Um den Schimmel unter der abgeblätterten Tapete kümmert sich der Vermieter seit Monaten nicht, im engen Hausflur vor dem längst kaputten Aufzug stapelt sich Sperrmüll bis zur Decke. Im feuchten Keller des Mehrfamilienhauses in Hagen im Ruhrgebiet steht ein speckiges Kunstledersofa neben einem provisorischen Nachtlager auf einer alten Sitzbank – Wohnraum, wo eigentlich keiner sein sollte.
An diesem Tag findet in Hagen – wie in sieben weiteren Städten des Ruhrgebiets – eine großangelegte Kontrollaktion der Behörden statt. Das Ziel: kriminellen Geschäftsmodellen mit Schrottimmobilien und Sozialbetrug zu Leibe rücken. Es sind Missstände, mit denen fast alle Ruhrgebietskommunen zu kämpfen haben – und die jetzt im Kommunalwahlkampf in Nordrhein- Westfalen erneut zum Thema geworden sind.
Auch die AfD dürfte mit den plakativen Bildern von heruntergekommenen Wohnhäusern und dem Vorwurf des systematischen Sozialleistungsmissbrauchs für den ersten Wahlgang vor eineinhalb Wochen erfolgreich Wähler mobilisiert haben. In Gelsenkirchen, Hagen und Duisburg kann die in Teilen rechtsextreme Partei einen Kandidaten in die Stichwahl um den Oberbürgermeisterposten am Sonntag schicken.
So ist die großangelegte Vor- Ort-Kontrolle mit Ordnungsamt, Feuerwehr, Zoll, Bauaufsicht und Polizei auch ein deutliches Signal, dass man die Probleme angehe. Auch Landesbauministerin Ina Scharrenbach (CDU) begleitet die Aktion in Hagen. Nordrhein- Westfalen gehe gegen Problemimmobilien und Ausbeutung vor, betont sie.
Von Scharrenbachs Partei CDU tritt am Sonntag Dennis Rehbein um das Amt des künftigen Oberbürgermeisters in Hagen an. Er hatte in der ZDF Talkshow „Markus Lanz“ davon berichtet, dass ihm Bürger spiegelten, sie fühlten sich in der Stadt rund um den Hauptbahnhof wie in „Klein- Bukarest“. Dort leben besonders viele Familien in abbruchreifen Schrotthäusern. Dahinter stehe „organisierte Kriminalität“, sagt Rehbein.
Unisono beschreiben die Oberbürgermeister des Ruhrgebiets das gleiche Phänomen: Viele der Familienmitglieder gehen nur einige Stunden einer Arbeit nach und stocken dann ergänzende Sozialleistungen auf. Die Unterbringung in Schrottimmobilien, in denen die Zugewanderten – meist mangels Alternativen – hausen, ist dabei längst Teil des kriminellen Geschäfts.
Ministerin Scharrenbrach beschreibt es so: „Besitzer von Problemimmobilien sorgen für die gezielte Zuwanderung von Armutsmigranten unter Ausnutzung des Arbeitnehmerfreizügigkeitsrechts.“ Seit dieses EU-Recht des uneingeschränkten Zuzugs von Arbeitnehmern auch für Bulgarien und Rumänien gilt, hat sich die Zahl der in NRW lebenden Menschen von dort in etwa auf mehr als 276.000 verdreifacht. „Die Leute werden viel zu schnell in die Sozialleistungssysteme aufgenommen, ein Datenaustausch zwischen Meldebehörden und Sozialbehörden existiert nicht.“ Da bleibe nur der Hebel solcher Kontrollen, sagt Scharrenbach.
Sebastian Kurtenbach, Professor für Politikwissenschaften an der FH Münster, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Zuwanderung aus Südosteuropa – und den Herausforderungen für Kommunen. Er glaubt, dass die Probleme vor allem daher rühren, dass „armutsgeprägte Mobilität“ in Europa nicht mitgedacht worden sei. „Im Klartext bedeutet das, dass EU-Zugewanderte im Zweifel durch alle Netze fallen.“
Gießener Allgemeine, 26.9.2025
Das muss man genau lesen. Auch weil die Zeitung sehr CDU-nah ist und die erwähnte Ministerin der CDU angehört.
Erst einmal eine Kontrolle der Behörden, trotz dem üblichen Personalmangel. Die Kommunalwahlen werden der Auslöser gewesen sein verbunden mit der Sorge, die AfD könnte daraus Nektar saugen.
»Das Ziel: kriminellen Geschäftsmodellen mit Schrottimmobilien und Sozialbetrug zu Leibe rücken.« So steht es in dem Artikel. Vermutlich auf Druck der Zustände. Aber das Wort „Sozialbetrug“ darf natürlich nicht fehlen. Man will trotzdem in eine gewisse Richtung zeigen.
