen Bruderkrieg zu schicken. Ein Auszug aus einem interessanten Artikel:
"Moskau verlangt, dass die Regionen das Kanonenfutter nach Plan liefern. Die lokalen Behörden schalten Anzeigen, um in anderen Regionen Verbrauchsmaterial für den Krieg zu finden, wobei sie oft kostenlose Reisen zum Ort der Rekrutierung versprechen und sogar spezielle Unternehmen für diesen Zweck anheuern. Auf diese Weise verfahren Moskau, Jakutien, Magadan oder Sachalin.
Auch Gefängnisinsassen sind begehrt. Das Föderale Strafvollstreckungssystem erstellt im Auftrag des Verteidigungsministeriums Listen mit denjenigen, die für den Dienst geeignet sind. Alle werden an die Front geschickt, mit Ausnahme von HIV-Positiven, so dass die Gefangenen sogar bereit sind, sich mit dem Immunschwächevirus zu infizieren.
Zudem werden auch Frauen aus den russischen Strafkolonien und Gefängnissen der besetzten Gebiete für militärische Aufgaben eingesetzt. Neben den allgemeinen Gründen für den Dienst – Hurra-Patriotismus und Geld – haben Frauen noch einen weiteren: Sie wollen Ehemänner, Söhne, Väter und Brüder an der Front finden.
«Warum hat er sich nicht ergeben?»
In den besetzten Gebieten führen die Behörden eine totale Mobilisierung durch. Die Männer werden in eine Lage gebracht, in der die einzige Möglichkeit zu überleben darin besteht, sich als «Freiwilliger» zur Armee zu melden. Eine solche Zwangseinbindung der lokalen Bevölkerung in den Krieg findet bereits seit dem Beginn der Besetzung der Gebiete statt. Nun zwingen die Besatzungsbehörden die Einwohner, russische Pässe anzunehmen, um sie dann ganz legal in den Kampf zu schicken.
Ich habe einen Onkel aus Donezk, der jetzt in der russischen Armee dient», sagt Katya aus Kiew. «Sie haben die Leute einfach gezwungen. Mein Vater hat auf der ukrainischen Seite gekämpft, mein Onkel auf der russischen. Ich habe versucht, herauszufinden, warum er sich nicht ergeben hat, warum er nicht weggelaufen ist, aber er sagt nur: ‹Du weisst nicht, was hier vor sich geht, wir können nichts tun.›»
Eine weitere Möglichkeit, die menschliche Reserve aufzufüllen, sind Migranten. So lebt heute fast ein Drittel der Republik Tadschikistan, deren Gesamtbevölkerung zehn Millionen beträgt, in Russland. Auch mehr als zwei Millionen Einwohner von Usbekistan und etwa eine Million Kirgisen. Sie werden in den Krieg geschickt, um im Gegenzug eine beschleunigte Einbürgerung zu erhalten und um Gefängnisstrafen zu umgehen. Die BBC berichtet, dass mindestens 93 Zentralasiaten im Krieg in der Ukraine auf russischer Seite ums Leben gekommen sind: 19 aus Kirgistan, 34 aus Usbekistan und 40 aus Tadschikistan. Manchmal gelingt es den Familien der Toten, ihre Leichen aus Russland nach Hause zu holen."
Putin ist nichts zu perfide für seine persönlichen imperialistischen Ambitionen. Dass die Soldaten für ihn nur "Material" sind, ist längst bekannt. Da es wohl nicht so leicht ist, Nachschub zu bekommen, ist man erfinderisch mit seinen Mitteln um eine offizielle Mobilmachung zu vermeiden, die Putin sich nicht leisten kann. So auch, dass in den besetzten Gebieten die Menschen gezwungen werden russische Pässe anzunehmen um sie dann ganz legal in einen Bruderkrieg zu schicken. Ein Auszug aus einem interessanten Artikel:
"Moskau verlangt, dass die Regionen das Kanonenfutter nach Plan liefern. Die lokalen Behörden schalten Anzeigen, um in anderen Regionen Verbrauchsmaterial für den Krieg zu finden, wobei sie oft kostenlose Reisen zum Ort der Rekrutierung versprechen und sogar spezielle Unternehmen für diesen Zweck anheuern. Auf diese Weise verfahren Moskau, Jakutien, Magadan oder Sachalin.
Auch Gefängnisinsassen sind begehrt. Das Föderale Strafvollstreckungssystem erstellt im Auftrag des Verteidigungsministeriums Listen mit denjenigen, die für den Dienst geeignet sind. Alle werden an die Front geschickt, mit Ausnahme von HIV-Positiven, so dass die Gefangenen sogar bereit sind, sich mit dem Immunschwächevirus zu infizieren.
Zudem werden auch Frauen aus den russischen Strafkolonien und Gefängnissen der besetzten Gebiete für militärische Aufgaben eingesetzt. Neben den allgemeinen Gründen für den Dienst – Hurra-Patriotismus und Geld – haben Frauen noch einen weiteren: Sie wollen Ehemänner, Söhne, Väter und Brüder an der Front finden.
«Warum hat er sich nicht ergeben?»
In den besetzten Gebieten führen die Behörden eine totale Mobilisierung durch. Die Männer werden in eine Lage gebracht, in der die einzige Möglichkeit zu überleben darin besteht, sich als «Freiwilliger» zur Armee zu melden. Eine solche Zwangseinbindung der lokalen Bevölkerung in den Krieg findet bereits seit dem Beginn der Besetzung der Gebiete statt. Nun zwingen die Besatzungsbehörden die Einwohner, russische Pässe anzunehmen, um sie dann ganz legal in den Kampf zu schicken.
Ich habe einen Onkel aus Donezk, der jetzt in der russischen Armee dient», sagt Katya aus Kiew. «Sie haben die Leute einfach gezwungen. Mein Vater hat auf der ukrainischen Seite gekämpft, mein Onkel auf der russischen. Ich habe versucht, herauszufinden, warum er sich nicht ergeben hat, warum er nicht weggelaufen ist, aber er sagt nur: ‹Du weisst nicht, was hier vor sich geht, wir können nichts tun.›»
Eine weitere Möglichkeit, die menschliche Reserve aufzufüllen, sind Migranten. So lebt heute fast ein Drittel der Republik Tadschikistan, deren Gesamtbevölkerung zehn Millionen beträgt, in Russland. Auch mehr als zwei Millionen Einwohner von Usbekistan und etwa eine Million Kirgisen. Sie werden in den Krieg geschickt, um im Gegenzug eine beschleunigte Einbürgerung zu erhalten und um Gefängnisstrafen zu umgehen. Die BBC berichtet, dass mindestens 93 Zentralasiaten im Krieg in der Ukraine auf russischer Seite ums Leben gekommen sind: 19 aus Kirgistan, 34 aus Usbekistan und 40 aus Tadschikistan. Manchmal gelingt es den Familien der Toten, ihre Leichen aus Russland nach Hause zu holen."
Der ganze Artikel:
www.nzz.ch/ ... /ukraine-krieg-keine-freiwilligen-mehr-wie-putin-die-russische-armee-auffuellt-ld.1751753