Bewegt sich da was?
Verhandlungen zum Ukraine-Krieg
Offiziell dringen nur Gerüchte aus den Verhandlungen zwischen Russland und den USA sowie der Ukraine heraus. Etwa über den angeblich von Washington in den Raum gestellten straffen Zeitplan für eine Beendigung des Krieges: Waffenstillstand im März, Neuwahlen und ein Referendum in der Ukraine im Mai. Selbst die Agentur Reuters, die diesen Plan unter Berufung auf Teilnehmer der Beratungen öffentlich machte, äußerte Zweifel daran, ob das realistisch sei. Immerhin scheinen die USA – aber so neu ist das auch wieder nicht – davon auszugehen, dass die Ukraine ohne Gebietsabtretungen an Russland nicht davonkommen wird. Denn nur hierzu wäre ein Referendum nötig.
Ansonsten sind es wieder die Äußerlichkeiten, aus denen man leise Anzeichen für Optimismus herauslesen kann. So der Umgang mit dem Anschlag auf den russischen Generalleutnant Wladimir Alexejew am Freitag in Moskau. Alexejew ist nicht irgendwer, sondern der Stellvertreter des russischen Delegationsleiters bei den Gesprächen in Abu Dhabi. Es liegt nahe zu vermuten, dass der Urheber des Anschlags neben der Tötung des Generals auch einen Vorwand dazu schaffen wollte, die Gespräche zum Platzen zu bringen. Genau das aber ist nicht geschehen. Beide Seiten haben es für klüger gehalten, den Anschlag herunterzuspielen. Ausnahme: das Statement des Asow-Chefs Denis Prokopenko, der zumindest eine Spur in Richtung eines möglichen Motivs legte – zu ukrainischen Hardlinern, die sich ausrechnen können, dass ihr Land aus den Friedensverhandlungen ramponiert hervorgehen wird.
Apropos ramponiert: Es gibt auch keine Bestätigung für die in russischen Medien verbreitete Behauptung, die neue Angriffswelle auf das ukrainische Stromnetz am Wochenende sei eine Vergeltung für den Anschlag auf Alexejew gewesen. Obwohl das russische Verteidigungsministerium früher in solchen Fällen eine derartige Rechtfertigung immer nachgeschoben hat. Auch die ukrainische Seite hat auf allzu schrille Moralisierungen der Angriffe bisher verzichtet – und das, obwohl die faktische Lahmlegung von 15 Prozent der Stromerzeugungskapazität und 30 Prozent des nach den bisherigen Angriffen verbliebenen Potentials in einer einzigen Nacht ein wirklich schwerer Schlag war.
Bei der Gelegenheit lässt sich mit etwas Kopfrechnen übrigens aus den Kiewer Katastrophenmeldungen etwas herauslesen. Wenn die Ukraine aktuell nur noch 50 Prozent ihrer Stromerzeugungskapazität besitzt, die Bewohner von Kiew aber lediglich für ein Sechstel eines Tages Strom bekommen, dann kann man daraus schließen, welchen Anteil die Versorgung der Zivilbevölkerung am Stromverbrauch überschlägig hat: nämlich ein Drittel. Der Rest dient dann wohl in der einen oder anderen Weise der ukrainischen Kriegsanstrengung. Und ist damit auch ein militärisches Ziel. So bitter das für die frierenden Zivilisten ist.
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Nur Gerüchte, denn die Europäer sind nicht dabei. Denn die lassen ja gerne mal Notizzettel auf dem Klo liegen, damit die Heimatfront gestärkt werden kann.
So ein kleines Aha-Erlebnis hatte ich doch bei der Information, dass der russische Generalleutnant Wladimir Alexejew, auf den am Freitag in Moskau ein Anschlag verübt wurde, nicht irgendwer ist, sondern der Stellvertreter des russischen Delegationsleiters bei den Gesprächen in Abu Dhabi.
Wollte da jemand stören? Die Russen scheinen das aber nicht sehr hochspielen zu wollen. Aber daran eine Hoffnung knüpfen?
Aber außer der Hoffnung bleibt uns ja nichts. Und die Gewissheit, das Fähnlein der Willigen ist nicht dabei.
Vielleicht brüten die darüber nach, wie sie bei einem wünschenswerten Erfolg der Verhandlungen ihre Bürger weiter auf Kriegskurs halten können.
In Berlin müsste man sich endlich dem wirtschlichen Fiasko hier stellen statt den Bürgern selbst die Schuld daran zu geben und ablenkend weiter vor dem Krieg warnen.
Viele Hoffnungen.
