Der größte Wirtschaftssektor der Welt ist die Natur. Die neue Bundesregierung sollte danach handeln.
Von Frauke Fischer, Frankfurter Rundschau, 12..4.2025
Mit dem Slogan „It‘s the economy, stupid!“ gewann Bill Clinton 1992 die US-Wahlen. Und auch bei uns geht es um die Wirtschaft. Denken wir also mal Wirtschaft und Wissenschaft zusammen.
Wir wissen, dass Biodiversität und Ökosystemleistungen der größte Wirtschaftssektor der Welt sind. Ihr monetärer Wert übersteigt den des weltweiten Bruttosozialprodukts etwa um den Faktor zwei.
Auch in Deutschland basiert mehr als die Hälfte von Umsatz und Gewinn von Unternehmen direkt oder indirekt auf den Leistungen der Natur. Der Bundesnachrichtendienst hat in einer Studie den Klimawandel als das größte Sicherheitsrisiko unserer Zeit bezeichnet, und der Allianzvorstand Günther Thallinger warnte vor wenigen Tagen, dass wir einem Kollaps unseres Finanz- und Wirtschaftssystems, ja sogar dem Ende des Kapitalismus, entgegensehen, wenn wir Klimaschutz und echte Dekarbonisierung nicht endlich entschlossen umsetzen.
Die Kosten des Nicht-Handelns beim Schutz von Biodiversität belaufen sich weltweit auf 500 Milliarden Euro jährlich. Tendenz steigend. Auf der anderen Seite bergen naturpositive Geschäftsmodelle nach Angaben des Weltwirtschaftsforums ökonomische Chancen von 10 Billionen Euro pro Jahr und würden weltweit etwa 400 Millionen neue Jobs schaffen.
Natur ist kein „Nice-to-Have“, sondern Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft und florierenden Wirtschaft. Nur unser Heimatplanet besitzt eine Biosphäre. Ohne die können wir nicht überleben. Bevor es uns selbst an den Kragen geht, kollabieren unsere Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme. Um unsere Lebensgrundlage zu erhalten, brauchen wir massive Investitionen in den Schutz und die Wiederherstellung von Natur. Global haben wir ein „Conservation Finance Gap“ von einer Billion Euro jährlich. Klingt viel, ist aber weniger als 1 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.
Anstatt Politik zu machen, die den Schutz von Biodiversität und Ökosystemleistungen (eine davon übrigens die Regulation des Weltklimas) zurückfährt, wäre eine Politik, die „Schaden vom deutschen Volk“ abwendet, eine, die Natur- und Klimaschutz vorantreibt. Wie Maria Furtwängler vor wenigen Tagen in ihrer Festrede zum 200-jährigen Geburtstag des Museums Wiesbaden sagte: „Es ist der große Sündenfall der Konservativen, das Thema Biodiversität in eine grüne Ecke geschoben zu haben. Das Thema ist kein parteipolitisches“.
Liebe Konservative, das deutsche Wort für „konservativ“ und das englische „conservation“ (wie in nature conservation) gehen auf denselben Wortstamm zurück, das Lateinische „conservare“. Im Kern bedeutet es „bewahren“, kann aber auch „jemanden am Leben lassen“ meinen. Denkt konservativ und schützt unsere Lebensgrundlage, die Schöpfung Gottes und den wichtigsten Dienstleister der deutschen Wirtschaft!
Liebe Sozialdemokraten, denkt sozialdemokratisch. Die oberen Zehntausend können sich steigende Lebensmittelpreise durch weniger Bestäuber noch leisten. Alle anderen trifft es jetzt schon hart.
Liebe beide, geht der Verlust von Biodiversität und Ökosystemleistungen weiter wie bisher, wird 2030 das globale Bruttosozialprodukt um 2,7 Billionen Euro niedriger ausfallen, als wenn wir handeln.
Natur schützen! It’s the economy, stupid!
……………………….
Wie lange macht es die Menschheit noch?
Das interessiert uns doch nicht, denn es trifft uns doch nicht.
Außerdem kostet Umweltschutz Geld. Geld, dass dem Staat für den Krieg fehlt und der Wirtschaft die Ausgabenseite unnötig aufbläht.
Darum hat Trump den Klimawandel verboten und seine Jünger von der AfD lobpreisen ihn dafür. Die anderen Parteien sagen das nicht so laut – folgen aber auch hier dankbar der AfD.
Es stimmt schon, große Teile der Homo Sapiens-Herde gehören nicht nur zu den schlimmsten Raubtieren, sie besitzen in der grauen Masse in ihren Halsverschlüssen auch weniger Verstand als eine Miesmuschel.
Der Mensch die Krone der Schöpfung? Das wäre eine Schande für die Schöpfung.
