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Aufmarsch des Westens vor China

Von Harvey11 Mittwoch 11.09.2024, 09:27

Hätte die Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf Kuba internationales Recht gebrochen? Wohl kaum. Und dennoch entschied Moskau Ende Oktober 1962, auf den Schritt zu verzichten. Hätte es stur auf seinem Recht beharrt, wer weiß, ob heute noch irgend jemand einen Zeitungskommentar schreiben oder einen lesen könnte. Man tut gut daran, sich das zu vergegenwärtigen, wenn es um die immer häufiger wiederholten Fahrten westlicher Kriegsschiffe durch die Taiwanstraße geht.

Die Provokationen gegenüber Russland führten zum gewünschten kleinen Krieg. Aber den Schaden haben die Verursacher.
Putin erinnerte in seiner Rede auf der Sicherheitskonferenz 2007 an den ehemaligen NATO-Generalsekretär Manfred Wörner, der 1990 in Brüssel sage: "Schon der Fakt, dass wir bereit sind, die NATO-Streitkräfte nicht hinter den Grenzen der BRD zu stationieren, gibt der Sowjetunion feste Sicherheitsgarantien." Später wusste er, was Garantien der NATO wert sind.
Jetzt wagt man sich an China. Denn etwas anderes sind die ständigen Durchfahrten zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland nicht.

Man kann nun hart wie Kruppstahl auf einem Recht beharren, das niemand bestreitet, und Chinas begründete Sorgen ignorieren. Theoretisch könnte man auch handeln wie die Sowjetunion Ende Oktober 1962, die auf ihr Recht verzichtete, weil sie den Krieg nicht wollte. Dieser Wille aber geht den herrschenden Klassen im Westen, auch der deutschen, ab.


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