Aber da steht noch etwas von einem kriminellen Geschäftsmodell mit Schrottimmobilien. »Ministerin Scharrenbrach beschreibt es so: „Besitzer von Problemimmobilien sorgen für die gezielte Zuwanderung von Armutsmigranten unter Ausnutzung des Arbeitnehmerfreizügigkeitsrechts.“ Seit dieses EU-Recht des uneingeschränkten Zuzugs von Arbeitnehmern auch für Bulgarien und Rumänien gilt, hat sich die Zahl der in NRW lebenden Menschen von dort in etwa auf mehr als 276.000 verdreifacht. „Die Leute werden viel zu schnell in die Sozialleistungssysteme aufgenommen, ein Datenaustausch zwischen Meldebehörden und Sozialbehörden existiert nicht.“ Da bleibe nur der Hebel solcher Kontrollen, sagt Scharrenbach. «
Das bleiben die Begriffe Zuwanderung, Armutsmigranten, Ausnutzung, verdreifacht und Sozialleistungssystem hängen.
Wer aber genau liest dem fällt auf, dass diese Ausländer nicht einfach mal so zuwandern, sondern geholt werden. Es wird für eine gezielte Zuwanderung gesorgt. Nicht weil da welche ein gutes Herz haben. Nee, die Besitzer von Schrottimmobilien brauchen diese Menschen für ihren eigenen Sozialbetrug. Die wollen sich aus der Sozialkasse bedienen.
Dieses System ist aber schon alt. Zu Zeiten von Hartz IV wurden aus unvermietbaren Wohnungen durch ein paar kleine Eingriffe mehrere kleine Wohnungen, in die die örtliche Jobkom Arbeitslose einwies und die horrenden Mieten übernahm. Schon damals gab es kaum Kontrollen und wenn solche Fälle doch hochkamen war man meist sehr verwundert, wer das alles diese Mieten kassierte.
Leider ist es so, dass man den Werkzeugen von Sozialbetrügern ganz schnell und sehr laut Sozialbetrug vorwirft, die Benutzer der Werkzeuge aber meiste ungeschoren lässt.
Es sei denn, es stehen Wahlen an. Dann kommt auch eine CDU-nahe Zeitung nicht drum herum.
Aber auf Samtpfoten. Da nennt man schon mal eine Schrottimmobilie etwas zarter Problemimmobilie.
In NRW werden Schrottimmobilien kontrolliert
Um den Schimmel unter der abgeblätterten Tapete kümmert sich der Vermieter seit Monaten nicht, im engen Hausflur vor dem längst kaputten Aufzug stapelt sich Sperrmüll bis zur Decke. Im feuchten Keller des Mehrfamilienhauses in Hagen im Ruhrgebiet steht ein speckiges Kunstledersofa neben einem provisorischen Nachtlager auf einer alten Sitzbank – Wohnraum, wo eigentlich keiner sein sollte.
An diesem Tag findet in Hagen – wie in sieben weiteren Städten des Ruhrgebiets – eine großangelegte Kontrollaktion der Behörden statt. Das Ziel: kriminellen Geschäftsmodellen mit Schrottimmobilien und Sozialbetrug zu Leibe rücken. Es sind Missstände, mit denen fast alle Ruhrgebietskommunen zu kämpfen haben – und die jetzt im Kommunalwahlkampf in Nordrhein- Westfalen erneut zum Thema geworden sind.
Auch die AfD dürfte mit den plakativen Bildern von heruntergekommenen Wohnhäusern und dem Vorwurf des systematischen Sozialleistungsmissbrauchs für den ersten Wahlgang vor eineinhalb Wochen erfolgreich Wähler mobilisiert haben. In Gelsenkirchen, Hagen und Duisburg kann die in Teilen rechtsextreme Partei einen Kandidaten in die Stichwahl um den Oberbürgermeisterposten am Sonntag schicken.
So ist die großangelegte Vor- Ort-Kontrolle mit Ordnungsamt, Feuerwehr, Zoll, Bauaufsicht und Polizei auch ein deutliches Signal, dass man die Probleme angehe. Auch Landesbauministerin Ina Scharrenbach (CDU) begleitet die Aktion in Hagen. Nordrhein- Westfalen gehe gegen Problemimmobilien und Ausbeutung vor, betont sie.
Von Scharrenbachs Partei CDU tritt am Sonntag Dennis Rehbein um das Amt des künftigen Oberbürgermeisters in Hagen an. Er hatte in der ZDF Talkshow „Markus Lanz“ davon berichtet, dass ihm Bürger spiegelten, sie fühlten sich in der Stadt rund um den Hauptbahnhof wie in „Klein- Bukarest“. Dort leben besonders viele Familien in abbruchreifen Schrotthäusern. Dahinter stehe „organisierte Kriminalität“, sagt Rehbein.