Bewegt sich da was?
Verhandlungen zum Ukraine-Krieg
Offiziell dringen nur Gerüchte aus den Verhandlungen zwischen Russland und den USA sowie der Ukraine heraus. Etwa über den angeblich von Washington in den Raum gestellten straffen Zeitplan für eine Beendigung des Krieges: Waffenstillstand im März, Neuwahlen und ein Referendum in der Ukraine im Mai. Selbst die Agentur Reuters, die diesen Plan unter Berufung auf Teilnehmer der Beratungen öffentlich machte, äußerte Zweifel daran, ob das realistisch sei. Immerhin scheinen die USA – aber so neu ist das auch wieder nicht – davon auszugehen, dass die Ukraine ohne Gebietsabtretungen an Russland nicht davonkommen wird. Denn nur hierzu wäre ein Referendum nötig.
Ansonsten sind es wieder die Äußerlichkeiten, aus denen man leise Anzeichen für Optimismus herauslesen kann. So der Umgang mit dem Anschlag auf den russischen Generalleutnant Wladimir Alexejew am Freitag in Moskau. Alexejew ist nicht irgendwer, sondern der Stellvertreter des russischen Delegationsleiters bei den Gesprächen in Abu Dhabi. Es liegt nahe zu vermuten, dass der Urheber des Anschlags neben der Tötung des Generals auch einen Vorwand dazu schaffen wollte, die Gespräche zum Platzen zu bringen. Genau das aber ist nicht geschehen. Beide Seiten haben es für klüger gehalten, den Anschlag herunterzuspielen. Ausnahme: das Statement des Asow-Chefs Denis Prokopenko, der zumindest eine Spur in Richtung eines möglichen Motivs legte – zu ukrainischen Hardlinern, die sich ausrechnen können, dass ihr Land aus den Friedensverhandlungen ramponiert hervorgehen wird.
Apropos ramponiert: Es gibt auch keine Bestätigung für die in russischen Medien verbreitete Behauptung, die neue Angriffswelle auf das ukrainische Stromnetz am Wochenende sei eine Vergeltung für den Anschlag auf Alexejew gewesen. Obwohl das russische Verteidigungsministerium früher in solchen Fällen eine derartige Rechtfertigung immer nachgeschoben hat. Auch die ukrainische Seite hat auf allzu schrille Moralisierungen der Angriffe bisher verzichtet – und das, obwohl die faktische Lahmlegung von 15 Prozent der Stromerzeugungskapazität und 30 Prozent des nach den bisherigen Angriffen verbliebenen Potentials in einer einzigen Nacht ein wirklich schwerer Schlag war.
Bei der Gelegenheit lässt sich mit etwas Kopfrechnen übrigens aus den Kiewer Katastrophenmeldungen etwas herauslesen. Wenn die Ukraine aktuell nur noch 50 Prozent ihrer Stromerzeugungskapazität besitzt, die Bewohner von Kiew aber lediglich für ein Sechstel eines Tages Strom bekommen, dann kann man daraus schließen, welchen Anteil die Versorgung der Zivilbevölkerung am Stromverbrauch überschlägig hat: nämlich ein Drittel. Der Rest dient dann wohl in der einen oder anderen Weise der ukrainischen Kriegsanstrengung. Und ist damit auch ein militärisches Ziel. So bitter das für die frierenden Zivilisten ist.
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Nur Gerüchte, denn die Europäer sind nicht dabei. Denn die lassen ja gerne mal Notizzettel auf dem Klo liegen, damit die Heimatfront gestärkt werden kann.
So ein kleines Aha-Erlebnis hatte ich doch bei der Information, dass der russische Generalleutnant Wladimir Alexejew, auf den am Freitag in Moskau ein Anschlag verübt wurde, nicht irgendwer ist, sondern der Stellvertreter des russischen Delegationsleiters bei den Gesprächen in Abu Dhabi.
Wollte da jemand stören? Die Russen scheinen das aber nicht sehr hochspielen zu wollen. Aber daran eine Hoffnung knüpfen?
Aber außer der Hoffnung bleibt uns ja nichts. Und die Gewissheit, das Fähnlein der Willigen ist nicht dabei.
Vielleicht brüten die darüber nach, wie sie bei einem wünschenswerten Erfolg der Verhandlungen ihre Bürger weiter auf Kriegskurs halten können.
In Berlin müsste man sich endlich dem wirtschlichen Fiasko hier stellen statt den Bürgern selbst die Schuld daran zu geben und ablenkend weiter vor dem Krieg warnen.
Viele Hoffnungen.