Der größte Wirtschaftssektor der Welt ist die Natur. Die neue Bundesregierung sollte danach handeln.
Von Frauke Fischer, Frankfurter Rundschau, 12..4.2025
Mit dem Slogan „It‘s the economy, stupid!“ gewann Bill Clinton 1992 die US-Wahlen. Und auch bei uns geht es um die Wirtschaft. Denken wir also mal Wirtschaft und Wissenschaft zusammen.
Wir wissen, dass Biodiversität und Ökosystemleistungen der größte Wirtschaftssektor der Welt sind. Ihr monetärer Wert übersteigt den des weltweiten Bruttosozialprodukts etwa um den Faktor zwei.
Auch in Deutschland basiert mehr als die Hälfte von Umsatz und Gewinn von Unternehmen direkt oder indirekt auf den Leistungen der Natur. Der Bundesnachrichtendienst hat in einer Studie den Klimawandel als das größte Sicherheitsrisiko unserer Zeit bezeichnet, und der Allianzvorstand Günther Thallinger warnte vor wenigen Tagen, dass wir einem Kollaps unseres Finanz- und Wirtschaftssystems, ja sogar dem Ende des Kapitalismus, entgegensehen, wenn wir Klimaschutz und echte Dekarbonisierung nicht endlich entschlossen umsetzen.
Die Kosten des Nicht-Handelns beim Schutz von Biodiversität belaufen sich weltweit auf 500 Milliarden Euro jährlich. Tendenz steigend. Auf der anderen Seite bergen naturpositive Geschäftsmodelle nach Angaben des Weltwirtschaftsforums ökonomische Chancen von 10 Billionen Euro pro Jahr und würden weltweit etwa 400 Millionen neue Jobs schaffen.
Natur ist kein „Nice-to-Have“, sondern Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft und florierenden Wirtschaft. Nur unser Heimatplanet besitzt eine Biosphäre. Ohne die können wir nicht überleben. Bevor es uns selbst an den Kragen geht, kollabieren unsere Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme. Um unsere Lebensgrundlage zu erhalten, brauchen wir massive Investitionen in den Schutz und die Wiederherstellung von Natur. Global haben wir ein „Conservation Finance Gap“ von einer Billion Euro jährlich. Klingt viel, ist aber weniger als 1 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.
Anstatt Politik zu machen, die den Schutz von Biodiversität und Ökosystemleistungen (eine davon übrigens die Regulation des Weltklimas) zurückfährt, wäre eine Politik, die „Schaden vom deutschen Volk“ abwendet, eine, die Natur- und Klimaschutz vorantreibt. Wie Maria Furtwängler vor wenigen Tagen in ihrer Festrede zum 200-jährigen Geburtstag des Museums Wiesbaden sagte: „Es ist der große Sündenfall der Konservativen, das Thema Biodiversität in eine grüne Ecke geschoben zu haben. Das Thema ist kein parteipolitisches“.
Liebe Konservative, das deutsche Wort für „konservativ“ und das englische „conservation“ (wie in nature conservation) gehen auf denselben Wortstamm zurück, das Lateinische „conservare“. Im Kern bedeutet es „bewahren“, kann aber auch „jemanden am Leben lassen“ meinen. Denkt konservativ und schützt unsere Lebensgrundlage, die Schöpfung Gottes und den wichtigsten Dienstleister der deutschen Wirtschaft!
Liebe Sozialdemokraten, denkt sozialdemokratisch. Die oberen Zehntausend können sich steigende Lebensmittelpreise durch weniger Bestäuber noch leisten. Alle anderen trifft es jetzt schon hart.
Liebe beide, geht der Verlust von Biodiversität und Ökosystemleistungen weiter wie bisher, wird 2030 das globale Bruttosozialprodukt um 2,7 Billionen Euro niedriger ausfallen, als wenn wir handeln.
Natur schützen! It’s the economy, stupid!
……………………….
Wie lange macht es die Menschheit noch?
Das interessiert uns doch nicht, denn es trifft uns doch nicht.
Außerdem kostet Umweltschutz Geld. Geld, dass dem Staat für den Krieg fehlt und der Wirtschaft die Ausgabenseite unnötig aufbläht.
Darum hat Trump den Klimawandel verboten und seine Jünger von der AfD lobpreisen ihn dafür. Die anderen Parteien sagen das nicht so laut – folgen aber auch hier dankbar der AfD.
Es stimmt schon, große Teile der Homo Sapiens-Herde gehören nicht nur zu den schlimmsten Raubtieren, sie besitzen in der grauen Masse in ihren Halsverschlüssen auch weniger Verstand als eine Miesmuschel.
Der Mensch die Krone der Schöpfung? Das wäre eine Schande für die Schöpfung.