Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

6 6

Atombomben über dem Atlantik

Von Harvey11 09.11.2025, 11:39

Würden wir bei nuklearen Explosionen genauso absurd reagieren wie beim Klimaschutz?

Achtung, Gedankenspiel: Nehmen wir einmal an, über dem Atlantik explodierten seit ein paar Jahrzehnten Atombomben. Erst waren es nur ein paar wenige am Tag, inzwischen sind es ein halbes Dutzend – pro Sekunde. Die gewaltigen Energien, die dabei freigesetzt würden, heizten nicht nur den Ozean auf, sondern drohten, die Ökosysteme der Erde zu zerstören und menschliches Leben sehr schwierig, vielleicht sogar unmöglich zu machen.

Das Phänomen wäre gut erforscht, auch die Verantwortlichen bekannt: international operierende Energiekonzerne, die einen Weg gefunden haben, an den Atomexplosionen Geld zu verdienen. Die Technologie, die diese ständigen Detonationen ermöglicht, wäre über Jahrzehnte hinweg immer weiter optimiert worden – und mit den Profiten hätten dieselben Konzerne seit Jahren faschistische Parteien auf der ganzen Welt finanziert.

Wie würde die Welt darauf reagieren? Wenn wir den Umgang mit der Klimakatastrophe zum Vergleich nehmen, würde lange Zeit bezweifelt, dass die Explosionen überhaupt stattfinden. Der Atlantik ist groß, Atomexplosionen können auf einem so weiten Gebiet auch mal spontan entstehen oder auf Messfehler zurückzuführen sein.

Inzwischen wäre die Radioaktivität natürlich überall messbar – Leugnen würde also nicht mehr helfen. Auch die zuständigen Konzerne müssten zugeben, dass das Dauerbombardement über dem Atlantik „eventuell nicht ideal“ sein könnte. Sie hätten jedoch eine App entwickelt, mit der sich der „atomare Fußabdruck“ jeder einzelnen Person berechnen lässt: Wie viele Explosionen erzeuge ich persönlich – jeden Tag? Wie kann ich vermeiden, noch mehr Bomben hochgehen zu lassen? Alle können ihren Beitrag leisten!

Auch die Regierungen bemühten sich um Lösungen. „Die Explosionen sind nun mal da“, hieße es etwa aus der Unionsfraktion, „das Kind ist längst ins Kühlbecken gefallen. Jetzt geht es darum, wie wir als Gesellschaft damit leben lernen.“ Nun sind Investitionen in die zivile Bunker-Infrastruktur im Gespräch. Parallel wird an Technologien geforscht, die es in ferner Zukunft erlauben sollen, radioaktive Partikel aus der Atmosphäre zu filtern und sicher in verlassenen Bergwerksstollen einzulagern – dort, wo sie niemals entweichen können. Es passiert also was!

Gestern jedoch hätte die UN die schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Das nukleare Dauerfeuer über dem Atlantik wird die Erde um fast drei Grad erwärmen. Ein fast vollständiges Artensterben und die Verwüstung weiter Landstriche sind nur noch eine Frage von Jahrzehnten. Um das Schlimmste zu verhindern, müsste die Zahl der Explosionen halbiert werden – das wären immer noch zwei bis drei pro Sekunde. Kanzler Merz verweist auf die internationale Gemeinschaft: „Europa erzeugt nur sechs Prozent der Explosionen über dem Atlantik. Ich sehe den Ball jetzt vor allem im Feld von USA und China.“
Die Regierung Trump hätte allen Behörden untersagt, das Wort „Explosion“ zu verwenden. Merz hingegen würde das Positive sehen: „Die Aktien der Explosionsindustrie boomen. Dieses Wachstum in schwierigen Zeiten jetzt abzuwürgen – das wäre die eigentliche Katastrophe!“ Wie gut, dass es keine Atombomben über dem Atlantik gibt – sondern nur CO₂.
FR 6.11.2025

Etwas überdreht, aber die Länder zeigen ja offen, wie wichtig ihnen dieses Thema ist.

Kommentieren
Mitglieder > Veranstaltungen > Atombomben über dem Atlantik