Donald Trump hat die Mega-WM längst zur Chefsache erklärt. Der US-Präsident führt die Task Force an, sonnt sich im Oval Office im Glanz des goldenen Pokals, den ihm Fifa-Chef Gianni Infantino wohlwollend hinterlassen hat, und natürlich fiebert er dem Rampenlicht einer der größten Showbühnen entgegen. Ein Boykott des Prestigeevents als Reaktion auf die aggressive US-Außenpolitik sowie die Drohungen gegen Europa dürfte Trump also hart treffen. Oder?
Die Frage, „ob Europäer an einem Wettbewerb in einem Land teilnehmen sollten, welches Europa indirekt und ggf. demnächst direkt angreift“, ist aus Sicht des DFB-Präsidiumsmitglieds Oke Göttlich jedenfalls „tatsächlich berechtigt“. Es ist zwar fraglich, dass die Haltung des Präsidenten des FC St. Pauli der Mehrheitsmeinung beim DFB entspricht. Doch sie befeuert die Debatte um einen möglichen Boykott, die Fahrt aufnimmt.
Während sich der DFB nicht äußern wollte, sucht die Politik nach einer richtigen Antwort auf Trumps Grönland-Drohungen – und schreckt dabei nicht mehr vor der WM zurück. Begleitet Fußball-Deutschland nach den Diskussionen um die Turniere in Russland und Katar wieder eine Kontroverse abseits des Rasens?
Sollte der US-Präsident ernst machen, sei es „kaum vorstellbar, dass europäische Länder an der Fußball-WM teilnehmen“, sagte der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter.
Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, hatte einen Teilnahmeverzicht bereits als „Ultima Ratio“ ins Spiel gebracht, um Trump „zur Vernunft zu bringen“.
Europa, forderte dazu der Ökonom Lucas Guttenberg, dürfe diesen „riesigen kulturellen Hebel“ nicht ungenutzt lassen. „Ein Boykott würde Trump an seiner empfindlichsten Stelle treffen: an seiner Eitelkeit“, sagte er. Eine gemeinsame Linie ist noch nicht gefunden, die Bundesregierung hält sich zurück. Entscheidungen über Teilnahme oder Boykott würden ausschließlich bei den zuständigen Sportverbänden liegen, nicht bei der Politik, sagt Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein (CDU). Aydan Özoguz (SPD), Vorsitzende des Sportausschusses, glaubt zwar, dass es schwierig werde, „friedlich Fußballspiele zu genießen, während gleichzeitig Erpressungen aus den USA gegenüber Europa im Raum stehen“. Auch sie hob jedoch die „Autonomie des Sports“ hervor.
Ein sportlicher Verzicht des Teams von Bundestrainer Julian Nagelsmann und anderer Top-Nationen aus Europa scheint unwahrscheinlich. Möglich ist dagegen ein politischer Boykott des Turniers, auch Fans könnten der WM fernbleiben, zumal deren Sicherheit nicht gewährleistet sei. Im britischen Unterhaus taten sich Abgeordnete aus mehreren Parteien zusammen, ihre Forderung: Die Fifa müsse das US-Team von der WM ausschließen. Doch dies bleibt wohl ein ebenso symbolischer Aufruf.
Gießener Allgemeine, 21.1.2026
Boykott der Fußball WM? Wer ist schon der FC St. Pauli?
Aber jetzt ist das Thema da. Sport hat mit Politik nichts zu tun? Wie viele Sportler aus Russland sind gesperrt weil sie aus Russland sind?
Und schon vergessen, dass sehr viele Nationen die Olympischen Spiele in Moskau 1980 auf Druck von Washington boykottiert haben?
In Nibelungentreue wird der Wertewesten seinen Geschäften auch in den USA nachgehen. Denn es ist ja nur ein Geschäft und da sind sie bei Trump gut bedient. Auch wenn die Fans afrikanischer Staaten Einreiseverbot haben. Vermutlich um sie vor den schießwütigen Beamten dort zu schützen. Denn sie sehen alle so verdächtig ausländisch aus.
Jetzt würde ich ja gerne sagen, dass es die freie Entscheidung jedes Spielers ist ob er dort spielen will oder nicht. Aber der Zorn des DFB würde sie treffen. Denn der Sport hat mit Politik nichts zu tun.
