Eine neue, besonders günstige Kaffeekette breitet sich in Deutschland aus. Was bedeutet das für etablierte Cafés?
Espresso für 99 Cent und Cappuccino für 2,79 Euro – eine neue Kaffeekette bietet in Deutschland Kaffeespezialitäten und Trendgetränke wie Matcha zu auffallend günstigen Preisen an. Cotti Coffee kommt aus China und betreibt seit Anfang des Jahres mehrere Filialen in deutschen Großstädten, darunter Düsseldorf, Hamburg und Berlin. Mehr als 18.000 Läden in 28 Ländern zählt das Unternehmen, das erst 2022 gegründet wurde. Die Filialen sind überwiegend schlicht eingerichtet und die Getränke können Gäste in einer App vorbestellen.
„In Deutschland ist es vielleicht innovativ, online vorbestellen zu können, aber in China ist das schon lange Standard“, sagt Andreas Tank der Frankfurter Rundschau. Der Wirtschaftswissenschaftler und Marketing-Experte lebt seit mehr als 20 Jahren in China. Kunden bestellten und bezahlten dort per App – „es gibt kaum soziale Interaktion, alles läuft digital. Selbst wie viel Zucker oder Eis man im Getränk möchte, gibt man vorher an. Am Tresen steht dann das fertige Getränk“.
Tank berichtet weiter: „Chinesische Marken wie Manner Coffee oder Luckin Coffee setzen auf kleinere Stores, weniger Komfort und niedrigere Preise. Sie bieten oft nur Abholung an, eine geringe Anzahl an Sitzplätzen, und sparen dadurch massiv Mietkosten.“ Auch Cotti Coffee arbeitet in Deutschland ähnlich – sie bieten niedrige Preise und vergleichsweise weniger Sitzplätze an als etwa ein inhabergeführtes Café, das zum stundenlangen Verweilen einlädt.
Gunther Hirschfelder, Professor für Vergleichende Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg, sagt der FR, dass Cotti Coffee in mehrfacher Hinsicht „bemerkenswert“ sei. Das Unternehmen sei zwar im Billig-Segment angesiedelt, dabei aber „stilistisch höher positioniert und pflegt einen neuen pseudo-alternativen Kommunikationsstil, wie es etwa Ikea schon lange tut“.
Zugleich komme die Kette dem Trend zu alkohol- und rauschfreien Getränken entgegen und sei besser als das zunehmend als teuer empfundene Starbucks auf schnellen Verzehr eingestellt. „Schnell, to go, hip und trotzdem billig“, fasst Hirschfelder das Konzept von Cotti Coffee zusammen. Es sei nicht zuletzt deshalb erfolgreich, weil der Konsum zunehmend Moden unterliege, „und Cotti Coffee ist eben eine neue Marke“.
In Deutschland findet sich seit wenigen Jahren mit LAP Coffee bereits ein ähnliches Konzept. Die Filialen in Berlin, München und Hamburg befinden sich meist in bester Innenstadtlage, sind dabei allerdings ebenfalls eher klein und schlicht eingerichtet. Die Getränke gibt es zu vergleichsweise niedrigen Preisen – Espresso für einen Euro und Cappuccino für 2,50 Euro – und auch bei LAP können Gäste online die Produkte vorbestellen. Wird Cotti Coffee somit zur Konkurrenz?
Ralph Hage, Gründer von LAP Coffee, sagt: „Cotti Coffee wirkt eher wie ein Tech- oder Discount-Modell: starke Promotions, maximale Automatisierung, sehr stark über Preispsychologie und Standardisierung gebaut.“ LAP dagegen habe „stabile, dauerhaft kalkulierte Preise statt Lockangebote“ und würde auf lokale Partner setzen. Der Kaffee etwa werde in Berlin geröstet und die Hafermilch stamme aus Brandenburg – „nicht aus China“.
Foodmarketing-Spezialist Andreas Peters sieht das anders. „Es wird einen Kampf um die besten Geschäftslagen zwischen LAP und Cotti Coffee geben“, sagt er, „denn neben dem niedrigen Preisniveau der beiden Angebote wird die Verfügbarkeit für die Zielgruppe wettbewerbsentscheidend sein“. Die klassischen Cafés und auch modernere Coffeeshops wie Starbucks sieht Peters nicht gefährdet, da sie der Kundschaft ein anderes Ambiente böten.
Cotti Coffee hat auf eine Anfrage der Frankfurter Rundschau bislang nicht reagiert. Frankfurter Rundschau 25.2.206
» LAP dagegen habe „stabile, dauerhaft kalkulierte Preise statt Lockangebote“ und würde auf lokale Partner setzen. Der Kaffee etwa werde in Berlin geröstet und die Hafermilch stamme aus Brandenburg – „nicht aus China“.«
Ich glaube, dass das den Leuten, welche sich öfters mal einen Kaffee leisten wollen, sowas von egal ist. Die nehmen den Kapitalismus beim Wort, kaufen beim Billigsten. Und jetzt maulen Kapitalisten? Die stellen doch auch den ein, der sich am billigsten anbietet. Kapitalismus ist doch das einzig Wahre. Wird uns immer gepredigt. Dumm nur, wenn jetzt alle so denken. Darum gibt es doch diese verbotenen, unkapitalistischen Preisabsprachen unter Kapitalisten.
