Dritte Streikwelle in sächsischer Brauwirtschaft. Älteste Brauerei Sachsens schließt sich Ausstand an
Sie machen alle das gleiche. Nämlich aus Wasser, Hopfen und Malz Bier. Doch die Lohnunterschiede sind erheblich. In München, wo die Brauer bundesweit am meisten bekommen, beträgt der tarifliche Ecklohn 4.558 Euro im Monat bei einer Arbeitszeit von 38 Stunden pro Woche. In den vier Radeberger-Betrieben in Sachsen erhalten die Kollegen bei 38,2 Wochenstunden gut 500 Euro weniger. In Berlin erhalten die Brauer 400 Euro weniger. Dagegen haben die Beschäftigten in den letzten Wochen immer wieder gestreikt. In Sachsen sogar das erste Mal seit 30 Jahren.
Am Mittwoch haben sich auch die Beschäftigten der ältesten Brauerei Sachsens der Streikbewegung angeschlossen. Nach der Radeberger, der Sternburger, der Krostitzer und der Freiberger Brauerei, die alle zur Radeberger Gruppe gehören, haben nun die Kollegen von Wernesgrüner (Carlsberg-Gruppe) das erste Mal seit Ende der DDR die Arbeit niedergelegt. Mit ihnen streiken auch die Carlsberg-Logistiker in Wernesgrün. Lenkt die Unternehmerseite bei der nächsten Verhandlungsrunde am 14. August nicht ein, stehen bei der Traditionsbrauerei im sächsischen Vogtland weitere Streiktage an, versicherte Thomas Lißner, Geschäftsführer der NGG-Region Dresden-Chemnitz, am Dienstag. »Seit 1516 gibt es in Deutschland beim Bier das Reinheitsgebot, auf das Einheitsgebot warten wir noch.« Der tarifliche Monatslohn bei Wernesgrüner liegt mehr als 300 Euro unter dem anderer Brauereien der Carlsberg-Gruppe, zu der neben Wernesgrüner auch Marken wie Holsten, Astra und Lübzer gehören. Zudem wird in Sachsen wöchentlich noch 1,5 Stunden länger gearbeitet. Selbst innerhalb des sächsischen Tarifgebietes bildet Wernesgrüner neben der Köstritzer Brauerei das Schlusslicht. Dabei gehört die 1436 gegründete Wernesgrüner Brauerei mit heute rund 140 Beschäftigten nach Unternehmensangaben zu den modernsten und erfolgreichsten Brauereien in den neuen Bundesländern.
Der Osten scheint immer noch eine Goldgrube zu sein. Auch leben dort früher mal Brüder und Schwestern genannte Menschen, denen man immer noch weniger Beachtung schenkt. Früher wurde gesagt, dass die da drüben ja auch nicht so wirtschaftlich, so produktiv arbeiten wie wir im Westen.
Aber im Osten weiß man noch, wie man auf die Straße geht.
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Dritte Streikwelle in sächsischer Brauwirtschaft. Älteste Brauerei Sachsens schließt sich Ausstand an
Sie machen alle das gleiche. Nämlich aus Wasser, Hopfen und Malz Bier. Doch die Lohnunterschiede sind erheblich. In München, wo die Brauer bundesweit am meisten bekommen, beträgt der tarifliche Ecklohn 4.558 Euro im Monat bei einer Arbeitszeit von 38 Stunden pro Woche. In den vier Radeberger-Betrieben in Sachsen erhalten die Kollegen bei 38,2 Wochenstunden gut 500 Euro weniger. In Berlin erhalten die Brauer 400 Euro weniger. Dagegen haben die Beschäftigten in den letzten Wochen immer wieder gestreikt. In Sachsen sogar das erste Mal seit 30 Jahren.
Am Mittwoch haben sich auch die Beschäftigten der ältesten Brauerei Sachsens der Streikbewegung angeschlossen. Nach der Radeberger, der Sternburger, der Krostitzer und der Freiberger Brauerei, die alle zur Radeberger Gruppe gehören, haben nun die Kollegen von Wernesgrüner (Carlsberg-Gruppe) das erste Mal seit Ende der DDR die Arbeit niedergelegt. Mit ihnen streiken auch die Carlsberg-Logistiker in Wernesgrün. Lenkt die Unternehmerseite bei der nächsten Verhandlungsrunde am 14. August nicht ein, stehen bei der Traditionsbrauerei im sächsischen Vogtland weitere Streiktage an, versicherte Thomas Lißner, Geschäftsführer der NGG-Region Dresden-Chemnitz, am Dienstag. »Seit 1516 gibt es in Deutschland beim Bier das Reinheitsgebot, auf das Einheitsgebot warten wir noch.« Der tarifliche Monatslohn bei Wernesgrüner liegt mehr als 300 Euro unter dem anderer Brauereien der Carlsberg-Gruppe, zu der neben Wernesgrüner auch Marken wie Holsten, Astra und Lübzer gehören. Zudem wird in Sachsen wöchentlich noch 1,5 Stunden länger gearbeitet. Selbst innerhalb des sächsischen Tarifgebietes bildet Wernesgrüner neben der Köstritzer Brauerei das Schlusslicht. Dabei gehört die 1436 gegründete Wernesgrüner Brauerei mit heute rund 140 Beschäftigten nach Unternehmensangaben zu den modernsten und erfolgreichsten Brauereien in den neuen Bundesländern.
Der Osten scheint immer noch eine Goldgrube zu sein. Auch leben dort früher mal Brüder und Schwestern genannte Menschen, denen man immer noch weniger Beachtung schenkt. Früher wurde gesagt, dass die da drüben ja auch nicht so wirtschaftlich, so produktiv arbeiten wie wir im Westen.
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