Donald Trump hat die Mega-WM längst zur Chefsache erklärt. Der US-Präsident führt die Task Force an, sonnt sich im Oval Office im Glanz des goldenen Pokals, den ihm Fifa-Chef Gianni Infantino wohlwollend hinterlassen hat, und natürlich fiebert er dem Rampenlicht einer der größten Showbühnen entgegen. Ein Boykott des Prestigeevents als Reaktion auf die aggressive US-Außenpolitik sowie die Drohungen gegen Europa dürfte Trump also hart treffen. Oder?
Die Frage, „ob Europäer an einem Wettbewerb in einem Land teilnehmen sollten, welches Europa indirekt und ggf. demnächst direkt angreift“, ist aus Sicht des DFB-Präsidiumsmitglieds Oke Göttlich jedenfalls „tatsächlich berechtigt“. Es ist zwar fraglich, dass die Haltung des Präsidenten des FC St. Pauli der Mehrheitsmeinung beim DFB entspricht. Doch sie befeuert die Debatte um einen möglichen Boykott, die Fahrt aufnimmt.
Während sich der DFB nicht äußern wollte, sucht die Politik nach einer richtigen Antwort auf Trumps Grönland-Drohungen – und schreckt dabei nicht mehr vor der WM zurück. Begleitet Fußball-Deutschland nach den Diskussionen um die Turniere in Russland und Katar wieder eine Kontroverse abseits des Rasens?
Sollte der US-Präsident ernst machen, sei es „kaum vorstellbar, dass europäische Länder an der Fußball-WM teilnehmen“, sagte der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter.
Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, hatte einen Teilnahmeverzicht bereits als „Ultima Ratio“ ins Spiel gebracht, um Trump „zur Vernunft zu bringen“.
Europa, forderte dazu der Ökonom Lucas Guttenberg, dürfe diesen „riesigen kulturellen Hebel“ nicht ungenutzt lassen. „Ein Boykott würde Trump an seiner empfindlichsten Stelle treffen: an seiner Eitelkeit“, sagte er. Eine gemeinsame Linie ist noch nicht gefunden, die Bundesregierung hält sich zurück. Entscheidungen über Teilnahme oder Boykott würden ausschließlich bei den zuständigen Sportverbänden liegen, nicht bei der Politik, sagt Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein (CDU). Aydan Özoguz (SPD), Vorsitzende des Sportausschusses, glaubt zwar, dass es schwierig werde, „friedlich Fußballspiele zu genießen, während gleichzeitig Erpressungen aus den USA gegenüber Europa im Raum stehen“. Auch sie hob jedoch die „Autonomie des Sports“ hervor.
Ein sportlicher Verzicht des Teams von Bundestrainer Julian Nagelsmann und anderer Top-Nationen aus Europa scheint unwahrscheinlich. Möglich ist dagegen ein politischer Boykott des Turniers, auch Fans könnten der WM fernbleiben, zumal deren Sicherheit nicht gewährleistet sei. Im britischen Unterhaus taten sich Abgeordnete aus mehreren Parteien zusammen, ihre Forderung: Die Fifa müsse das US-Team von der WM ausschließen. Doch dies bleibt wohl ein ebenso symbolischer Aufruf.
Gießener Allgemeine, 21.1.2026
Boykott der Fußball WM? Wer ist schon der FC St. Pauli?
Aber jetzt ist das Thema da. Sport hat mit Politik nichts zu tun? Wie viele Sportler aus Russland sind gesperrt weil sie aus Russland sind?
Und schon vergessen, dass sehr viele Nationen die Olympischen Spiele in Moskau 1980 auf Druck von Washington boykottiert haben?
In Nibelungentreue wird der Wertewesten seinen Geschäften auch in den USA nachgehen. Denn es ist ja nur ein Geschäft und da sind sie bei Trump gut bedient. Auch wenn die Fans afrikanischer Staaten Einreiseverbot haben. Vermutlich um sie vor den schießwütigen Beamten dort zu schützen. Denn sie sehen alle so verdächtig ausländisch aus.
Jetzt würde ich ja gerne sagen, dass es die freie Entscheidung jedes Spielers ist ob er dort spielen will oder nicht. Aber der Zorn des DFB würde sie treffen. Denn der Sport hat mit Politik nichts zu tun.