Unisono beschreiben die Oberbürgermeister des Ruhrgebiets das gleiche Phänomen: Viele der Familienmitglieder gehen nur einige Stunden einer Arbeit nach und stocken dann ergänzende Sozialleistungen auf. Die Unterbringung in Schrottimmobilien, in denen die Zugewanderten – meist mangels Alternativen – hausen, ist dabei längst Teil des kriminellen Geschäfts.
Ministerin Scharrenbrach beschreibt es so: „Besitzer von Problemimmobilien sorgen für die gezielte Zuwanderung von Armutsmigranten unter Ausnutzung des Arbeitnehmerfreizügigkeitsrechts.“ Seit dieses EU-Recht des uneingeschränkten Zuzugs von Arbeitnehmern auch für Bulgarien und Rumänien gilt, hat sich die Zahl der in NRW lebenden Menschen von dort in etwa auf mehr als 276.000 verdreifacht. „Die Leute werden viel zu schnell in die Sozialleistungssysteme aufgenommen, ein Datenaustausch zwischen Meldebehörden und Sozialbehörden existiert nicht.“ Da bleibe nur der Hebel solcher Kontrollen, sagt Scharrenbach.
Sebastian Kurtenbach, Professor für Politikwissenschaften an der FH Münster, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Zuwanderung aus Südosteuropa – und den Herausforderungen für Kommunen. Er glaubt, dass die Probleme vor allem daher rühren, dass „armutsgeprägte Mobilität“ in Europa nicht mitgedacht worden sei. „Im Klartext bedeutet das, dass EU-Zugewanderte im Zweifel durch alle Netze fallen.“
Gießener Allgemeine, 26.9.2025
Das muss man genau lesen. Auch weil die Zeitung sehr CDU-nah ist und die erwähnte Ministerin der CDU angehört.
Erst einmal eine Kontrolle der Behörden, trotz dem üblichen Personalmangel. Die Kommunalwahlen werden der Auslöser gewesen sein verbunden mit der Sorge, die AfD könnte daraus Nektar saugen.
»Das Ziel: kriminellen Geschäftsmodellen mit Schrottimmobilien und Sozialbetrug zu Leibe rücken.« So steht es in dem Artikel. Vermutlich auf Druck der Zustände. Aber das Wort „Sozialbetrug“ darf natürlich nicht fehlen. Man will trotzdem in eine gewisse Richtung zeigen.
Aber da steht noch etwas von einem kriminellen Geschäftsmodell mit Schrottimmobilien. »Ministerin Scharrenbrach beschreibt es so: „Besitzer von Problemimmobilien sorgen für die gezielte Zuwanderung von Armutsmigranten unter Ausnutzung des Arbeitnehmerfreizügigkeitsrechts.“ Seit dieses EU-Recht des uneingeschränkten Zuzugs von Arbeitnehmern auch für Bulgarien und Rumänien gilt, hat sich die Zahl der in NRW lebenden Menschen von dort in etwa auf mehr als 276.000 verdreifacht. „Die Leute werden viel zu schnell in die Sozialleistungssysteme aufgenommen, ein Datenaustausch zwischen Meldebehörden und Sozialbehörden existiert nicht.“ Da bleibe nur der Hebel solcher Kontrollen, sagt Scharrenbach. «
Das bleiben die Begriffe Zuwanderung, Armutsmigranten, Ausnutzung, verdreifacht und Sozialleistungssystem hängen.
Wer aber genau liest dem fällt auf, dass diese Ausländer nicht einfach mal so zuwandern, sondern geholt werden. Es wird für eine gezielte Zuwanderung gesorgt. Nicht weil da welche ein gutes Herz haben. Nee, die Besitzer von Schrottimmobilien brauchen diese Menschen für ihren eigenen Sozialbetrug. Die wollen sich aus der Sozialkasse bedienen.
Dieses System ist aber schon alt. Zu Zeiten von Hartz IV wurden aus unvermietbaren Wohnungen durch ein paar kleine Eingriffe mehrere kleine Wohnungen, in die die örtliche Jobkom Arbeitslose einwies und die horrenden Mieten übernahm. Schon damals gab es kaum Kontrollen und wenn solche Fälle doch hochkamen war man meist sehr verwundert, wer das alles diese Mieten kassierte.
Leider ist es so, dass man den Werkzeugen von Sozialbetrügern ganz schnell und sehr laut Sozialbetrug vorwirft, die Benutzer der Werkzeuge aber meiste ungeschoren lässt.
Es sei denn, es stehen Wahlen an. Dann kommt auch eine CDU-nahe Zeitung nicht drum herum.
Aber auf Samtpfoten. Da nennt man schon mal eine Schrottimmobilie etwas zarter Problemimmobilie.