Eine neue, besonders günstige Kaffeekette breitet sich in Deutschland aus. Was bedeutet das für etablierte Cafés?
Espresso für 99 Cent und Cappuccino für 2,79 Euro – eine neue Kaffeekette bietet in Deutschland Kaffeespezialitäten und Trendgetränke wie Matcha zu auffallend günstigen Preisen an. Cotti Coffee kommt aus China und betreibt seit Anfang des Jahres mehrere Filialen in deutschen Großstädten, darunter Düsseldorf, Hamburg und Berlin. Mehr als 18.000 Läden in 28 Ländern zählt das Unternehmen, das erst 2022 gegründet wurde. Die Filialen sind überwiegend schlicht eingerichtet und die Getränke können Gäste in einer App vorbestellen.
„In Deutschland ist es vielleicht innovativ, online vorbestellen zu können, aber in China ist das schon lange Standard“, sagt Andreas Tank der Frankfurter Rundschau. Der Wirtschaftswissenschaftler und Marketing-Experte lebt seit mehr als 20 Jahren in China. Kunden bestellten und bezahlten dort per App – „es gibt kaum soziale Interaktion, alles läuft digital. Selbst wie viel Zucker oder Eis man im Getränk möchte, gibt man vorher an. Am Tresen steht dann das fertige Getränk“.
Tank berichtet weiter: „Chinesische Marken wie Manner Coffee oder Luckin Coffee setzen auf kleinere Stores, weniger Komfort und niedrigere Preise. Sie bieten oft nur Abholung an, eine geringe Anzahl an Sitzplätzen, und sparen dadurch massiv Mietkosten.“ Auch Cotti Coffee arbeitet in Deutschland ähnlich – sie bieten niedrige Preise und vergleichsweise weniger Sitzplätze an als etwa ein inhabergeführtes Café, das zum stundenlangen Verweilen einlädt.
Gunther Hirschfelder, Professor für Vergleichende Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg, sagt der FR, dass Cotti Coffee in mehrfacher Hinsicht „bemerkenswert“ sei. Das Unternehmen sei zwar im Billig-Segment angesiedelt, dabei aber „stilistisch höher positioniert und pflegt einen neuen pseudo-alternativen Kommunikationsstil, wie es etwa Ikea schon lange tut“.
Zugleich komme die Kette dem Trend zu alkohol- und rauschfreien Getränken entgegen und sei besser als das zunehmend als teuer empfundene Starbucks auf schnellen Verzehr eingestellt. „Schnell, to go, hip und trotzdem billig“, fasst Hirschfelder das Konzept von Cotti Coffee zusammen. Es sei nicht zuletzt deshalb erfolgreich, weil der Konsum zunehmend Moden unterliege, „und Cotti Coffee ist eben eine neue Marke“.
In Deutschland findet sich seit wenigen Jahren mit LAP Coffee bereits ein ähnliches Konzept. Die Filialen in Berlin, München und Hamburg befinden sich meist in bester Innenstadtlage, sind dabei allerdings ebenfalls eher klein und schlicht eingerichtet. Die Getränke gibt es zu vergleichsweise niedrigen Preisen – Espresso für einen Euro und Cappuccino für 2,50 Euro – und auch bei LAP können Gäste online die Produkte vorbestellen. Wird Cotti Coffee somit zur Konkurrenz?
Ralph Hage, Gründer von LAP Coffee, sagt: „Cotti Coffee wirkt eher wie ein Tech- oder Discount-Modell: starke Promotions, maximale Automatisierung, sehr stark über Preispsychologie und Standardisierung gebaut.“ LAP dagegen habe „stabile, dauerhaft kalkulierte Preise statt Lockangebote“ und würde auf lokale Partner setzen. Der Kaffee etwa werde in Berlin geröstet und die Hafermilch stamme aus Brandenburg – „nicht aus China“.
Foodmarketing-Spezialist Andreas Peters sieht das anders. „Es wird einen Kampf um die besten Geschäftslagen zwischen LAP und Cotti Coffee geben“, sagt er, „denn neben dem niedrigen Preisniveau der beiden Angebote wird die Verfügbarkeit für die Zielgruppe wettbewerbsentscheidend sein“. Die klassischen Cafés und auch modernere Coffeeshops wie Starbucks sieht Peters nicht gefährdet, da sie der Kundschaft ein anderes Ambiente böten.
Cotti Coffee hat auf eine Anfrage der Frankfurter Rundschau bislang nicht reagiert. Frankfurter Rundschau 25.2.206
» LAP dagegen habe „stabile, dauerhaft kalkulierte Preise statt Lockangebote“ und würde auf lokale Partner setzen. Der Kaffee etwa werde in Berlin geröstet und die Hafermilch stamme aus Brandenburg – „nicht aus China“.«
Ich glaube, dass das den Leuten, welche sich öfters mal einen Kaffee leisten wollen, sowas von egal ist. Die nehmen den Kapitalismus beim Wort, kaufen beim Billigsten. Und jetzt maulen Kapitalisten? Die stellen doch auch den ein, der sich am billigsten anbietet. Kapitalismus ist doch das einzig Wahre. Wird uns immer gepredigt. Dumm nur, wenn jetzt alle so denken. Darum gibt es doch diese verbotenen, unkapitalistischen Preisabsprachen unter Kapitalisten.